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(l etztes Update: 21. November 2000) Priorisierung der Rüstungsbeschaffung Am 14., 17./18. August 2000 hat unter Vorsitz von General-Inspekteur Harald Kujat eine Sitzung stattgefunden, die man früher als Rüstungsklausur bezeichnet hätte. Weil es den Rüstungsrat formell noch nicht gibt, hat man halt den schönen Namen PriorisierungKonferenz mediiert. Wie auch immer: Bisher hiess es: schieben, strecken, streichen. Dazukommen ist jetzt: völlig neu einplanen, vorziehen, beschleunigen - eigentlich über einen 15-Jahres-Zeitraum. Erste Frage ist, wann der Bundeswehrplan 2002, der bis zum Jahr 2014 reicht (er enthält die Jahre 2000 und 2001 der 34. Finanzplanung), behandelt wird. Nach der "Weisung zur Ausplanung der Streitkräfte der Zukunft (WASK)" des General-Inspekteurs Harald Kujat ist der Zeitpunkt ungewiss, denn dort heisst es: Nach bisherigen Informationen hat die Konferenz nicht zu einer entsprechenden Beschaffungs-Liste geführt. GI Kujat hatte alle Teilnehmer "vergattert", nichts zu berichten. Neuer Hoffnungstermin für Ergebnisse ist nicht, wie bisher hier berichtet, der 31. August 2000, zu dem lt. WASK das: Die klaren Leitlinien, die sich aus DCI und ESDI (European Headline Goal) sowie den knappen Ressourcen ergeben, müssten zu den folgenden Grundsätzen führen, die auch in den Papieren von Scharping (incl. Minister-Weisung vom 29. Juni 2000), Weizsäcker und Kirchbach angesprochen werden:
Konsequenzen Die folgende Darstellung orientiert sich an
In der "Weisung zur Ausplanung der Streitkräfte der Zukunft (WASK)" des General-Inspekteurs Harald Kujat (Anfang August 2000) ist die Zielbeschreibung bezüglich der Modernisieriung der Ausrüstung wie folgt gelistetet: "- Aufgaben- und fähigkeitsorientierte Priorisierung der Ausrüstung zur Verbesserung der
- Ausrichten der Ausrüstung an den Einsatzerfordernissen unter streitkräftegemeinsamen Blickwinkel - Fortschreiben des "Ausrüstungszieles 2000+" mit konkreten Mengengerüsten auf der Basis der Richtungsentscheidungen, die während der im August 2000 vorgesehenen Priorisierungssitzung Materialinvestition zu treffen sind, - Schaffen planerischen Gestaltungsfreiraums durch Reduzierung und Verzicht auf Teilfähigkeiten von nachrangiger Bedeutung."
Nationale Lagebeurteilung Eckpfeiler-Papier Scharping (Ziff. 48 Abs.2, noch "erste Priorität):
4 Satelliten in zwei polaren Umlaufbahnen - 10 Jahre Nutzungsdauer - Plazierung mit russischen Raketen in 2003/2004 - Beschaffungsentscheidung 2000 - Kosten: ca. 700 - 800 Mio. DM - Auftragnehmer Astrium, Friedrichshafen (EADS)/OHB, Bremen. In der "Halbzeit-Bilanz" des BMVg heisst es: Lt. Eckpfeiler-Papier Scharping ist dies zur ersten Priorität zu rechnen (Ziff. 48). General a.D. Klaus Naumann (vormaliger Generalinspekteur und von 1996 bis 1999 Vorsitzender des Militärausschusses der NATO) bezeichnet den Nutzen dieser Massnahme als "fragwürdig" mit der Begründung, dass in der Kosovo-Krise eine "Kombination aus elektronischer Aufklärung und Spionage, ergänzt durch Bilder" die "entscheidenden Indikatoren" lieferten (WamS, 25.6.00). Sicher hat er recht. Dazu scheint das Satelliten-Zentrum der WEU im spanischen Torrejon hervorragende Aufklärungsarbeit zu leisten. Aber die "nationale" bzw. eigene "europäische" Satelliten-Kapazität ist nun einmal eine Image- und Stolz-Geschichte. Und dafür kann man ja schliesslich einiges hinblättern. Da die Plazierung der Satelliten in 2003/4 erfolgt, ist für den Haushalt 2001 zunächst mit Entwicklungskosten zu rechnen, die zunächst nur grob mit 100 Mio DM einzuschätzen wären; Titel: Forschung, Entwicklung und Erprobung. Haushalt 2001: kein Eintrag (Pilotprojekt nach dem CPM 2001)
Strategische Verlegefähigkeit (Deployability) Eckpfeiler-Papier S. 22 Ziff. 42 Abs 1: In der englischen Fachpresse sind bisher nur negative Aussagen der britischen und französischen Regierung zu dem Pooling-Vorschlagvon Min. Scharping zu lesen. Das BMVg sagt offiziell dazu: Bisher sind von den Luftwaffen-Chefs in der European Airgroup "Abstimmungsgespräche" geführt worden. Ihnen soll eine "Bestandsaufnahme" folgen, wobei unklar ist, ob mit ihr schon begonnen wurde bzw. wann sie begonnen wird. Nach der Bestandsaufnahme soll es eine "Koordinierungsstelle" geben und danach eine "Agentur". Diese Prozess ist aber als sehr langfristig einzustufen, heisst es offiziell.
Nach Darstellung des "EUROSATORY 2000 DAILY, einem News-Magazin-Dienst von Jane's während der Landwaffen-Messe in Paris (19. - 23. Juni) haben die französische und die britische Regierung die deutschen Pläne für eine "zentral kontrollierte militärische Transport-Flotte, in Deutschland stationiert" zurückgewiesen und als "frühreif und unnötig" zurückgewiesen. Nach dem Scharping-Papier "Informationen zur konzeptionellen Neuausrichtung" (ohne Datum, Download unter www.bundeswehr.de) wird sich Deutschland mit "ca. 20 %" am "Headline Goal" beteiligen, d.h. Aufgrund der Ergebnisse der BMVg-Studie (> > Lufttransport, siehe auch die anderslautenden Berechnungen der Airbus Military)
Der A400M-Vertrag sollte eigentlich bis Ende 2000 unterschrieben werden. Nach der Presse-Erklärung des BMVg vom 27. 7. 2000 heisst es jetzt: "Eine Vertragsunterzeichnung wird für das kommende Jahr angestrebt". Trotz dieser Verschiebung wären eigentlich ab 2001 deutsche Entwicklungskosten-Beiträge einzukalkulieren, denn AMC wird wohl kaum in für die gesamten Entwicklungskosten in Vorkasse treten wollen. Die Höhe der Entwicklungskosten ist nach der folgenden Rechnung grob ableitbar:
Die folgende Tabelle zeigt die Zahlen des ursprünglich von den Staaten genannten Bedarfs und die daraus resultierende Werk- und Kosten-Anteilsberechnung (schwarze Zahlen = 288 Flgz.). Angesichts der in der Tabelle dargestellten Anteilsberechnung haben sich die Nationen mit einem im Vergleich zu Deutschland teilweise doch nicht unerheblich geringeren "Gewicht" bei der Verteilung der Führungsaufgaben reichlich eingedeckt:
(Anteilsberechnung (schwarze Zahlen) gemäss der A400M-Broschüre von DaimlerChrysler, Juni 2000, S. 6, ursprünglich gemeldeter Bedarf. Anteilsberechnung gemäss der tatsächlichen Bestellungen: rote Zahlen; d. Verf.)
Haushalt 2001/neu: rund 560 Mio. DM (tatsächlich im Epl. 14: Leerstelle; Finanzierung offen) Im Epl. 14/2001 ist die A400M (allerdings noch als FTA) im Kapitel 1419, (Beschaffung von) "Flugzeuge, Flugkörper und flugtechnisches Gerät" vertreten, allerdings mit Null DM/Euro. Inzwischen ist eindeutig klar, dass die Finanzierung der A400M definitiv nicht in der allgemeinen Finanzplanung enthalten ist. Seit dem 16. 11. 2000 gibt es eine Verpflichtungs-Ermächtigung über 10 Mrd. DM für das A400M. Erst die Vorlage des Rüstungsplans 2002 kann nachweisen, wie es mit der langfristigen Finanzplanung wirklich aussieht. Hinter dem Terminus "Commercial Approach", der deutscherseits jetzt gern ins Feld geführt wird (vgl. A400M-Bericht des BMVg und VE/A400M ) verbirgt sich nichts anders als folgendes:
{O. K.: Ab 2006 muss der Finanz-Minister ein (Wunder-)Doktor sein}
See-Transport Die von VertMin Scharping im Mai 1999 vorgelegte "Bestandsaufnahme" - S. 83 - verzeichnet die Forderung nach 3 See-Transportern. Bisher ist unter dem Stichwort "Einsatztruppenunterstützungsschiff" (ETrUS) ein Entwurf der MTG Marinetechnik GmbH im Gespräch. Sie favorisiert ihren Entwurf des "Mehrzweckschiffes Kl. 707" aus dem Jahr 1995. Das Bw-Projekt ETrUS ist eines der sieben Pilotprojekte des neuen Beschaffungsverfahrens CPM 2001 und wird dort bezüglich des Phasenstandes wie folgt charakterisiert: Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Lüssow, ist in der Zitat-Liste 2000 mit dem Ausspruch vermerkt: "Ich muss das nicht fordern, sondern das Heer." Heeres-Inspekteur General Willmann will es andererseits auch nicht fordern. Gemach: Das ist noch altes Teilstreitkraft-Denken. Weitere Einzelheiten > > See-Transport Luftbetankung Die Luftbetankungs-Kapazität ist im "Eckpfeiler" nicht expressis verbis angesprochen; sie gehört jedoch zu dem Oberbegriff "Strategische Verlegefähigkeit". Die Luftbetankungs-Kapazität ist in den bis vor kurzem veröffentlichten, offiziellen DCI-Papieren nicht expressis verbis angesprochen worden. Dies ist erstmals festzustellen in einem Background-Paper der US-Defense Trade Security Initiative ("Background on Expedited License Review Process for DCI") vom 24.5.2000 (www.state.gov) und in der "Erklärung zur Lage auf dem Balkan und zur Initiative zur Verteidigungsfähigkeit" der Verteidigungsminister des Nordatlantikrates vom 8. Juni 2000. Während Frankreich und England über Kapazitäten verfügen, fehlt Deutschland jede Kapazität. Es liegt dem für Rüstung zuständigen Staatssekretär Dr. Walther Stützle jedoch ein unterschriftsreifer Vertrag vor, der die Beschaffung von 4 Rüstsätzen für Luftbetankung vorsieht, die in den Airbus 310- MRT eingebaut werden können (Airbus 310-MRTT). Die Lieferung ist von Ende 2002 bis Ende 2003 vorgesehen. Das Finanzvolumen insgesamt 255,7 Mio. DM. Der Haushalts-Ausschuss entscheidet am 6. 12. 2000 über die Beschaffung. Kommunikations- und Führungsmittel Eckpfeiler: "Zweite Priorität haben leistungsfähige, untereinander kompatible Kommunikations- und Führungsmittel als Schrittmacher der Interoperabilität und Grundvoraussetzung für einen streitkräftegemeinsamen und multinationalen Systemverbund."
Bisheriger Ansatz: Bw-eigene Beschaffung - Kostenschätzung: zweistelliger Mrd.-Betrag. Nach neueren Informationen wären für 2 Satelliten 12 Mrd. DM fällig gewesen.
Die derzeitigen Entwicklungslinien sind: Beteiligung an einer 6-Maschinen-NATO-Flotte zur weiträumigen Bodenüberwachung, Zielverfolgung und -zuweisung aus der Luft (vgl. AWACS). Referenz-Modell ist das US-System JSTARS, zu dem das System der europäischen Staaten kompatibel sein müsste. Derzeit bestehen drei Gruppen: Die AGS-Kosten für 6 Maschinen und 24 Bodenstationen werden mit 2 Mrd. US$ angegeben, der Zeitraum für die Erst-Einsatzfähigkeit ist 2008. Wichtig dazu ist die Entwicklung dieser Fragen in den USA. Bisher wurden dort etwa 800 Mio. US$ in die Weiterentwicklung des JSTAR-Systems investiert unter dem Programm RTIP (Radar Technology Insertion Programm). Derzeit ist dieses Vorhaben gekürzt worden und für 2002 ist keine weitere US-Finanzierung vorgesehen. Neu in die Debatte gekommen sind modulare, skalierbare Radare, die von dem unbemannten Flugkörper (Unmanned Aerial Vehicle = UAV) des Typs Global Hawk aufgenommen werden können. Das UAV Global Hawk ist im Kosovo-Krieg erfolgreich eingesetzt worden und wird von Insidern als wegweisende Lösung bezeichnet. In diese Richtung ist auch die zwischen EADS/DCS und Northrop Grumman vereinbarte Kooperation zu verstehen. STN Atlas hat zwar lt. Firmen-Prospekt mit dem "unbemannten, hochfliegenden, weitreichenden Aufklärungssystem mit langer Flugzeit (HALE = High Altitude Long Endurance)" auch einen Lösungsvorschlag offeriert, der auch auf Global Hawk basiert, aber die EADS/DCS hat augenscheinlich die Nase vorn, weil sie mit Northrop Grumman die Kooperation besiegelt haben. STN Atlas ist aber weiter im Rennen: Das Projekt AGS ist enorm wichtig: Falls die Luft/Boden-Überwachung durch Systeme wie JSTAR und verbesserte Folge-Systeme so gut sind wie es scheint, gehen alle, insbesondere vom Heer favorisierten Systeme wie Brevel und Luna 2000 den Bach runter. Deshalb wird vor weiteren Entscheidungen erst einmal ein "Aufklärungskonzept Bundeswehr" erarbeitet. Es ist voraussichtlich Ende 2000 fertig. Eins ist sicher: Die Zeiten der Eigenbr(l)ödeleien der Teilstreitkräfte sind vorbei. Haushalt 2001: im Beschaffungstitel 0 (ob "SOSTAR" weiter Gelder kriegt, wissen wir nicht); Entwicklungskosten werden mit Sicherheit anfallen.
Lt. Scharping-Papier haben die Führungssysteme "zweite Priorität" (Ziff. 48); im "Kirchbach"-Papier (S. 42) werden die Einzelheiten beschrieben: Der gesamte Bereich "Kommunikation" wird mit dem neuen Beschaffungsverfahren "Costumer Product Management (CPM 2001)" abgewickelt. "Herstellen der KRK-Interoperabilität" ist eines der sieben sog. "Pilot-Projekte" des SPM 2001. Alle 22 CPM 2001-Vorhaben incl. "Herstellen der KRK-Interoperabilitätwerden - upgedatet - unter www.wirtschaft.bundeswehr.de aufgeschlüsselt, nicht jedoch der Fortgang der verbleibenden 6 Pilotprojekte ETRuS, Schützen-Pz, SAR-Lupe, Nachtsicht-Fähigkeit Tornado (Night Googles oder FLIR), EMIR II und Marine-Drohne, die die EADS mit Seamos wohl sicher in der Tasche hat, (neu) die aber noch nicht durch ist (wegen der Erstellung des Aufklärungs-Konzeptes Bw). Das Projekt 9.4.1 bezeichnet das "Schaffen eines leistungsstarken Kommunikations- und Datennetzes" (flächendeckend, Fest- und Mobilnetz). Damit ist das alles überwölbende Kommunikations-Nezt gemeint. Die Auswertung der eingegangenen Angebote ist augenscheinlich abgeschlossen. Natürlich wird das Ding "politisch" entschieden Wir lehnen strikt jede Wette ab, die nicht auf Ron lautet. Das Interessanteste dürfte wohl eine Kostenschätzung sein. Dazu liegt ein für deutsche Finanzplaner absolut abschreckendes Beispiel aus den USA vor, das gut auf die Bundeswehr gespiegelt werden kann:
Das Projekt 9.4.2 (Pilotprojekt CPM 2001; Konzept/Architektur-Studie) beinhaltet "Herstellen der KRK Interoperabilität" der Kommunikationssysteme
Die (dtsch.) Telekom hat den bis zu 30 Mio. DM begrenzten Vertrag gewonnen. Das Projekt 9.4.4 beinhaltet die "Harmonisierung der Führungsinformationssysteme (FüInfoSys)" (Konzept/Architektur-Studie). Die Projektbeschreibung lautet: "Der elektronische Austausch von Informationen zwischen allen IT-Arbeitsplätzen eines jeden Nutzers im FüInfoSys-Verbund und die Herstellung einer 'Internet/Intranet-Interoperabilität' im Verbund der FüInfoSys soll als erstes realisiert werden. Danach folgt die Erstellung eines aktuellen Lagebildes im FüZBw sowie die Herstellung einer Interoperabilität zwischen Datenbanken." Unsere Anfrage zum Stand der Projekte 9.4.1/2/4 ist beim BMVg ist ordnungsgemäss bearbeitet worden. Nur haben leider diejenigen, die auf den Informationen sitzen, dann letztlich geblockt. Dafür haben wir von anderer Seite die folgenden Infos der Kategorie "Gerüchte" zum Projekt 9.4.4 erhalten:
Kommentar: Es lohnt sich wohl, dieser Sache nachzugehen - und das könnte am besten die Politik. Klar ist, dass die Deutsche Telekom nicht über die Kompetenz verfügt, die Projekte 9.4.2 und 9.4.4 abzuarbeiten. Sollte es Zufall sein, dass die Telekom alle Kommunikations-Projekte gewinnt? Den Verantwortlich sollte es eigentlich klar sein, dass sie mit der Aufhebung des Wettbewerbs ihr eigenes Grab schaufeln. Ganz abgesehen davon, dass eine derartige Politik absolut leistungsfähige und kompetente Firmen des "Mittelstandes" beschädigt. Aber es geht sicher darum, der Dtsch.Telekom im Wettbewerb der Global Player den Rücken zu stärken. Bei solch' hehren Strategien sind wir dann auch gleich ganz still. Und wir wünschen viel Spass mit dem Monopolisten, der z. B. uns als Nutzer von T-DSL und T-Online jeden Tag zeigt, wie kompetent er ist. Ganz wichtig ist: Alle Vorhaben im Bereich InformationsTechnologie (IT) sind nicht in den bisherigen Finanzplanungen enthalten. Haushalt 2001/neu: derzeit nicht abschätzbar; Grössenordnung ungefähr rund 100 Mio. DM
Anpassung der Ausrüstung (vgl. dazu auch Deutschland / Facts) Mit der Ziff. 49 des Eckpfeiler-Papiers endet die klar bezeichnete Prioritäten-Folge und es wird in sieben Absätzen die "Anpassung der Ausrüstung" beschrieben. In der Tabelle (S. 24) werden Beispiele für den Aufbau und die Verbesserung von Systemen sowie Reduzierungs-Umfänge (meistens prozentual) aufgeführt. Im folgenden werden die 7 Absätze der Ziff. 49 nacheinander abgehandelt: Absatz 1: Heer Lt. Eckpfeiler-Papier soll die Zahl der Kampfpanzer um 35 % reduziert werden. Von den Leo 1 sind kaum noch Exemplare vorhanden. Würden die 1.800 Leopard 2 um 35 % reduziert, wären das 630 Stück, die als Effizienz-Gewinne (an wen?) verkauft werden könnten. Der Bereich der Flugabwehr-Systeme soll um 45 % reduziert werden. Das Heer verfügt über
Das Eckpfeiler-Papier weist in der Tabelle aus, dass nur 110 Unterstützungs-Hubschrauber des Typs TIGER beschafft werden sollen, eine Reduzierung um 45 % vorgenommen werden soll. Der geplante Bedarf lag bei 212 Stück. Zunächst sind 80 Stück bestellt, die ab 2002 zufliegen. Eine aktuelle Entlastung des Haushaltes findet damit nicht statt. Die Eckpfeiler-Angaben zur PzHaubitze 2000 (185 Stück), Reduzierung um 25 %, sind leicht missverständlich, denn mit der Zahl 185 ist nur das 1. Los gemeint, dass bis 2002 zuläuft. Der bisherige Bedarf von 560 Stück wird wohl um 25 % gekürzt (= 420 Stück). Das schafft Entlastung des Beschaffungstitels etwa nach 2006. Luftwaffe In der Tabelle ist eine Reduzierung der Kampf-Flugzeuge um 25 % angekündigt, womit wahrscheinlich gemeint ist, dass 1 JagdBomber-Geschwader und 1 Jagd-Geschwader gestrichen werden (Kirchbach-Eckwerte). Von Kennern der Luftwaffen-Szenerie wird plausibel geschlossen, dass 100 Tornados gegrounded werden. Die Luftwaffe will aber nicht einen einzigen Tornado hergeben, weil der Klarstand rottenschlecht. Hier könnte durch eine schnelle Entscheidung Geld für Investitionen erwirtschaftet werden. Dies gilt wahrscheinlich besonders für den Flugbetrieb der MiG 29 beim Jagdgeschwader 73 "Steinhoff" in Laage, in dem das Ende des Flugbetriebs mit der MiG 29 erst für das 1. Quartal 2004 (!) vorgesehen ist. Aber wenn die Betreuungs-Verträge mit der Industrie bis dahin festgelegt sind, wird diese Alternative nicht bestehen. Ein Riesen-Problem ist die Phantom F4F. Lt. Plan endet der Flugbetrieb der letzten Staffel im Jahre 2010. Fraglich ist, ob nicht eine sehr viel frühere Ausmusterung zu überlegen wäre dadurch, dass man für die Lösung der Luftwaffen-Aufgabe "Wahrnehmung hoheitlicher Rechte" den "Tornado" einsetzt. Die Experten werden zwar die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber prüfen sollte man das in aller Ruhe. Höchstwahrscheinlich ist dieser Vorschlag aber Quatsch, denn lt. SPIEGEL (35, 28.8.2000) erfordert der Tornado statt der versprochenen 33 tatsächlich 75 - 80 Wartungsstunden pro Flugstunde (kostet 40.000 DM) und ist damit so wartungsintensiv wie die 30 Jahre alten F4F Phantoms. Nach neuesten Informationen soll deswegen die Ablösung der ersten Tornados durch Typhoon (in der Jagd-Bomber-Rolle) schon etwa 2008 erfolgen und nicht wie bisher nach 2010 oder noch später. Für den Bereich FlaRak (Hawk/Patriot) der Luftwaffe wird eine 25 %ige Reduzierung angekündigt. In den Kirchbach-Eckwerten wird von der Reduzierung von 6 auf 4 FlaRak-Geschwadern gesprochen. Auch hier gilt: eine schnelle Umsetzung erbringt Investitionsgelder. Marine Wie immer kommt die Marine gut weg. Lt. Scharping-Tabelle sollen die 30 Schnellboote nur um 35 % reduziert werden. Das müssten die 10 ältesten, Tiger-Klasse S-148, sein; 20 bleiben im Dienst und warten auf ihre Ablösung durch die Korvette 130. Ob die Indiensthaltung von 30 SchnellBooten sinnstiftend ist, muss bezweifelt werden. Nach unseren neuesten Informationen (siehe GI-Kujat-Interview) kommt's so: Es wird nur die Gepard-Klasse (10 S-143A) in Dienst gehalten. Auch die U-Boote stehen mit einem Reduzierungsvoumen von 35 % in der Tabelle. Auch hier wären es 33 1/3 %, wenn damit der Ersatz der 12 U-Boote der Klasse 206A durch 8 der Klasse 212A gemeint wäre. Würden aber 4 U-Boote 206 A sofort ausrangiert, wären sicher grössere Einsparungen zu realisieren. Wagt es niemand, die Frage des Marine-Geschwaders 2 in Eggebek (50 Marine-Jabo Tornado) anzusprechen? Kann die Luftwaffe keine Seeziele angreifen? Ist aber auch Quatsch, denn die Marine-Führung wünscht sich zukünftig Flugzeuge, die auf Flugzeugträgern der NATO-Partner landen können. Neuester Stand (20. 11. 00): Da nur 25 Marine-Tornados kampfwert-gesteigert werden, wird' s dünner. Zwischenfazit Würden die Reduzierungen rasch umgesetzt, liessen sich erhebliche Betriebskosten-Einsparungen realisieren. Entscheidende Frage dabei ist natürlich, ob und wie man die dienstlich-persönlichen Probleme der betroffenen Beschäftigten der Bw lösen kann, denn die radikale und eilige Ausserdienst-Stellung von veralteten und überflüssigen Systemen hätte einen Kommandierungs- und Versetzungs-Zirkus zur Folge, denn die Bundeswehr so noch nicht erlebt hat.
Die Modernisierung der Ausrüstung Absatz 1 der Ziff. 49 der Scharping/Eckpfeiler sowie die Abs. 2 bis 7 beinhalten im wesentlichen die Modernisierung der Bewaffnung und Ausrüstung der Bw:
Die nachfolgende Listung ist aus Angaben der Fachpresse zusammengestellt und zeigt die derzeitige Beschaffungs-Planung auf der Zeitachse; korrigierende Hinweise sind willkommen.
Nicht in dieser Austellung enthalten sind die folgenden Systeme, die (dringend) beschafft werden müssten:
Die dänische Regierung macht es den Experten vor: Sie kauft für 40 Mio. US$ die Präzisionsmunition "Joint Direct Attack Munition (JDAM)", hergestellt von Boeing. . Ergebnis der US-Erfahrungen mit Präzisionsmunition im Kosovo-Krieg war, das insbesondere JDAM wegen der All-Wetter-Tauglichkeit sehr erfolgreich war. Eine ungelenkte "einfache" Bombe (z. B. BLU 109) wird mittels eines GPS-"tail kit" ins Ziel gelenkt. Kosten des GPS-Kits: 18.000 US$. (dieser Preis ist in Vergleich zu der groben Einschätzung zu setzen, das Präsizisionsmunition in der Preisklasse von 300.000 - 1 Mio US$ + liegt). Anmerkung zu Ziff. 20 der Tabelle: N icht in der Tabelle enthalten, aber wichtig ist das System MEADS (Medium Extended Air Defense System). Dabei ergibt sich die folgende Lage:
Weil MEADS das letzte US/deutsche Kooperations-Programm ist, haben nicht wenige Offizielle auf deutscher Seite "gewisse Bedenken", dem Programm den Fangschuss zu geben. (Neu: 20.11.00) Noch wichtiger ist, dass neue konzeptionelle Überlegungen platzgreifen. Erkennbar wird, dass eine Punkt/Flächen-Verteidigung Deutschlands, besser Europas, durch derart wahnwitzig teuere Systeme wie MEADS nicht zu leisten ist. Die (konzeptionelle) Alternative dazu ist eine see-basierte Luftverteidigung gegen jegliche modernen Bedrohungen. Mit einer im Mittelmeer stationierten Luft-Abwehr-Flotte wäre man in der Lage, der nur aus dem Süden denkbaren potentiellen Bedrohung zu begegnen, nach 2010. Da aber die Haltung der Bundesregierung zu Fragen einer Raketen-Abwehr-Fähigkeit als bekannt vorausgesetzt wird, halten wir erst einmal inne. Demnächst werden wir uns einmal den Stoiber-Vorschlag anschauen, der im Kujat-Interview irgendwie doch positiv weggekommen ist. Damit keiner sagt, dass sei ja alles noch weit hin (2010): Das (finanzierte) Mandat der MEADS-Truppe läuft am 31. 12. 2000 aus. (Ende neu) Ebenfalls fehlt in der Tabelle
Aber bis zum Jahresende 2000 soll der 15 Jahre umfassende Bundeswehr-Plan 2002 fertig sein. Schaun 'mer mal, was wir davon sehen.
(laufende NDV/KWS/Up der Tabelle)
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