| Rüstungswünsche: überlisten 23. Juli 2008Es wird wahrscheinlich von manchem Zeitgenossen schon mehr als politisch inkorrekt empfunden werden, wenn sich unsereins über Rüstungswünsche Gedanken macht. Das Rational dafür möchten wir nicht beschreiben, aber es gibt eins. Dies ist ein unvollkommener Anfang, verbunden mit der Einladung, selbst Beiträge an uns zu e-mailen
(gewünschte Anonymität ist gesichert): - Nicht-lethale “Wirk”mittel:
Nach unserer Erinnerung gibt es sogar Kongresse zu diesem Thema. Man müsste eigentlich besonderen Nachdruck in seiner Forschungspolitik darauf legen. Wie wäre zu beurteilen, wenn die Luftwaffe bombenähnliche Systeme abwirft, die gegnerische Kräfte (und Zivilisten) für Stunden ausser Gefecht setzen? Oder sind durch das C-Waffen-Übereinkommen derartige Vorstellungen illusorisch? -
Über die Waffenlücke des Heeres im Reichweitenband von 2 - 10 km
haben wir uns schon ausgelassen. Im Bereich der Aufklärung und Überwachung klaffen u.E. erhebliche Lücken. Ob es um den Nah- oder Fernbereich geht: die angebotenen Trägerkonzepte für die bereits perfekten Sensoren sind eher steinzeitlich. Sind die
Leichter-als-Luft-Plattformen völlig ausgereizt? Liegt im Patentamt nicht irgendeine verrückte Geschichte? Auf der diesjährigen EUROSATORY haben wir per glücklichem Zufall unseren Experten von AIM getroffen, der vor ungefähr einem Jahr auf einer DWT-Tagung sehr konkret die
technologischen Grundlagen für die Detektion von Sprengstoffen auf grössere Entfernung angesprochen hatte. Unsere Nachfrage nach dem Fortgang der Sache erbrachte wenig erfreuliches: Die Wissenschaftler hätten sich des Themas bemächtigt - gemeint war die Zeitachse.Hoffentlich sind nicht alle Experten im wohlverdienten Urlaub, die uns ihren Beitrag zur Wunschliste schreiben. {Man muss die Physik überlisten!} Ausstattungslücken: Otto 15. Juli 2008Generalleutnant Wolfgang Otto, Befehlshaber des Heeresführungskommandos in Koblenz, hat sich am 30. Mai d.J. in seinem Kommandeurbrief Nr. 6 zum Thema “Disziplin, Bekleidung, Ausrüstung”
ausgelassen. Gleich der 1. Satz lautet: “Im Einsatz gibt es kaum eine Nation, deren Soldaten so individuell gekleidet auftreten wie unsere Frauen und Männer.” Es gäbe Teileinheiten, “bei denen im Gefechtsdienst der Unterschied zwischen Kombattanten und marodierenden Banden schwer wahrzunehmen ist”. Natürlich ist der Grundsatz richtig, dass das Erscheinungsbild der Truppe hinsichtlich der sichtbaren Bekleidung schon einheitlich sein sollte. Andererseits gilt die Selbstverständlichkeit,
dass der Dienstherr verpflichtet ist, seinen Soldaten eine ordentliche Bekleidung und Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Logisch ist, dass, je grösser die Versäumnisse des Dienstherrn sind, die Soldaten umso heftiger zur Selbsthilfe greifen. Geradezu wunderbar tritt General Otto den Beweis an, dass das marodierende Bekleidungsgehabe der Truppe berechtigt ist. In der Anlage zu seinem Kommandeurbrief Nr. 6 dokumentiert er über 8 Seiten die geradezu lächerliche Situation: -
19 (!) Positionen der persönlichen Bekleidungsstücke sind nach den Feststellungen der Truppe ungeeignet;
- 16 Teile der Ausrüstung werden kritisiert;
- Was die Realisierung der Abhilfe angeht, wird sehr oft entweder auf das Jahr 2012 verwiesen oder es ist tröstlich zu lesen:
“Maßnahme abhängig von der Verfügbarkeit der HH-(Haushalts)Mittel”. - Wer die Einzelheiten lesen mag, möge die
Anlage des Otto-Briefes als pdf abladen.Liest man den strammen Otto-Brief angesichts der Lücken-Dokumentation, versteht man die Welt nicht mehr, denn General Otto befiehlt: “Unterrichten Sie ihre Soldaten über den Stand zur Optimierung der dienstlichen Bekleidung und Ausrüstung
und treten Sie gemeinsam mit mir dem aus Unkenntnis abgeleiteten Empfinden einer Minderausstattung entgegen.” Die Zurruhesetzung von Generalleutnant Otto dürfte sooo lang (hoffentlich) nicht mehr dauern. {Schreib nicht - man erkennt Dich} Heron TP vs. Predator: Qual 9. Juli 200813 Tage vor Angebotsabgabe für das Bw-Beschaffungsvorhaben “UAV Male” (Unmanned Aerial Vehicle, Medium Altitude Long Endurance) hat RHEINMETALL gestern per Pressegespräch in Bad Godesberg seinen Kandidaten HERON TP vorgestellt. Damit wird ein Rennen in der Bw-Fähigkeitslücke SAATEG (System zur Abbildenden Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes) spannend, weil dem von der Luftwaffe eindeutig favorisierten Kandidaten PREDATOR
B (REAPER) ein Konkurrent entgegengestellt wird, der lt. RHEINMETALL “die spezifischen Anforderungen der Bundeswehr in vollem Umfang erfüllt und darüber hinaus weitere erhebliche Vorteile besitzt”:
http://www.rheinmetall-defence.com/index.php?fid=4723&qid=&qpage=0&lang=2&query=Her on%20TP Kern von SAATEG ist die Aufgabe, ein Gebiet von 100 x 100 km in einer Einsatztiefe von > 500 km per Tageslicht-Kamera, Infrarot und Radar aufzuklären, zu überwachen. Für 2010 soll eine “Anfangsausstattung” von 5 Flugeräten mit 2 Sätzen Bodensegment zum Preis von geplanten 161 Mio. EUR beschafft werden. U.E. geht es der Luftwaffe vor allem darum, den operativen Betrieb eines Male-UAV zu erlernen (die Briten und Italiener haben mit dem PREDATOR
schon angefangen!). Wichtiges Detail dabei ist, dass das U.S.-System zentral von einem U.S.-Flugplatz (Nellis AFB?) geflogen wird, über U.S-SATCOM gesteuert, von einer Bodenmannschaft irgendwo auf der Welt nur gestartet. Gestern nutzte ein israelischer Ex-General diese “Abhängigkeit” als Argument für HERON TP; das System startet und landet automatisch und fliegt einen vorprogrammierten Kurs (es soll aber auch SATCOM-gesteuert fliegen können). Eine nationale Satelliten-Anbindung ist aber
augenscheinlich nicht im SAATEG-Paket enthalten. Somit steht Programmfliegen in “eigener Hand” gegen “abhängiges” Freifliegen weltweit. Charmant sind zunächst die deutschen rüstungsindustriellen Aspekte der Ausschreibung: - DIEHL hatte vor rund 1,5 Jahren von RHEINMETALL die PREDATOR-Lizenz (GENERAL ATOMICS) übernommen, aber den Vorbesitzer im Boot gehalten. Vor einem halben Jahr hat RHEINMETALL dann die Kooperation gekündigt. Jetzt ist DIEHL allein Verfechter für den
REAPER;
- RHEINMETALL hat erst gerade (2.6.08) seine Male-Kooperation mit dem israelischen UAV-Spezialisten MALAT (IAI, Israel Aerospae Industries) bekanntgegeben, der die HERON TP (auch HERON 2 oder EITAN) vollständig liefern würde. Für die wichtige Frage der deutschen Wertschöpfung nennt RHEINMETALL einen Anteil von 30 %.
Spannend ist der internationale Aspekt: - Am 5. Juni 08 hat die EADS (F) vermeldet, dass das von ihr angebotene, im Pressetext
ungenannte, Male-System seine “Flight Aceptance Operations” den Franzosen vorgeflogen hat. Unter dem Kürzel SIDM haben sie (noch) einen, den Deutschen vergleichbaren, Interims-Bedarf. U.E. ist das EADS-SIDM-Angebot die besagte HERON TP von IAI MALAT.
Wenn die SAATEG-Beschaffungsvorlage wie geplant zum Ende dieses Jahres den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages erreicht, wird sich zeigen, ob die Luftwaffensoldaten oder die nicht so sehr miliär-fachlich operierenden
Rüstungsbeschaffer gewonnen haben. Die Preisfrage steht noch aus. {Nicht jede Wahl ist Qual} EUROSATORY: bangen 19. Juni 2008Sorry, wenn wir gestern total offline waren; die Fügung von freundschaftlichen Begegnungen und
sonstige Zwänge spielen mit einem Zeitball. Und dazu hat man noch den Eindruck, nicht genügend Eindrücke bekommen zu haben: - Vorab: Liebe Gemeindemitglieder haben uns Links zum französischen Weißbuch gesendet:
http://www.botschaft-frankreich.de/article.php3?id_article=3329
(der Link zur 48-seitigen englischen Zusammenfassung bleibt uns ein Rätsel). Durch ZETROS
ausgelöst, finden wir die wohl bald fallende Entscheidung des BMVg hinsichtlich schwerer, geschützter LKW spannend, denn die Bw-Referenzentscheidung wird als Qualitätssiegel angesehen. Dass MAN mitbietet, ist klar. Noch zu klären ist, ob die zum FIAT-Konzern gehörige IVECO ihren TRAKKER ins Rennen schickt. Immerhin hat man diesen Träger für die Verlastung des ABC-Dekontaminierung-Sets TEP 90 ausgewählt (73 Systeme, 86 Mio.EUR). KRAUSS-MAFFEI-WEGMANN (KMW) hat sich die Italiener als Lieferanten des Untersatzes für ihre Aufbauten ins Boot geholt für eine neue 18 - 25 Tonnen LKW-Palette (z. B. Ex-GRIZZLY);
Bis 2009 wird man warten müssen, ob der gepanzerte “Jeep”-Typ von KMW und RHEINMETALL mit Namen AMPV (Armoured Multi-Purpose Vehicle) die bessere Alternative zum EAGLE IV (incl. Nachfolge V) wird, von dem die Bw ja gerade 200 Exemplare gekauft hat.
Kritiker sagen, man bräuchte 4 Jahre für die Entwicklung eines solchen Autos. AMPV-Vertreter antworten darauf, dass - man schon etwa 1 Jahr an dem AMPV gearbeitet hat, - Ende 2008 die erste Wanne fertig ist, - die
wesentlichen Komponenten (Antrieb etc.) in wenigen Wochen bekanntgegeben werden (Einzelradaufhängung und selbsttragende Struktur ist gebucht; Sorry gegen DAIMLER-Auskunft, der FUCHS hat natürlich eine Starrachse), - im 1. Quartal 2009 der 1. Prototyp vorgestellt wird und die firmen-interne Erprobung beginnt; Anfang 2011 könnte dann die Serienfertigung der Bw-Nachfrage von 500 Stück beginnen. Ein guter Freund und Experte der Landsystem-Szene fand uns in der
Raucher-Galerie (in der Sonne vor den Hallen) und konstatierte die “Schutz-Epidemie”, die vor 2 Jahren auf der EUROSATORY so nicht festzustellen war. Benklich sei dabei aber, dass die “Stiftung Waffentest”-Kriterien für Ansprengungen (NATO-STANAG 4569) entweder ignoriert werden oder getrickst wird, und weitergehende Schutzanforderungen beiseite gelassen werden. Es ist nicht anzunehmen, dass solche “störenden Nebensächlichkeiten” bei Beschaffungen mit Hoflieferanten-Umfeld eine Rolle spielen.
Der jetzt verbreiteten Schutzmedizin passiver Art steht die Szenerie des aktiven Schutzes gegenüber. Vor ca. 4 Jahren hatte sich unsereins mit dem “seltsamen” Angebot der IBD (Ingenieurbüro Deisenroth) beschäftigt.
Dort ist man heutzutage ganz entspannt. X Firmen bauen inzwischen die Boxen des AMAP (Advanced Modular Armour Protection) auf ihre Autos, um Bedrohungen schwierigster Art wunderwaffenmässig abzuschütteln. Der jetzt im rheinischen Lohmar angesiedelte Schmiede wird man wohl das weltweite Alleinstellungsmerkmal ankleben müssen ( www.ibd-deisenroth.de ). Die deutsche Messe-Präsenz in Paris hat sich sichtbar verstärkt. Die führenden Firmen weisen einen Auslandsanteil im Umsatz aus, der generell über 50 % liegt, so auch RHEINMETALL. Dort hat uns interessiert:
- Das neu benamste CRAM (Counter Rockets, Artillery, Mortars)-Projekt NBS (bekannt als SKYSHIELD); mit einer speziellen Munition des ‘Typs AHEAD schiesst man asymetrische Bedrohungen ab.
In diesem Frühjahr hat man
in der Türkei testgeschossen. Nun liegen die Ergebnisse bei der IABG, die gutachterlich mit ihrem BNS-Tool (Bewertungs- und Nachweis-System) ganz zeitnah ihre “Stiftung Waffentest”-Expertise abgeben wird. Der Erfolg hängt wohl im wesentlichen von der richtigen Wahl der AHEAD-Munition ab, von der es 3 Geschoss-Typen (35 mm) gibt: 1. schwer 2. leicht 3. Standard (152 Pellets, je 3,3 Gramm) Im Frühling 2009 soll der Bundestag über eine Beschaffung von 2 Systemen entscheiden; unklar
ist, ob 1 (!) Bw-Feldlager geschützt wird und mit dem zweiten Ausbildung betrieben wird oder 2 (!) Bw-Standorte in AFG geschützt werden (ab 2010).
- Wenn der “leichte Panzermörser WIESEL 2 die “Hacken runter” fährt, ist er in ca. 30 sec. feuerbereit und schiesst, alle Soldaten inboard mit ABC- und Klimaschutz, auf 30 m genau. Wenn man sich zum Auftrag entschlösse (2 Führungssysteme und acht (!) Mörser sind in der Planung), wird man bis 2011 warten müssen, bis das System einsatzbereit
ist.Für die Soldaten wünschte man sich, dass das Jahr 2011 schon da und mancher eiserne Kamerad vor Ort wäre. {Wie immer: Bangen und Hoffen} ILA: dit un dat 30. Mai 2008Für Luftfahrtbegeisterte ist die alle 2 Jahre
stattfindende “Internationale Luftfahrt-Ausstellung” (ILA) eigentlich Urlaub in Berlin. In zwei Tagen plus Nacht-An- und Abfahrt hat unsereins letztlich dies erfahren: - DIEHL Defence verfolgt eine offensive Firmenstrategie. “Stück für Stück” will man neue technologische Kompetenzen aufbauen und integrieren.
Unser besonderes Interesse galt der Entwicklung lenkbarer Mörser-Munition. Unter dem Projektnahmen GMM (Guided Mortar Munition) wird die 120mm-Granate für
den “omnidirektionalen Flug” mit Laser-, GPS/Inertial-Steuerung plus optionalem Infrarot-Suchkopf entwickelt. In 2 bis 3 Jahren könne das intern als “hochpriorisierte” Projekt im Bereich der als teuer eingestuften “Serien-Fertigmachung” sein. - Bei dem mit 3 Mrd. USD am Weltmarkt (12 Mrd. USD ohne Russland und China) beteiligten EADS-Flugkörperteil MBDA haben wir nach dem “Wolf-Brief” in Sachen MEADS gefragt. Nein, die Kosten seien zu einem sehr niedrigen Prozentsatz gestiegen
und man erfülle vor allem 98 % der geforderten Leistung!
- Seit der D/U.S.-Erprobung der Schubsteuerung von militärischen Jet-Antrieben (X 31) und den dadurch vor 2 Jahren bei der ILA von MIG gezeigten Flugkunststücken fasziniert uns die Schub-Vektor-Steuerung. Bei EUROJET (trilateraler Firmenverband der Triebwerkhersteller des EUROFIGHTERS) zeigt man nach 8 Jahren Entwicklungsarbeit, dass das EJ2000-Triebwerk (mit der Thrust Vectoring Nozzle) 20 Kilonewton seitlichen Schubs
entwickeln kann.
- Die Lübecker Marine-Schmiede GABLER hat uns TRIPLE M gezeigt: Für die Seerohrtiefe bietet man Maschinenkanonen und sogar eine enorm leistungsgesteigerte Drohne des Typs ALADIN an (die gefaltete VOLANS landet allerdings nicht wieder in dem kohlefaser-verstärktem Abschuss-Behälter). Die U-Bootfahrer mögen das System aber aus einem “kulturellen” Grund nicht: Alles an Bord muss aus Stahl sein.
- In Sachen “abbildende Aufklärung in der Tiefe
(SAATEG)” haben wir in der Vergangenheit oft die Kritik daran gehört, dass sich die Luftwaffe zu deutlich für den PREDATOR B ausspreche. Von einem XXL aus der Spitze deutscher Beurteilungskompetenz haben wir gelernt, dass das U.S.-Muster dem israelisch getragenen Muster HERON TP in den militärischen Fähigkeiten gar nicht so unterlegen sei. Ausserdem würden politische und andere “strategische” Gründe für diese Alternative sprechen.
Absolut neu war für uns, dass jetzt RHEINMETALL mit
dem israelischen Partner IAI die HERON TP der Lufwaffe andient; bisher haben wir immer die EADS als IAI-Partner zugeordnet. Unser lieber “Berater” aus der Wissenschafts-Szene hat uns das vor Ort so erklärt: Die französisch-israelischen UAV-Kooperationen seien gescheitert, die EADS drücke ihr Projekt ADVANCED UAS in die Szene. Damit würden die französischen Streitkräfte noch etliche Jahre auf ihr hochfliegendes UAV warten müssen. - Ganz stolz präsentierte der Inspekteur des
Heeres, Generalleutnant Budde, seinen PR-Slogan “Ein Stück des Himmels gehört dem Heer”. Getuschelt wurde, dass er für seine ILA-Monster-Show auch den allerletzten Helikopter aus der Truppe gekämmt habe. Das Gerücht, dass die Budde-Show seinen Luftwaffen-Kameraden, GenLt Stieglitz, masslos geärgert habe, bestätigte General Budde auf seiner Presse-Konferenz: “Er habe niemanden ärgern wollen”:
- Neu: Seit dem 28.5. fliegt die KZO nach langer Zeit wieder “erfolgreich”;
- Eine
interessante Neuigkeit bot Budde zum CH-53-Nachfolgeprojekt HTH/FTH (Heavy/Future Transport Helicopter), das nur transatlantisch durchführbar ist (derzeit wird augenscheinlich das Team BOEING/EUROCOPTER favorisiert): Die Industrie fordere, dass mindestens 450 - 500 Maschinen fest geordert werden müssten, bevor man den Auftrag annähme. Unser wiss. Berater meint, dass dieser Bedarf transatlantisch gar nicht besteht.
- Zum seit 3 Jahren leidigen Thema NH 90/TIGER haben wir gelernt,
dass in 2010 14 NH 90 zulaufen sollen. Aktuell besteht aber ein spannendes Problem: Bis zum Beginn seines Sommerurlaubes will Gen. Budde die Liste auf seinem Schreibtisch haben, die alle sog. “non-compliances” des NH 90 beinhaltet. Eine von ihm klar als hinnehmbar bezeichnete Minderleistung nannte er konkret: wenn der Kaltstart der Turbine bei minus 40 Grad nicht nach 90 Sekunden, sondern erst nach 125 gelänge, könne man ein Auge zurdrücken. Zu anderen Leistungsmängeln wollte der
Heereschef sich nicht äussern. In der Diskussion und um Nachgespräch ist unsererseits aber der Eindruck entstanden, dass es sich bei (wievielen?) der restlichen non-compliances nicht um Kaltluft-Probleme handelt; Ende des Jahres stehe die Entscheidung zur Freigabe der Abnahme an (die Luftwaffe ist materialverantwortlich).
{Von der ILA muss man sich erholen}
Luftwaffen-Betrieb: Blindflug 27. Mai 2008Es wird wohl noch ungefähr eine Woche dauern, bis die Antworten des Verteidigungsministeriums auf die “Kleine Anfrage” der FDP-Bundestagsfraktion zum Thema “Einschränkungen des Übungsbetriebes der Luftwaffe” unter Drucksache 16/9250 hier eingestellt werden:
http://dip21.bundestag.de/dip21.web/search/find_without_search_list.do;jsessionid=C75B41C AC45C7D4EB1BF42531FC40035.dip21?subjectId=4 Man kann das Informationspaket 16/9250 zweiteilen: -
1. die Geschichte der Bundeswehr-Feuerwehren (BwF):
- Ende 2003 entscheidet der Europäische Gerichtshof zum Thema Arbeitszeitbestimmungen;
- Im April 2004 erhebt der Führungsstab der Luftwaffe den Warnfinger erfolglos (erst in 2007 sieht der Rest der Verteidigungsbürokratie “Klarheit ... durch die hinreichende Verdichtung der Strukturänderungen und Stationierungsentscheidungen” (Frage 9);
- In 2007 fallen für die fliegenden Kampfverbände 0 Flugausfall-Tage aufgrund der
Technik, 25 wegen des Wetters, und 154 wegen der Nicht-Verfügbarkeit der Feuerwehr an (!);
- Die tapferen BwF werden jetzt nicht nur durch die Republik gejagt, um hier und da Flugbetrieb zu erlauben, sondern verlieren auf einen Schlag ungefähr 600 EUR/Monat durch entfallende Überstunden;
- Den Rest der europäischen Luftwaffen betrifft das Problem nicht, den sie haben alle militärisches Feuerwehr-Personal;
- Der trostlose Zustand der BwF-Fahrzeugflotte ist ein eigenes Kapitel. - 2. die Geschichte der Qualität der Ausbildung der Piloten:
Die Zahl der Flugstunden/Jahr bei den Kampfverbänden betrug
- 2006: 40.801 - 2007: 36.193 - 2008: 30.902 (geplant).
Rechnet man mit den Angaben zu Frage 3, dass für den Jetflugbetrieb in 2008 - mit TORNADO 229 Mio. EUR, - mit Phantom F-4F 37 Mio. EUR und - mit EUROFIGHTER 117 Mio. EUR, insgesamt also 383 Mio.
EUR zur Verfügung stehen, kann man die “Sinkrate” der Aufwendungen für den Jetflugbetrieb grob rückrechnen (12.394 EUR pro Jet/h in 2008):
- 2006: 505,7 Mio. EUR - 2007: 448,6 Mio. EUR - 2008: 383,0 Mio. EUR.
In der Antwort zu Frage 7 (Kompensations-Maßnahmen) findet man die tolle Formulierung “Priorisierung fliegerischer Kernaufträge”.
Wenn Flugplätze tagelang geschlossen werden und Kampfpiloten nur noch geradeaus fliegen lernen können, dann ahnt man, wie sehr
unsere Regierung die Luftwaffe mag. {Blindflug hat Zukunft} Landrüstung: Aktien 22. Mai 2005Wer die europäische Landrüstungs-Szene betrachtet, wird nicht umhinkönnen, die gestrige Meldung (unserer Sponsoren)
KRAUSS-MAFFEI/WEGMANN und RHEINMETALL zur Kenntnis zu nehmen. Angekündigt wird ein militärisches “Auto” (AMPV) für 2011, welches einige Militärs am liebsten schon heute hätten:
http://www.rheinmetall-defence.com/index.php?fid=4709&lang=2 (wir haben den Rheinmetall-Link gewählt, weil er den
direkten Zugang zur Information ermöglicht)Man mag uns Sponsorship, Nationalismus oder Goldrandlösungs-Hype unterstellen: Die Deutschen bauen nun einmal die besten “Autos”; es mag sein, dass sie hier und da etwas zu spät kommen. Wie auch immer - entscheidend ist die Zukunftsperspektive:
panzerbauendene EU-Industrie sieht quantitativ so aus; Wie sich die Deutschen in dieser europäischen Gemengelage schütteln werden, definieren britische und französische Rüstungsentscheidungen:
- Hatte man noch befürchtet, dass die britische FRES-Entscheidung (mit “heimlicher” französischer Verquickung) zur Dominanz führen würde, ist nun der amerikanische Maulwurf (MOWAG) der Hit: Der nur auf dem Papier
existierende PIRANHA V ist der Briten erste Wahl.
- Wenn dieses Auto in den Umfängen produziert werden würde, wie es die ursprünglichen UK-Planungen vorsahen, wäre allen Europäern die Qual der Wahl erspart. Insider meinen aber ganz entspannt, dass es sich, angesichts der UK-Haushaltsprobleme, um Beschaffungen handelt, die in der Grössenordnung von 120 Autos liegen, die nun 2014 realisiert werden sollen!Man muss ja den Glauben an die “Goldrand”-Lösung zugunsten des Lebens
der Soldaten nicht aufgeben; im Dschungel der nationalen Arbeitsplätze fällt einem das schon schwer. Das Rennen um die Land-Pole-Position scheint noch immer offen. {Aktien-Analysten sind die wahre Bedrohung} MEADS: denkbar
4. Mai 2008Wer morgen den SPIEGEL aufschlägt, wird über die Ausstiegserwägung des Bundesverteidigungsministeriums aus dem insgesamt 4 Mrd. USD-schweren Entwicklungs-Projekt MEADS lesen (Medium Extended Air Defense System). Autor Alexander Szandar zitiert aus einem Brief, den Rüstungsstaatssekretär Rüdiger Wolf den Berichterstattern zum Einzelplan 14 im Haushaltsausschuss (MdB’s Kahrs, Jaffke-Witt, Kalb, Koppelin, Lötzsch, Bonde) zugesandt hat. Einen Tag (!) nach einer Sitzung der
Rüstungsdirektoren der am Projekt beteiligten Nationen (U.S.A., D, I) erfahren die Haushälter über das Raketen/Luftabwehr-Projekt, - dass “die Realisierung des MEADS Programms im geplanten Zeit- und Kostenrahmen mit einem erheblichen Risiko verbunden sei”:
- “... Managementdefizite in Verbindung mit technologisch wie auch kostenseitig deutlich unterschätztem Entwicklungsaufwand, insbesondere bei den Radargeräten”, - die mit “Mitteln der Managementreserve” eingeleiteten
Gegenmassnahmen hätten “nicht den erwarteten Erfolg gebracht”.
Bisher war von den MEADS-Kommunikatoren immer nur verlautet worden, dass alles in bester Ordnung sei. Zieht man die jüngst erschienenden U.S.-Papiere bei, lernt man: - Der amerikanische Rechnungshof (GAO = Government Accountability Office) handelt MEADS (
http://www.gao.gov/new.items/d08467sp.pdf , pdf-S. 158 f.) bezüglich der “Reife der Technologie” für 6 “kritische” Bereiche so ab:
- Die Bereiche Starter-Elektronik und Raketen-Integration seien entwickelt;
- Der Radarfrequenz-Manager (Exiter), das Kühl- und der “Slip ring” für die Energie- und Kühlversorgung des Radars seien fast fertig enwickelt; nur die Transmitter/Receiver-Module, T/R) für das Radar seien
“immature”.
- Die Programm-Offiziellen würden aber erwarten, dass zum Produktionsstart in 2013 alle Baugruppen funktionsfähig seien. Dem 2007-Jahresbericht des U.S.-Verteidigungsministeriums über ausgewählte Beschaffungsprogramme http://www.defenselink.mil/news/Apr2008/d20080408sars.pdf kann man entnehmen, dass die Kosten für die MEADS-Feuereinheit seit 2004 um 37,7 % gestiegen sind.(Exkurs: Mindestens einen Punkt versteht unsereins nicht: Vor einiger Zeit hat die EADS vermeldet, dass die ansonsten in der Community hochgelobten, von den U.S.-Kollegen beneideten Radar-T/R-Module in Ulm bereits in die Produktion gehen würden?? Hat jemand Ahnung?) Aus dem Wolf-Brief geht hervor, dass die deutsche Amtsseite von
den Problemen keinerlei Ahnung hatte, und nun “mit Hochdruck in die Analysephase eintritt”; man will die Haushälter “unaufgefordert unterrichten. Zitatwürdig ist die Drohpose im Staatssekretär-Brief, der uns als Beleg für die “Wolf-Strategie” gilt: Wenn “keine geeigneten Maßnahmen zur Einhaltung” der im Vertrag “festgelegten
Rahmenbedingungen (Kosten, Leistung, Zeit) getroffen werden, müsste den Auftragnehmern in letzter Konsequenz auch die Möglichkeit der Prüfung eines Programmabbruchs als denkbare Option vor Augen geführt werden (mit der Analyse des entsprechenden Abschnittes im MEADS-Vertrag, Haushaltsausschuss, Drs. 15/2894 wird man sich noch beschäftigen können).In diesem Zusammenhang sollte man sich die Erklärung anschauen, die GAO-Direktor Michael J. Sullivan im U.S.Parlament abgegeben
hat. Die Tabelle 1 (pdf-S. 6) kann man sich ausschneiden: - Die Entwicklungskosten der grossen U.S-Waffenprogramme sind um 40 % gestiegen (MEADS mit seinen 37,3 % liegt also “normal” im Rennen);
- Die 95 Rüstungsprogramme weisen in 2007 einen Gesamtumfang von 1,6 Billionen USD auf; die geschätzen Beschaffungskosten weisen eine Kostensteigerung von 295 Mrd. USD aus, 26 % ab 1. Kostenschätzung:
http://www.gao.gov/new.items/d08674t.pdf Nach hiesigem Erkenntnisstand sind ausser den Amerikanern nur noch die Briten so detailliert auskunftsfreudig gegenüber den Steuerzahlern. Man stelle sich vor, unsere Regierung wäre so offenherzig (hier würde das Norwegen-Foto unserer Kanzlerin passen). {Lerne: Denkbares muss vor Augen geführt werden!} Streumunition: 1984 21. April 2008Am vergangenen Freitag hat das Auswärtige Amt noch eine Pressemitteilung rausgehauen, die wahrscheinlich allgemein informierte Staatsbürger nicht sachlich, sondern marketing-mässig
von der Friedfertigkeit des Aussenministers und der Politik der Bundesregierung überzeugen soll: “Bundesregierung setzt sich für umfassendes Verbot von Streumunition ein”:
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Infoservice/Presse/Meldungen/2008/080418-Verbot -Streumunition.html Man kann nicht bestimmen, ob die Macher des Auswärtigen Amtes wegen des Wochendes oder vorsätzlich nicht einen “erklärenden” Hinweis (Link) an die Postierung der Online-Presseerklärung geheftet haben, der die Friedensbotschaft differenziert und konditioniert:
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Infoservice/Presse/Meldungen/2007/071107-Streum unition.html (siehe dort den zweitletzten Link “Deutschlands 8-Punkte-Position zu Streumunition”).Der Streit zwischen der deutschen amtlichen Position und den Streumunitions-Aktivisten liegt schon lange nicht mehr im Ob, sondern im Wie?: - Die (wie auch immer grosse) Fraktion der Streumunitions-Gegner will jedes Geschoss töten, welches mehr als ein
gelenktes “Streu”-Teil enthällt. Das vorgebrachte Gegenargument einer 99%igen Funktionssicherheit solcher “Streu”munition wischen sie mit nicht so leicht entkräftbaren Argumenten vom Tisch (demnach hätte etwa die auf 2 präzise Submunitions-Anteile optimierte SMART-Munition keine Chance);
- Wer die regierungsamtliche “8-Punkte”-Position intellektuell richtig vereinnahmt hat, weiss, dass der SMART-Horizont unter dem Banner der “alternativen Wirkmittel” beste
Beschaffungschancen hat (allein die definitorische Schöpfung des Begriffs “alternative Wirkmittel” ist George Orwell’s “1984” verdächtig).
Die Ziff. 3, 4, 5, 7 und 8 sind ein Leckerbissen für interpretationsfreudige Anhänger des “kräftigen Sowohl als Auch”-Prinzips (Glückwunsch an die smarten Schreiber).
Man muss trunken, halb irre, paranoid obsessiv oder so sein, wenn man sich dieser “Szene” widmet: Ach, der Aussenminister ist immer so beliebt. {Hast Du dem Idioten geglaubt, dass das Alles so leicht sei?} Wolf-Strategie: Elch 11. April 2008Nach dem Jurist Rüdiger Wolf (56) seit 1. Januar 2008 als neuer (beamteter) Staatssekretär des Verteidigungsministeriums für die Bereiche Rüstung und
Haushalt verantwortlich zeichnet, ist es höchste Zeit, sich mit seinem Profil zu beschäftigen. Grundlage unserer Darstellung ist seine (u.E. erste wichtige) Rede auf dem 5. Symposium des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie in Bad Godesberg am 29. Februar 2008, deren Abdruck hier zu finden ist (4 Seiten):
http://www.behoerden-spiegel.de/Internet/sub/d7e/broker.jsp?page=9&all=true&uCon=d7e50 dde-d7ae-711a-3b21-718a438ad1b2&uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-bbbb-000000000011&pages ize=10&_ic_print=true Um den Kern der Wolf-Strategie einzufangen, empfehlen wir die AAE-Methode (Ausschneiden - Aufkleben - Einrahmen), nämlich:
Seite 2, ab Überschrift “Aspekte der Bundeswehrplanung” bis Ende des Absatzes “Mit anderen Worten” (nicht nur dieser Text enthällt eine wenig codierte, von Amtsseite geäusserte Kritik an der Rüstungsindustrie, die ihresgleichen sucht). Damit Sie für AAE vor dem Wochenende noch genügend Antrieb haben, zitieren wir den
von uns favorisierten Kern: - “Bedarfsgerecht ist eine Ausrüstung dann, wenn sie
- einsatzreif ist, - der geforderten Qualität entspricht, - rechtzeitig in hinreichendem Umfang geliefert wird, - versorgt werden kann, - und über den gesamten Lebenszyklus wirtschaftlich nutzbar bleibt.”
Angesichts der “konzeptionellen Reinheit” der Wolf-Strategie werden sich (negativ) betroffene Rüstungsstrategen schon ihre Argumentationslinien zurechtlegen: - Nein, nein, der Wolf macht sich das geradezu populistisch einfach. Die Blödheiten der Amtsseite kehrt der massiv unter den Teppich;
- Der Wolf ist nicht der Erste, der amtsantritt, um die Welt zu verbessern; er kann aus dem systemischen Geflecht auch nicht entfleuchen (augenzwinkernd hat der als 3. Listenpunkt (S.2) immerhin die “Erfordernisse der Rüstungsindustriepolitik” eingerückt);
- Wenn alle Stricke reissen, müssen wir den Quertreiber
über den “Kellner vom Koch” ausmannöverieren; den Jung kann man leicht einsacken.
Diese AAE-Massnahme fürs Wochende ist doch wirklich einfach und leistbar, und dienstlich! Wenn Sie dann noch Ihre wirklich Lieben AAE-rahmen, knutscht Sie der Elch! {Wolf und Elch liegen friedlich miteinander} CSAR: Rette Dich 10. April 2008In der zivilen Welt gilt es als ausgemacht, vielfältige Mittel für die Rettung in Not befindlicher Mitmenschen bereitzustellen. Dazu gehören natürlich auch Hubschrauber, die das Kürzel SAR (Search and Rescue) am Heck tragen. Für Soldaten ist die Vorstellung noch grausamer, einen verletzten Kameraden verrecken zu lassen, auch in gegnerischem Gebiet; das
Kürzel dafür lautet CSAR (Combat Search and Rescue). 1996 begann die Bundeswehr mit dem Aufbau einer CSAR-Einheit (Luftwaffe); stationiert ist sie derzeit in Schönewalde/Holzdorf (Brandenburg), und übt unentwegt mit dem Hubschraubertyp UH-1D. Die CSAR-Fähigkeit soll nicht nur in der Lage sein, Piloten und Spezialkräfte aus gegnerischem Gebiet zu retten, sondern auch deutsche Staatsbürger, die aus Krisengebieten evakuiert werden müssen; bei humanitären Katastrophen werden CSAR-Kräfte
ebenfalls eingesetzt. Die bisherige Geschichte der Bw-CSAR kann man dank des verdienstvollen “Quengelns” der FDP-Bundestagsfraktion sehr gut nachvollziehen. Abzuladen sind dazu ihre Anfragen vom 20.2.2007 und 12. März 2008:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/043/1604354.pdf http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/085/1608516.pdf Wir beschränken dieses abenteuerliche Beispiel deutscher Rüstungspolitik auf diese Kurzgeschichte; man sollte dabei nicht vergessen, dass es sich um ein “hochpriorisiertes” Vorhaben handelt: - Im Jahr 2001 sollen lt. Beschaffungsplanung im
Jahr 2007 die ersten 6 NH-90 CSAR ausgeliefert werden, die so ausgelegt sind, dass sie einen der insgesamt 8 (acht) vorgesehenen CSAR-Rüstsätze aufnehmen können (Komponenten des CSAR-Rüstsatzes siehe Ziff. 20 der Drucksache 16/8516);
- In 2002 lehnt der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages das mit EUROCOPTER Deutschland (ECD) ausgehandelte CSAR-Paket ab (die damalige Begründung fehlt uns leider; kann jemand helfen?);
- Im Mai 2003 legt ECD “ein neues,
von der Preisgestaltung signifikant höheres Angebot” vor, mit einer Preissteigerung von ca. 16,5 Mio. EUR, für die ECD “keine nachvollziehbaren Begründungen” liefern konnte. Im Herbst 2004 werden die Gespräche mit ECD abgebrochen (Ziff. 13 der Drs. 16/4354).
Ab Anfang 2005 ermittelt das BMVg “Einsparpotenzial”, aber “erste Verhandlungen auf dieser Basis haben aufgrund der Preisvorstellungen der Industrie noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Weitere Verhandlungen werden in
diesem Jahr (2007) folgen, so dass mit einem Zulauf der ersten NH90 mit CSAR-Fähigkeit voraussichtlich ab 2011 gerechnet werden kann” (Ziff. 13, Drs. 16/4354).
Ein Jahr später verschiebt sich (in Drs. 16/8516, Ziff. 5) der erste Zulauf der NH90 CSAR auf das Jahr 2014. Wenn man genau liest, ist dies aber dem “Schätz-Angebot” von NH-Industries (NHI) vom Nov. 2007 zu entnehmen, welches nach Beurteilung des BMVg die operationellen Anforderungen dazu noch “nicht erfüllt”
(Ziff. 10, 16)! - Rand-Informationen:
- Italien und Portugal haben ihre NH90 CSAR-Pläne “aufgegeben oder zurückgestellt”; - Frankreich fliegt den EC725 CSAR bereits im Einsatz; - Deutschland ist “zurzeit die einzige Nation, die die Integration eines CSAR-Rüstsatzes in den NH90 beabsichtigt” (Ziff. 14, Drs. 16/8516); - “Die Bundesrepublik Deutschland hat zur Bereitstellung dieser international kritischen Ressource im Rahmen seiner internationalen
Verpflichtungen in NATO und EU die Rolle der Lead Nation übernommen (Drs. 16/8516, FDP-Vorbemerkung); - “Ein gemeinsames Zentrum der EU im Bereich CSAR war in diesem Rahmen (Beschluss des deutsch-französischen Verteidigungsrates vom 22. Januar 2003) nicht zur Realisierung zu bringen” (Ziff. 22, Drs. 16/8516).
Bevor man angesichts solcher Geschichten “ausser sich” gerät, sollte man das “Interessen-Bekundungsverfahren” praktizieren: - Die
hoflieferantende Industrie hat alle Hände voll, als Nr. 1 der Welt die Kunden des boomenden zivilen Marktes zu bedienen, mit ordentlichen Gewinnspannen versteht sich. Wenn mir als ECD/NHI ein knickeriger Mini-Kunde mit popeligen 8! Rüstsätzen kommt, falle ich doch nicht in Ohnmacht und lege auch noch Geld drauf. Wenn mir dazu auch noch die technische Kompetenz fehlt, die wahnsinnsgeschraubten Forderungen der Militärs zu erfüllen, habe ich schon gar keine Lust mehr, mich mit diesem Kunden
ernsthaft zu beschäftigen.
- Die vom Einsatz-Paradigma noch nicht so recht erfassten Beschaffer amtlicherseits haben nicht wirklich realisiert, dass sie mit ihren Mini-Aufträgen nicht als die grossen Demandeure bei der Industrie auftreten können (siehe das “Kunden”-Gefasel). Traditionell von der Politik an den heimischen (monopolisierten) Anbietermarkt gefesselt, trauen sie sich ohne ein Machtwort des Verteidigungsministers nicht wirklich, der Hochglanz-Industrie erstmals die
Zähne zu zeigen (Staatssekretär Wolf zeigt immerhin erste verbale Ansätze). Ob die Parlamentarier sich zu so einer “Combat”-Lösung bereit fänden, darf man auch bezweifeln.
Dieses “Gefecht” muss man nun nur noch den Soldaten “vor Ort” erklären. {Rette sich - wer kann}P.S.: Wer sich am NH90 CSAR (“Hochglanz”-Mockup
von 2003!) erfreuen will, muss sich dies anschauen:
http://www.b-domke.de/AviationImages/NH90/6268.html Defence Blog: Vorschuss 4. April 2008Zum gutgelingenden Wochende sollte man sich in Ruhe anschauen, was die zwei Bonner Youngster Luca Bonsignore und Christian Windeck als Beta-Version ins Netz gestellt haben: www.defpro.com Nach der notwendigen Registrierung zeigt sich ein konzeptionell
gut und breit aufgestellter Internet-Auftritt, der eher auf die internationale Rüstungsindustrie zielt. Die “Defence Professionals” bieten mit ihrem Portal vor allem eine kommunikative Vernetzung der Rüstungs-Community, die die bisherigen Anglo-Adressen nicht leisten. Zu 15 speziellen Themen der Rüstungs- und Luft- und Raumfahrt-Industrie gibt es z.B. Blog-Möglichkeiten, die sich zu einem informativen Forum entwickeln könnten. Unsereins wird mit einem Blog-Cluster unter http://www.defpro.com/groups/ mitsurfen (das aus unserem Logo gerade die Buchstaben Pow (Prisoner of war) ausgeschnitten wurden, ist eine nette tiefenpsychologische Fügung). {Lorbeerkränze können jetzt auch als Vorschuss beantragt werden} (P.S.: Hoffentlich sehen wir uns Montag ausgeruht im Dienst!) CH-53: knistert 2. April 2008 Sorry, wenn wir uns schon wieder mit der anscheinend kleinkarierten Frage des
CH-53-Problems beschäftigen und so spät sind. Zunächst nachzutragen ist, dass
- die FDP-Bundestagsfraktion eine zweite Kleine Anfrage (wegen Unzufriedenheit mit der ersten) gestellt hatte: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/078/1607884.pdf )
- die Antwort des BMVg darauf zwar die Drucksachen-Nr. 16/8225 hat, aber immer noch nicht auf http://dip21.bundestag.de zu finden ist
und
deshalb hier gelagert ist.Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte in seiner 55. Sitzung am 8. November 2007 das BMVg zu einem Bericht aufgefordert, ob nicht noch 10 CH-53 G auf den Rüststand CH-53 GA “produktverbessert” werden sollten (zusätzlich zu den vorgesehenen 40, deren “Produktverbesserung” (PV) für 550 Mio. EUR für 2011 bis 2014 beschlossen ist). Nun sollte man annehmen, dass die verantwortlichen
Heeresführer auf diese “Steilvorlage” des Haushaltsausschusses das Tor des Monats schiessen. Nein, daneben: Im letzten Absatz des 2,5seitigen Berichts des BMVg heisst es: - Ein solcher Bedarf ... ist derzeit allerdings weder festgestellt noch im Bundeswehrplan vorgesehen. Dementsprechend ist dieses Erweiterungsprogramm auch nicht im Haushalt 2008/41. Finanzplan veranschlagt. Eine Beauftragung im Jahre 2008 scheidet daher aus.”
Wenn man bedenkt, wie zentral
die militärische Fähigkeit (incl. Leistung für humanitäre Katastrophen) ist, dass das geplante Nachfolge-Projekt “Future Transport Helicopter” (FTH) für 2020 in den Sternen steht, der CH-53 bis 2030 im Service sein soll, alle Prognosen für Heli-Transportbedarf steigen, und die CH-53-Flotte der Bundeswehr (80 verfügbare Systeme) gerade den jetzigen Mindestbedarf abdeckt, zeigt ein genauerer Blick auf den Zustand der Flotte wenig erbauliches: - Unter dem Projektnahmen
“Sicherstellung der Einsatzbereitschaft” (SdE) werden von 2005 bis 2012 immerhin noch alle 82 Maschinen im “mechanischen” Anteil des SdE-Programms neuvernietet, korrosionsgeschützt und zellenverstärkt;
- Für den “elektrischen Anteil” der SdE kommen im Zeitraum 2005 bis 2010 nur noch 42 Maschinen in Frage. 40 CH-53 werden also nicht
neu verkabelt, erhalten keine neuen Relais und Schalter und keine elektronische Rotorblatt-Kontrollanlage (in dem 42-SdE-Elektrik-Paket sind die 20 Muster des Typs CH-53 GS enthalten);
- Von 2011 - 2014 sollen, w.o. bereits dargestellt, 40 CH-53 produktverbessert (PV) werden; sie sind dann für Einsätze wie in Afghanistan tauglich. Festzuhalten ist, dass die folgenden Modifikationen für die PV nicht beauftragt worden sind:
- Hindernis-Warnsystem,
- Zielerkennung Freund/Feind (ZEFF), - Personal Locator System (PLS), - Link 16, - Behördenfunk (BOS)
Ausserdem verbleibt, dass die 20 CH-53 des Musters GS damit nicht auf den Rüststand GA gehoben werden.
Bei den Marinefliegern (Seenot-Rettung) brennt die Hütte jetzt schon. Lt einem Bericht der “Kieler Nachrichten” (online nicht zu finden) vor einigen Tagen liegt die Soll-Stärke der SEA KING-Flieger bei 50 %, Erleichterung werde nicht vor 2009 eintreten; der
Nachwuchs gehe lieber zur Bundespolizei usw. {Bei einstürzenden Altbauten knistert es vorher deutlich hörbar} MH-90: Transrapid? 28. März 2008Liest man, was Kajo Jung auf seiner “inoffiziellen Seite der Deutschen Marine” zum Thema
MH-90 zusammengetragen hat
http://www.die-marine.de/daten/mh90.htm , lernt man, dass die navalisierte Version des Militärhubschraubers NH 90 (MH-90) schon einmal auf das Jahr 1999 verschoben werden musste, und “nunmehr ab 2007 prognostiziert” wird.Im Erlass des Generalinspekteurs “Bundeswehrplan 2008” liest man
zum MH 90, dass er - nicht wie im Bundeswehrplan 2005 noch für 2007 mit 1,397 Mrd. EUR - sondern auf 2011 mit 1,529 Mrd. EUR (+ 9,4 %, 51 Mio. EUR/Stück) veranschlagt ist. Die nächste Station unserer MH-90-Reise ist das “Jahresendgespräch 2007”, welches Wolfgang Legien mit dem Inspekteur der Deutschen Marine, Vize Admiral Wolfgang Nolting, geführt hat (“Wehrtechnik” IV/2007, S. 90). Nolting antwortet zur Frage nach dem MH-90 ganz codiert: “Ich hoffe, dass die parlamentarische Billigung
für ein neues Luftfahrtzeugmuster im nächsten Jahr erfolgen kann. Dieses setzt allerdings voraus, dass ein voll funktionsfähiges, den Bedürfnissen der Marine entsprechendes Muster auf dem Markt verfügbar ist.” Auf den von EUROCOPTER (EC) beizubringenden MH-90 treffen die Nolting-Kriterien eindeutig nicht zu (dagegen behauptet www.nhindustries.com , dass eine italienische Navy-Version des NH-90 schon 2005 geflogen sei, und im August 2007 die niederländische Version). Der weltweit führende Hubschrauber-Hersteller unter dem Dach der EADS zwingt die deutsche Marine-Führung, sich nach Alternativen umsehen zu müssen. Dazu kommt, dass der (politisch) entscheidende XXL des BMVg den MH-90 als “Goldrandlösung” bereits definitiv begraben hat. Man könnte der Deutschen Marine bei ihrer Auswahl
eines Alternativ-Musters ja gern mit halbgaren Ratschlägen helfen (darauf freuen die Verantwortlichen sich ganz besonders), aber dazu müsste man wenigstens die entsprechenden Hangar-Maße der F-123 etc. kennen (zu den folgenden Daten haben uns wieder liebe Kameraden geholfen): - EUROCOPTER versucht natürlich, seine COUGAR (AS 532) als Ersatz anzupreisen. Weil man dieses Muster aber nicht in den Hangar “falten” kann, dürfte das kein ernsthafter Kandidat sein;
-
Die italienischen Freunde von AGUSTAWESTLAND bieten ein ganz beachtliches Portfolio (U.S.-Präsidenten werden bald im modifizierten EH 101 fliegen). Die seit 1999 von diesem Hubi-Typ navalisierte AW101 sieht in ihrer Broschürenfassung
http://www.agustawestland.com/dindoc/AW101_Maritime_web.pdf
(3,5 MB) richtig proper aus. Unsereins vermutet aber, dass die “Faltmaße” dieses Musters nicht in den Hangar von F-123 etc. passen; Die U.S. Navy bricht gerade ihren vielfältigen Bestand an Hubi-Mustern auf den Standard MH-60R herunter, dessen Faltmaße stimmen müssten, der Leistungs-Rest höchstwahrscheinlich auch (dieses Bild passt lieblich zum EADS/U.S.-Tanker-Deal).Angesichts des Lagebildes darf man erwarten, dass - die Marine-Führung im Jahr
2008 mit Sicherheit keine Beschaffungsvorlage für eine MH-90-Alternative im Haushaltsausschuss plazieren wird (da werden Gelder frei!),
- das bürokratische Gerangel die Zeit über jede Gebühr dehnen wird,
- und statt 1999 oder 2007 in den Jahren nach 2015 irgendwann ein Marinehubschrauber auf der F 123 (oder im Seenot-Rettungsdienst) landen wird, der nicht wie der (N)MH-90 aussieht.
{Plane nur mit wirklicher Kompetenz (schreibe Transrapid-Vergleich!)}(P.S.: Zur Entspannung ins schöne Wochenende reicht das doch wohl (oder)?):
http://shock.military.com/Shock/videos.do?displayContent=164333&ESRC=dod.nl Waffenlücke: Wahnsinn 13. März 2008Wenn sich Halbgares im Kopf zusammenbraut, liebe Kollegen (wie z.B. Thomas A. Meuter) und extrem sachkundige Kameraden (Danke) unsereins mit gutem Rat Hilfe leisten, kann man sich an die “Welt da draussen” mit der Bitte um
Nachhilfe wenden, ggf., ob das Thema, aus welchen Gründen auch immer, klar verfehlt ist. Die Fragestellung lautet: - Ist im Kontinium einer spezifizierten1) Waffenwirkung im Bereich der direkt sichtbaren (und nicht direkt sichtbaren) Bekämpfung von sog. “weichen und halbharten” Zielen im Entfernungsspektrum von 1 km - 10 km (+) eine Waffenlücke vorhanden (gemeint ist insbesondere das Feld der “asymetrischen” Kriegführung)?
1)
d.h. geradezu “panische” Beachtung des Genfer Zusatzprotolls von 1977: Vermeidung von “Kollateralschäden”, siehe auch “hearts and minds”.
Zunächst werfen wir einen Blick auf das derzeitige Waffenarsenal: - Der Bereich 0 - grob 1 km ist abgedeckt: Leichte Maschinengewehre (Kaliber 7,62 mm, schwere Maschinengewehre (Kal. 12,7 mm), entsprechende Scharfschützen-Gewehre. Granatmaschinen-Waffen (Kal. 40 mm) wirken bis 1,2 km zwar effektiv, aber weniger “spezifiziert”;
- Im 2 km-Bereich muss man beachten, dass die alte, als “Panzer-Abwehr-Rakete” eingestufte MILAN (2) in ihrer “Zweitrolle” bisher zu grob 80 % gegen weiche und halbharte Ziele tatsächlich eingesetzt worden ist (sie war nicht im Arsenal der Norwegischen QRF im Regional Command North ISAF, ist aber im Bw-Bestand noch mit grob 10.000 Exemplaren gebucht). Mit einer Gefechtskopfmasse von rund 2 kg Sprengstoff ist sie allerdings auch nicht gerade “spezifiziert”;
-
Im 2-6(8)-km-Bereich dominiert der Mörser. Üblicherweise soll 1 “Salve” (!) verschossen werden, was bedeutet, dass jeweils 4 Schuss von 4 Mörsern mit einer Ablage von 30X30 m (mit wieviel Gechtskopfmasse?) unspezifiziert einschlagen.
Die “Mörser”-Lage der Bundeswehr darf man als bekannt voraussetzen: Konzeptionell und praktisch ist dieses Reichweiten-Band total unterbelichtet. Modernste “Rucksack”-Mörser-Technologie findet nicht statt; allenfalls betreibt man sophistische
Goldrandlösungen auf Blechdosen.
Kann man aus dieser Lage die idealtypischen Forderungen an die deutsche Rüstungsindustrie ableiten (aufgrund der Drangsal muss man auswärts einkaufen?)?: - Im 2km+-Reichweiten-Band müsste eine grob 30mm-Rakete physikalisch machbar sein, die mit einer dementsprechend zugemessenen Sprengstoffmasse von ca. 500 Gramm es einem “Gewehr”-tragenden Soldaten ermöglicht, den Gegner im direkt gerichteten Schuss präzise auf Abstand zu halten;
- Im Reichweiten-Band von 2 - 10 km wird wahrscheinlich nur die ballistische Bekämpfung (Top attack) helfen:
- Zunächst ist die genaue stationäre Bekämpfung gefragt; die pysikalischen Grenzwerte dafür sind nicht besonders herausfordernd;
- Die waffentechnische Herausforderung ist, im dementsprechenden Reichweitenband eine technologische Antwort zu bieten, die mobile Ziele (mit dem entsprechenden “Record”) bekämpft.
Sorry, wenn man mit solchen Ergüssen die Bühne betritt, muss man gewahr sein, dass Zeitgenossen einem derart Mores lehren, dass es einem die Sprache verschlägt. Schliessen Sie sich an! {Du musst nur einen Wahnsinns-Kumpel haben} KC-45A: Rechnung (+ Nachtrag 4.3.) 3. März 2008Auf dem Gebiet der Fragen von strategischen Rüstungsentscheidungen kann die U.S. Air Force für sich beanspruchen, eine Guinness-World-Record-Eintragung für sich zu buchen: Aus ganz allein sachlichen Gründen des “more” entscheidet sich die Teilstreitkraft, gegen jedwedes “nationales Interesse”, den Auftrag für die Zukunft der unglaublichen U.S.-Tanker-Flotte von bummelig 580 Flugzeugen zunächst auf 179 KC-45A-Muster auf
http://www.northropgrumman.com/kc45/ zu entscheiden (weiterführend ist http://www.defenselink.mil/transcripts/transcript.aspx?transcriptid=4163 und (verschwöhrungstheoretisch hatten wir eben noch einen 16-seitigen Af.Mil-Link zu einem pdf zum Thema KC-X, aber der ist u.E. weg - detailliert war ein tolles Tableau zur Entscheidung. Auf www.af.mil , suche z.B. KC-X;
siehe Nachtrag).BOEING hat augenscheinlich 40.000 amerikanische Arbeitsplätze versprochen,
http://www.defenselink.mil/transcripts/transcript.aspx?transcriptid=4163 Northrop Grumman bietet 25.000 (Link s.o.).
Natürlich ist die Endgültigkeit dieses Themas noch in ganz nassen Tüchern, aber die Tatsache, dass die U.S.A ihr 2. oder 3.grösstes Rüstungsprojekt aus dem europäischen Airbus-Projekt A330 (MRTT) füllen könnten, ist für die EADS, Europa, und die U.S.Politik von ganz neuem Format. Die “Balance” der bisher für die Amis favorisierten, transatlantischen Ausgaben-Rechnung müsste “umschlagen”: Steht Europa plötzlich in der Schuld des “Offset”? {Rechnungen mach ich, wie es mir beliebt}Nachtrag 4.3.: Hier ist das “verschwörungstheoretisch verschwundene” KC-X--Papier:
http://www.amc.af.mil/shared/media/document/AFD-070227-044.pdf CH-53: schmerzlich 21. Februar 2008Man muss gar kein entsprechendes Zitat von Verteidigungsminister Jung suchen, um den Beweis dafür zu führen, dass der oberste Grundsatz gilt, dass für
die Bundeswehr im Einsatz alles getan wird. Dieser hehre Schwur ist eigentlich selbstverständlich und wahrscheinlich jedem interessierten Bundesbürger auch gegenwärtig. Vertieft man sich allerdings in die Nachprüfung, ob das Verteidigungsministerium diesen “heiligen” Grundsatz in den entsprechenden Einzelfragen auch durchdekliniert, ist wohl Zweifel berechtigt. Die FDP-Bundestagsfraktion hat am Beispiel des schweren Transporthubschraubers vom Typ CH-53 vorexerziert und zwei Kleine
Anfragen gestellt (die 2. ist nachgeschoben worden, weil die 1. (Drucksache 16/7588) von der Bundesregierung als “teilweise unzureichend” betrachtet wird, “bzw. .. keine eindeutige Auskunft” gegeben worden sei. Seit gestern liegen nun die 35 Antworten des BMVg auf die 2. Anfrage der FDP-Fraktion (nur die Fragen in:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/078/1607884.pdf ; in einigen Tagen werden die Antworten an gleicher Stelle zu finden sein).Nach aller Logik gesteht das BMVg in der Antwort zu Frage 11 ein, dass der “heilige Schwur” nicht wirklich eingehalten wird: - “Der aus der Konzeption der Bundeswehr (KdB) abgeleitete Auftrag lässt sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen (Infrastruktur, Personal und
Haushaltsmittel) mit den für die Zielstruktur des Heeres in 2012 vorgesehenen 80 Lfz CH-53 ... hinreichend erfüllen.”
Liest man die Antworten auf die 2. FDP-Anfrage genauer durch, erkennt man, auf welchen wackeligen Füssen die weltweit dringend nachgefragte Hubschrauber-Fähigkeit des Exportweltmeisters steht: - Von den insgesamt 80 CH-53 haben nur 20 den Rüststand, der für Auslandseinsätze gefordert ist: das Typmuster CH-53 GS;
- Von den restlichen 60 normalen CH-53 werden bis zum St.Nimmerleinstag in 2014 40 Maschinen auf den Rüststand CH-53 GA gebracht (beginnend ab 2011). Da es sich dabei im wesentlichen um eine “qualitative Verbesserung der Avionikausrüstung” handelt, werden die 20 GS-Versionen der CH-53 im harten Einsatz “allein” bleiben;
- Der Bestand der einsatztauglichen CH-53 GS wird dadurch reduziert, dass daheim Ausbildung betrieben werden muss (1.000 Flugstunden/Jahr
= ca. 8 Flgz.)); nach Abzug der in der Überholung befindlichen und für potentielle Evakuierungsmassnahmen vorgehaltenen CH-53 GS verbleibt ein Pulk von 6 CH-53 GS für den Einsatz in Afghanistan, genauer: die Mindestforderung nur für das zu verantwortende “Regional Command North” von ISAF. Mit anderen Worten: Für den “Friedensbetrieb” im Norden AFG ist die Bundeswehr bereits “am Anschlag”; jede zusätzliche Forderung würde die Überdehnung beweisen; siehe dazu auch Antwort auf Frage 9: “Eine
Abdeckung des gesamten Einsatzraumes RC North mit diesen begrenzten Mitteln ist allerdings unrealistisch”);
- Hochinteressant ist die Antwort auf Frage 22:
“Zurzeit verfügt die Division Luftbewegliche Operationen (DLO) lediglich über zwei
Luftfahrzeugführer (LFF) mit der Qualifikation Fluglehrer/BIV (Bildverstärker)/Gebirge. Mit diesem Ausbilderkern werden innerhalb der Verbände diese Fähigkeiten aufgebaut. Im ISAF-Einsatz kann diese Fähigkeit jedoch nicht durchhaltefähig bereitgestellt werden ... Absicht DLO ist es, ab April 2008 durchhaltefähig eine ausgebildete Besatzung für ISAF stellen zu können.”
Etwas polemisch dürfte man feststellen, dass sich die 80 Maschinen-starke CH-53-Flotte des sehr potenten
Bündnispartners Deutschland letztlich auf einen einzigen Hubschrauber reduziert, der rundum einsatzfähig ist.
Ist das CH-53-Feld das einzige, auf dem man den “heiligen Schwur” hinterfragen kann? Es wird Hunderte von führenden Einsatzsoldaten geben, die mit ihren von manchen als “pea nuts” angesehenen Forderungen täglich verzweifeln. Abhilfe könnte nur ein dramatischer Ukas des Ministers bringen, der mit donnernder Deutlichkeit den “heiligen Schwur” jedem Verantwortlichen den Platz
Eins in die Birne schreibt, nachhaltig und ohne den leisesten Widerspruch. {Sun Tsu sagt: Führung ist Eindeutigkeit; jeder Verstoss wird schmerzlich geahndet} SysFla: extraordinär 19. Februar 2008Eher zum Ende dieses Jahres wird
den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages eine sog. “25 Mio.-Vorlage” erreichen, die das Kürzel SysFla trägt. Nachgefragt werden 900 Mio. EUR für die “Projektierung” des stationären Kostenanteils für ein System der Flugabwehr, das bis Ende 2014 aufgebaut werden soll. Für die mobile
Fla-Fähigkeit wünscht man sich zusätzliche 420 Mio. EUR im Zeitraum 2009 bis 2014, die aber bisher nicht im Bundeswehrplan des Generalinspekteurs abgebildet worden sind. Letztlich schlägt das SysFla bei Heer, Marine und Luftwaffe bis zum Jahr 2019 mit 3,6 Mrd. EUR zu Buche. In der “Abschliessenden funktionalen Forderung” (AF), dem sozusagen begründenden Grundsatz-Dokument, vom Generalinspekteur am 15. Febr. 2007 unterzeichnet, wird SysFla so begründet (kursiv v. Verf.): -
“Das System Flugabwehr (SysFla) ist Bestandteil der aktiven Luftverteidigung (LV) in der unteren Abfangschicht und dient dem Schutz in allen Bereichen, in denen die weitreichende, bodengebundene LV auf Grund von Geländegegebenheiten, mangelnder taktischer Beweglichkeit, Verwundbarkeit durch Waffenwirkung feindlicher Landstreitkräfte, Verfügbarkeit und Effizienz diesen nicht ausreichend sicherstellen kann. Dies gilt insbesondere für hoch mobile Truppenteile (TrT) bzw. mobile Einrichtungen in
Phasen hochintensiver, konventioneller Gefechtsführung sowie für Einzelobjekte.
Es befähigt zur Abwehr von Luftkriegsmitteln im Nah- und Nächstbereich und wirkt hierin gegen das gesamte Zielspektrum der Luftkriegsmittel in Flughöhen bis 5.000 m und einer Trefferentfernung bis 10.000 m ...”
Weil ja noch etwas Zeit zur Diskussion ist, darf man sich anfangs locker positionieren: - Aus dem gesamten SyFla-Konzept muss man die asymetrische
Komponente herausnehmen (was seitens des BMVg auch getan wird): Das Skyshield-System von RHEINMETALL. Das bis 2009 mit 50 Mio. EUR geförderte Projekt verspricht mit Waffe und Munition eine Leistung, die weltweit (insbesondere von Israel) dringend nachgefragt wird: C-RAM (Counter unguided rockets, artillery projectiles, mortar shells);
- Der mit 47 sehr ambitiösen Leistungsforderungen belegte Rest von SysFla gehört eher in die Kategorie der
“hochintensiven, konventionellen Gefechtsführung”, die natürlich einer bedrohungsgerechten Herleitung bedarf. Die zwei Diskutanten-Lager kann man schon heute ausmachen:
- Nie mehr wird ein symetrischer Krieg von der Bundeswehr auszufechten sein, in dem man für das volle Spektrum von offensive vers. defense auf allen kleinsten Abschnitten gerüstet sein muss. Die Luftwaffe hat die Luftherrschaft
herzustellen - und deshalb wird das Heer auf einen friedlichen Himmel vertrauen können;
- Die “Paranoiker” der “ungewissen Zukunft” werden dagegenhalten, dass der Verlust von “Teil”-Fähigkeiten letztlich im Verlust von Gesamt-Fähigkeit endet.
U.E. ist die SysFla-Debatte ein exemplarisches Beispiel dafür, welchem langfristigen Trend diese Republik folgen will. SysFla wäre bummelig in 2020 relevant und hätte eine Wirkungsdauer von 25 Jahren. Eigentlich darf man sich (trotz
fortgeschrittenen Alters) nicht um Perspektiven herumdrücken, die bei 2050 liegen (wer Enkelkinder hat, dürfte damit keine Schwierigkeiten haben). {Ja, die Zukunft ist eine extraordinäre Kategorie} A400M: besänftigend
14. Februar 2008Gerhard Morsch wollte gestern “Optimismus rüberbringen”: “Es ist nicht alles so schlecht, wie die Gazetten berichten”. Im “Club der Luftfahrt” ( www.club-der-luftfahrt.de
) präsentierte der Projektleiter A400M des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB, in Koblenz) mit dem Titel “Die ersten A400M Flugzeuge zum Anfassen” einen sehr besänftigenden Ausblick über die Zukunft des Militärtransporters:- Die Verschiebung des für den Jan. 2008 geplanten Erstfluges um 9 Monate (+ 3 Monate “Risiko”) sei für Deutschland “nicht so tragisch”; die für April 2012 versprochene Anfangskapazität (IOC) von 12 Flugzeugen könne gehalten werden. In
2015/16 könne man bezüglich aller Lieferzusagen wieder ins Lot kommen;
- 2 Jahre hätten die Nutzer-Staaten erfolglos über ein gemeinsames MRO-Konzept (Maintenance, Repair, Overhaul) verhandelt (der gemeinsame Standort wäre ein Schnäppchen). Diese oder nächste Woche würden die Deutschen entscheiden, wer die nationale Ausschreibung gewonnen hat. Von den sechs Anbietern kommen zwei aus der Heimat: EADS und Lufthansa-Technik;
- Die Frage nach den zu erwartenden
Betriebskosten konnte Direktor Morsch nicht beantworten. Man wolle aber “dramatisch” unter die der C-160 TRANSALL kommen;
- Der neue deutsche Schützenpanzer PUMA sei zwar nicht in der 1996 vereinbarten Cargo-Load-Liste verzeichnet. Seit einer Woche läge dem BWB aber eine Studie vor, die den PUMA-Transport bestätige. Man müsse allerdings Platten zur Lastverteilung unterlegen, die in der Marge des Transportgewichts von 32 t enthalten seien;
- Ebenfallls kurz
bevor stehe der Erstflug einer C-130 HERCULES, in die eine komplette Einheit des Turboprop-Antriebes (der A400M) zu Testzwecken eingerüstet worden ist. Hier merkte man doch, dass der BWB-Direktor andächtig wurde. Sein besonderer Hinweis, dass das Getriebe als Problemzone “nicht zu unterschätzen” sei, bestätigt alte Unkenrufe der “Gazetten”.
{Optimismus ist halt abgrundtiefes Vertrauen zu den obwaltenden Mächten} |