Skip to main content

Ausbilder werden bevorzugt

Petraeus gibt Empfehlung an das BMVg

Isaf-Kommandeur David Petraeus braucht deutsche Ausbildungskräfte dringender als Tornados. Deutschland hat zu Jahresbeginn drei Ausbildungsbataillone zugesagt, das zweite soll Ende Oktober einsatzbereit sein - „verdammt spät“ ,so Petraeus. Leisten die Europäer, leisten die Deutschen zu wenig in Afghanistan? Der amerikanische General David Petraeus, Kommandeur der internationalen Isaf-Truppe, hat darauf jetzt in einem Interview der „Bild“-Zeitung nicht mit Ja oder Nein geantwortet, sondern mit dem vielschichtigen Satz: „Ich habe in den letzten Jahren gelernt, um Minenfelder herumzugehen anstatt mitten hindurch.“

 
Er fügte dieser Formulierung hinzur:"Ich kann aber sagen, dass die 100 Ausbilder, die Deutschland zur Verfügung stellt, schon sehr hilfreich sind.“ Die Bundeswehr hat - offizieller Stand Dienstag - 4725 Soldaten im Afghanistaneinsatz, und im Sommer hat sie ein erstes sogenanntes Ausbildungs- und Schutzbataillon gebildet.

Bedarf an Trainern dringender

In diesem Zusammenhang muss auch der Brief von Petraeus gesehen werden, den er an Deutschland sendete. Der US-General hatte dem deutschen Generalinspekteur Volker Wieker am 12. August in einem Brief empfohlen, die sechs deutschen Tornados abzuziehen und die dadurch freiwerdenden Personalressourcen in die Ausbildungsprogramme der Schutztruppe für die afghanische Armee zu stecken. Das Angebot der Überwachungsflüge sei zwar "großzügig", und die Jets seien "wertvolle Aufklärungsmittel". Angesichts der Begrenzung des deutschen Afghanistan-Mandats auf derzeit bis zu 5350 Soldaten und "unserem dringenden Bedarf an Trainings- und Beratungseinheiten", lautete Petraeus' Vorschlag, solle Deutschland jedoch besser mehr Truppen am Boden bereitstellen als die Tornados weiterfliegen zu lassen.

Jetzt kommentieren:

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Weitere Artikel

  • Dass der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General David Petraeus, so eindringlich vor der bis zuletzt möglichen öffentlichen Koran-Verbrennung in den USA zum 11. September gewarnthat, hat einige Politiker in den USA erreicht und dazu beigetragen, dass auch in den USA die Debatte heftiger wurde und letztendlich der Druck so groß wurde, dass sie abgesagt worden ist.

  • Wie der Focus berichtet, macht die NATO nach Aussage von General David Petraeus beim Aufbau der Sicherheitskräfte in Afghanistan deutliche Fortschritte. Bei den Operationen in Kandahar übertreffe die Zahl der eingesetzten afghanischen Truppen stellenweise bereits die der ISAF. „Das geht genau in die richtige Richtung“, wird Petraeus zitiert. Einsatzfähige afghanische Sicherheitskräfte sind die Voraussetzung für eine Übergabe der Verantwortung an die Regierung in Kabul bis 2014 und den schrittweisen Abzug der NATO-Truppen.

  • General Stanley McChrystal, Kommandeur der ISAF sowie der US Forces in Afghanistan, musste heute wegen einigen, vorab bekannt gewordenen, "suboptimalen" Äußerungen im "Rolling Stone Magazine" (erscheint am Freitag) zu seinem Commander-in-Chief Obama. Stellte sich die mittlerweile beantwortete Frage ob McChrystal nach dem Meeting mit den Zusatz "retired" das Oval-Office verlässt. Für ein "Bello" und dann weiter sprach angeblich, dass die amerikanische Strategie in Afghanistan untrennbar mit dem Kommandeur McChrystal verbunden ist.

  • Wie man in einigen Medien lesen konnte, hat der Oberbefehlshaber der ISAF-Truppen in Afghanistan, General Petraeus, seine Soldaten mit einem "martialischen" Appell auf die neuen Operationen gegen die Taliban eingeschworen.

  • Zur Entlassung des Afghanistan-Oberkommandierenden General McChrystal durch Präsident Obama erklärt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Gernot Erler:

    Präsident Obama hatte keine Wahl. Ein Kommandeur, der einen Artikel wie den in "Rolling Stone" nicht verhindert, zeigt tatsächlich "schlechtes Urteilsvermögen". Wer aber die Verantwortung für mehr als 100.000 Soldaten im Einsatz trägt, braucht ein sicheres Urteilsvermögen.