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Bomben als Entlastung

Gedankengänge in den USA

In den USA scheint Bewegung in die Diskussion zu kommen, wie man mit der iranischen Atomanlage russischer Herkunft umzugehen hat. So äußerte sich jetzt John Bolton, früher UN-Botschafter der USA, und meint, dass Israel den Iran innerhalb der kommenden Tage bombardieren müsste, um die Fertigstellung der Atomanlage in Bushehr zu verhindern. "Der Iran ist steht davor seine erste Atomanlage, gebaut mit russischer Hilfe, in Gang zu setzen. Dies wird am 21. August geschehen. Dann ist für Israel zu spät etwas zu unternehmen. Jeder Angriff würde radioaktive Strahlung freisetzen, die die Zivilbevölkerung schädigen würde und das in einem dicht besiedelten Gebiet. Darüber kann man nicht mehr nachdenken", sagte Bolton und schloss: "Wenn Israel etwas tun will, dann muss es jetzt sein".
Gedankengut in dieser Richtung, nur mit den USA als handelndem Akteur war auch der Zeitung "The Atlantic" zu entnehmen. So sinierte Elliott Abrams, bekennender Republikaner, dass es ihn überraschen würde, wenn Präsident Obama einen Bombenangriff befehlen würde, um ein Ventil für den innenpolitischen Druck zu schaffen, unter dem er und seine Demokraten derzeit stehen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da hält es jemand für duchaus möglich, dass der US-Präsident mal ein paar Bomben abwerfen lässt, um sich innenpolitisch ein paar Fleißkärtchen zu erhaschen. Wörtlich sagte Abrams: "Es ist unausweichlich, dass wenn die Iraner sich an eine Atombombe heranschleichen und Obama sich schleichend seinem Niedergang nähert, die Demokraten im Weißen Haus sich fragen werden, warum es eigentlich so eine schlechte Idee ist, diese Atomanlage wegzubomben. Sie werden folgende Dinge noch mal überdenken: die iranischen Reaktionen (die wollen doch nicht wirklich Krieg mit uns, das Regime will doch überleben?), die Kehrseite eines israelischen Angriffes (hey, wir sind die Führungsnation der freien Welt), die militärische Herausforderung (hey, die Luftwaffe hat im Moment doch nicht viel zu tun und es sind ja nur ein paar kleine Ziele). Sie werden sich bei all diesen Gedanken letztlich selber nicht eingestehen, dass sie mit ihrer Politik verbunden sind, sie werden sich überzeugen, dass alles was sie tun für die Sicherheit unseres Landes wichtig ist".

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  • Der Drops ist gelutscht. Ungeachtet vieler Diskussionen konnte die iranische Führung das Atomkraftwerk von Buschehr in Betrieb nehmen. Symbolisch, denn die Bestückung mit allen Brennelementen, die von den Russen geliefert wurden und das Erreichen der maximalen Wirkkraft wird schon noch ein paar Monate dauern. Die Eröffnung eröffnet aber mit Sicherheit erneut die Diskussion, bekommt der Iran nun Atomwaffen? Doch zunächst war Freude bei den Iranern.

  • Ginge es nach den republikanischen US-Senatoren McCain und Graham, sollten die USA dem Iran mit voller militärischeHärte drohen, berichtet die "Zeit". "Manche sind verblüfft als Lindsey Graham, der republikanische Senator aus South Carolina und enge Freund McCains, auf Iran zu sprechen kommt. Er hoffe, dass die Sanktionen Teheran dazu bringen, den Bau der Atombombe aufzugeben. Wenn aber nicht, dann werde er zu einem Militärschlag raten. Er wolle nicht, dass es soweit komme.

  • Das sagt zumindest Senator Joe Lieberman, einer der angesehensten US-Politiker. Seiner Ansicht nach war Präsident Obama's Entscheidung eine deadline für den Abziug von Truppen aus Afghanistan zu setzen ein Fehler. Diese Ansage sende ein falsches Signal an Alle, an die Truppen der Verbündeten und die Gegner, so Lieberman.

    Er verstehe Obama's Aussage so, dass der Präsident ein Signal setzen wollte, um zu verdeutlichen, dass die Truppen nicht auf ewig in Afghanistan bleiben werden, halte dies aber für den falschen Weg.

  • Seit der Ankündigung Präsident Obamas, die amerikanischen Truppen in Afghanistan um 30.000 Militärangehörige zu verstärken und im Juli 2011 mit einem Abzug zu beginnen, sind etwas mehr als sechs Monate vergangen. Nun wachsen in den Vereinigten Staaten die Zweifel an dem Erfolg der Truppenaufstockung und an dem Zeitplan, berichtet aktuell die nzz. Das wurde an einer Reihe von Anhörungen vor Ausschüssen des Kongresses sichtbar.

  • Der US-Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, sagt, dass der Afghanistan Krieb militärisch nicht gewonnen werden kann. Gleichzeitig bezeichnet er den Krieg als ein Element der nationalen Sicherheit und warnt vor den Konsequenzen eines Fehlschlages. Holbrooke äußert sich diesbezüglich vor dem Auswärtigen Ausschuss des Senat's.