Was lange währt, wird offensichtlich nicht immer gut. Die Kollegen vom Deutschlandradio waren jedenfalls verwundert über eine Aussage des Verteidigungsministeriums, "die Bundeswehr befinde sich im Bereich der Computer Network Operations noch in der Konzeptionsphase."
Wir sind es auch, denn dass es in diesem Bereich schon längstens zu handeln galt, kann an niemanden vorbei gegangen sein. Die Angst vor Cyber-Attacken ist nötig und ihre reale Existenz unbestritten. Wire alle erinnern uns noch an den Angriff chinesischer Hacker auf's Kanzleramt. Auch Rüsungsunternehmen und andere Industriezweige und Banken waren betroffen.
Und: natürlich auch die Bundeswehr selbst. Da muss es einen verwundern, dass die Bundeswehr Jahre später noch in der Konzeptionsphase ist, während Partnerländer längst reagiert haben. Sie heuerten Spezialisten an, um die Risiken zu minimieren, denn die moderne Militärtechnik basiert auf Computern, Netzen etc. Diese Erkenntniss findet sich aber auch in allen wichtigen NATO-Papieren, unter anderem auch in dem im Mai erschienen Experten-Report "NATO 2020", in dem auf Seite 11 dezidiert über "Cyber-War" philosophiert und seine Bedeutung unterstrichen wird. Wen es interessiert und falls der Report gerade nicht griffbereit ist, dann hier das pdf anschauen.








Ich wundere mich über die Feststellungen,dass die Bundeswehr hinsichtlich Cyber über die Konzeptionsphase nicht hinausgelangt ist.
Nun,wie ist diese Meldung von 2009 zu verstehen?
"Die Bundeswehr baut derzeit eine spezielle Einheit für die Abwehr von Cyber-Angriffen auf. Das meldete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel.
Demnach sind 76 Bundeswehrangehörige in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach bei Bonn damit beschäftigt, die Abteilung 'Informations- und Computernetzwerkoperationen' ins Leben zu rufen. Im kommenden Jahr solle die Einheit unter dem Kommando von Brigadegeneral Friedrich Wilhelm Kriesel voll einsatzfähig sein,hieß es."
(Quelle des Zitats: http://www.silicon.de/sicherheit/management/0,39039020,41000188,00/bundeswehr_hacker_in_uniform.htm)
Das mag unter anderem daran liegen, das die Bundeswehr-ganz besonders jedoch ihre militärische UND politische Führung-träge wie ein vollbeladenes Schiff und flexibel wie die berühmte Bahnschwelle ist...
Als es seinerzeit darum ging, den Internet-Auftritt einer Bw-Universität neu zu gestalten, hat man sich nach monatelangen Ausschreibungen für ein (irrsinnig teures) ziviles Unternehmen entschieden-anstatt die IT-Studenten der UniBw dieses im Rahmen einer Projektarbeit zum "Nulltarif" durchführen zu lassen.
Ähnliches siehe "Herkules"...
Alles, aber wirklich ALLES
-zu langsam
-zu unflexibel
-zu bürokratisch
Und wenn es dann "kommt":
-zu alt
-überholt
-nicht mehr auf dem aktuellen "Stand" der Zeit
-nicht mehr benötigt
-kann nicht, was es eigentlich sollte
Das lässt sich nicht nur auf die IT-Arbeit der Bundeswehr anwenden...
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