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Bilanz des Afghanistankriegs

Friedensgutachten 2010

Das Friedensgutachten 2010 zieht im neunten Jahr des Afghanistankriegs kritisch Bilanz. Die Autoren prüfen die neue westliche Strategie und diskutieren Abzugsperspektiven. Friedenspolitisches Ziel muss sein, die Sicherheit der Menschen in Afghanistan nachhaltig zu verbessern. Wie lassen sich Aufständische in die Befriedung des Landes einbeziehen? Diese Frage stellt sich nicht nur in Afghanistan, wie die Bürgerkriege und Gewaltkonflikte in Nigeria und im Sudan, im Jemen und im Nahen Osten, im Nordkaukasus, in Kolumbien und in Sri Lanka zeigen. Eine wichtige Motivation und Rechtfertigung für nichtstaatliche Gewaltakteure ist der Kampf gegen Ungerechtigkeit. Sicherheitsgarantien, materielle Anreize und Partizipation können Wege aus dem Bürgerkrieg ebnen.
Zudem untersuchen die fünf beteiligten Institute die Folgen der Weltwirtschaftskrise für Rüstungsbudgets, die Millennium Development Goals und fragile Staaten und schlagen Schritte in eine atomwaffenfreie Welt vor.
Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Jahrbuch der fünf Institute für Friedens- und Konfliktforschung in der Bundesrepublik. Es erscheint seit 1987. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen untersuchen die internationale Konfliktrealität aus friedensstrategischer Perspektive. Auf ihre Analysen stützt sich die Stellungnahme der Herausgeber und Herausgeberinnen. Sie zieht Bilanz, pointiert die Ergebnisse und formuliert Empfehlungen für die Friedens- und Sicherheitspolitik in Deutschland und Europa.

Die beiden nachstehenden Links bringen Sie zur Inhaltsbeschreibung der Kapitel und zum kommentierenden Statement der Verleger.

Link 1 (Stellungnahme)

Link 2 (Zusammenfassungen der Einzelbeiträge)


 

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Weitere Artikel

  • Seit langem steht die Forderung nach einer Bilanzierung und Wirksamkeitsevaluierung des deutschen Afghanistan-Einsatzes und -Engagements im Raum. Winfried Nachtwei, ehemaliger MbB der Grünen und Afghaniostan Experte, drängt  seit Sommer 2006 darauf. Gefordert wird sie längst auch von vielen anderen, insbesonders von Militärs. Die USA, Kanada, Niederlande u.a. liefern ihren Parlamenten und Öffentlichkeiten inzwischen solche regelmäßigen Analysen, machen dadurch die eigenen Anstrengungen überprüfbarer und bewertbar.

  • Warum auch immer man das ziemlich öffentlich verkündet: Die NATO hat eine neue Versorgungsroute über Russland und Zentralasien nach Afghanistan eröffnet. Dies soll eine wichtige Alternative zu den Linien durch Pakistan schaffen, die von Aufständischen heftig attackiert werden. Der erste Nachschub über die neue Route sei am 9. Juni eingetroffen, hieß es in einer Erklärung der NATO am Rande des Verteidigungsministertreffens am Freitag in Brüssel.

  • Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaft) hat, wie versprochen, eine Schätzung zu den Kosten der deutschen Beteiligung in Afghanistan vorgelegt. Die Autoren Tilman Brück, Olaf de Groot und Friedrich Schneider arbeiten dabei mit drei möglichen Szenarien/Annahmen zum weiteren Verlauf der deutschen ISAF-Beteiligung. ("Die erste Schätzung der Kosten der deutschen ISAF Beiteiligung")

     

  • In Deutschland wird eine ernsthafte Diskussion über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gefordert. Aber wie macht man sich kundig? Die Angehörigen im US-Kongress haben einen Vorteil, ihnen muss man per Gesetz berichten. Am Mittwoch kam der Bericht über die Fortschritte im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität in Afghanistan. ("Report on Progress Toward Security and Stability in Afghanistan")

    Einige Punkte zur aktuellen Gesamtsituation: (Stichtag 31. März 2010)

  • Wie man von US-Verteidigungsminister Robert Gates vorgestern hörte, hat die Nato-Truppe nur mehr bis zum Jahreswechsel Zeit, den Krieg in Afghanistan für sich zu entscheiden. In eine ähnliche Richtung gehen Äußerungen aus Deutschland, die  Eigenverantwortung der Afghanen auf ein neues Niveau zu heben.