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Abzug immer unrealistischer

Afghanen weit davon entfernt die Kontrolle übernehmen zu können

Ein Statement von Generalleutnant Bill Caldwell, dem Leiter der NATO Ausbildungstruppe in Afghanistan, dämpft alle amerkanischen Hoffnungen, dass der angekündigte Abzug nächstes Jahr in signifikanter Weise überhaupt beginnen kann. Wie AP berichtet, nannte Caldwell Facts and Figures. Caldwell unterstrich, dass selbst bis Ende Oktober, also drei Monate nach dem von Obama ins Auge gefassten Termin, die afghanische Armee und Polizei bei weitem nicht die angestrebte manpower haben werde.

Das selbst gesteckte Ziel der NATO ist eine Zahl von 305.600 für Militär und Polizei, aufgeschlüsselt in 171.600 für die Armee und 134.000 für die Polizei. Aktuell hat man eine Anzahl von 249.500, davon 134.000 bei der Armee und 115.500 bei der Polizei erreicht. Das klänge auf den ersten Blick nicht schlecht, so Caldwell, aber die Quoten von Soldaten und Polizisten, die entweder desertierten oder verletzt seien, sei so hoch, dass man einrechnen müsse, weitere 141.000 Bewerber ausbilden zu müssen, um die fehlenden 56.000 wirlich zu bekommen.

Weiter führte Caldwell aus, dass die Afghanen immer noch ihren Zielen hinterherliefen, Kräfte für ihre Sicherheitskräfte zu rekrutieren und auszubilden und es von daher keine realistische Schätzung gebe, wann Kabul die Kontrolle selbst über die friedlichen Gebiete Afghanistan's übernehmen könne. Weiter machte er klar, dass die USA und die internationale Gemeinschaft die afghanischen Sicherheitskräfte noch über eine lange Zeit bezahlen müssten, auch wenn die NATO Truppen schon abgezogen seien. Die USA hätten diesbezüglich ein bleibende Statement abgegeben, unterstützend tätig zu bleiben. Nur so könnten erwähnenswerte Fortschritte gemacht werden, wie etwa, dass man die afghanische Armee und Polizei verdoppelt habe, gemessen an den vergangenen Jahren. Caldwell erklärte dazu, dass man die Rekrutierung und  Werbung durch die Zahlung von Handgeldern unterstützt habe, besonders bei der afghanischen Polizei und letztlich habe auch einer Geist für die Dringlichkeit bei der afghanischen Regierung geherrscht, die Rekrutierung voranzutreiben. In diesem Zusammenhang hätten die USA mehr Polizei- und Militär-Trainer nach Afghanistan geschickt.

Nimmt man diese Ausführungen und denkt man an Ausführungen von Generalmajor Fritz und anderen, sieht das alles nicht nach einem realen Beginn eines Abzuges in 2011 aus.

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