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Daten für die europäischen Verteidigungsanstrengungen in 2008

EDA-Zahlen: ausgesucht

Die europäische Rüstungsagentur EDA (European Defence Agency) hat aus ihrem Datenschatz wieder einmal einiges für den europäischen Steuerzahler herausgegeben - die "Makro" - Daten für die europäischen Verteidigungsanstrengungen in 2008. Für ein ungestörtes Wochenende ist das genau die richtige Kost:
http://www.eda.europa.eu/documents.aspx (wähle: "17/11/2009 Data Defence 2008"):

  • Denjenigen, die immer diese "wahnsinnigen" Verteidigungsausgaben beklagen, kann man anhand der Makro-Daten entgegenhalten (pdf. S. 5):
    - von den 12.272 Mrd. EUR des in Europa erwirtschafteten Brutto-Inlandprodukts (BIP = GDP), der Summe aller erwirtschafteten, aber auch "verfrühstückten" Tätigkeiten, werden gerade einmal 1,63 % für die Knalllerei ausgegeben;
      - Bei der Summe aller Regierungsausgaben der Europäer (5.728 Mrd. EUR) halten die post-heroischen Vaterlandsverteidiger friedliche 3, 5 % (200 Mrd.); 
  • Schaut man ungenau auf die 1,8 Mio.-Mann + Frau starke Europa-Armee, sind gerade 80.177 von Ihnen (4,5 %) übers Jahr im Einsatz (pdf-S. 20);
     
  • Interessant ist, dass die EDA neuerdings "Benchmarking" betreibt, ohne die Herkunft der Messlatte zu erläutern.
    - Auf pdf-S. 22 ist sie recht zahm, denn für die Rüstung (incl. Forschung und Entwicklung = R&D) legt sie 20 % vor (Ziel erreicht!). Aus der deutschen Debatte dazu kennen wir nur 30 % (allerdings incl. Infrastruktur, die allerdings nicht so bedeutend ist);
    - Die Untergruppe R&T (Forschung und Technologie) von R&D gibt die EDA mit "2 %" vor. Könnte das vielleicht ein bisschen wenig sein?

    Richtig auffällig aber ist, dass die EDA im Vergleich zu früheren Berichten sensitive Daten georwellt hat:

  • Entsprechende strukturelle Vergleichsdaten mit den U.S.A. sind alle eliminiert (man könnte ja auf die Idee kommen, dass die Europäer grundlegend etwas falsch machen);
     
  • In früheren Berichten aufgelistete nationale strukturelle Daten der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten, die teilweise sehr erhellend waren, werden nun auch verschwiegen, damit ja niemandem Munition für "sachdienliche Hinweise" geliefert wird.

{Winston sagt: Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst ausgesucht habe}
 

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Weitere Artikel

  • Wenn es einen Dauerbrenner der sicherheitspolitischen Debatte gibt, dann ist es der über die transatlantischen Beziehungen. Was Jeremy Shapiro und Nick Witney für das "European Council on Foreign Relations" aufgeschrieben haben - passend zum heutigen EU/US-Gipfel -, ist ganz sicher die volle Aufmerksamkeit und gebührende Anerkennung wert:
    http://www.ecfr.eu/content/entry/towards_a_post-american_europe_a_power_audit_of_eu-us _relations_shapiro_whi

  • Wir sind wirklich unschuldig, wenn die vorbildliche Welt (hier U.S., UK und EU) den interessierten Deutschen, denen die Regierung vergleichbares versagt, schon wieder das Wochenende versaut. Man kann ersatzweise die Lektüre der brandwichtigen Reports auch verschieben (bis wann?). Aber man muss sie auf die Festplatte in den Ordner "Noch lesen" abladen, auch wenn er überquillt:

  • Für die Ankündigung der Idee eines "European Security Treaty" hatte sich der russische Präsident Dmitry Medvedev am 5. Juni 2008 immerhin Berlin ausgesucht. Jetzt liegt der Vertragsentwurf vor:
    http://eng.kremlin.ru/text/themes/2009/11/291600_223080.shtml

    Wichtig ist, dass die Einladung zur Vertragsteilnahme nicht nur an die Europäer geht, sondern an alle Staaten des euroatlantischen und eurasischen Raumes, "from Vancouver to Vladivostok" (Art. 10):

  • In Bad Godesberg läuft gerade die 24. AFCEA. Vertreten ist die "IT-Community" aus den Bereichen Führungsunterstützung, Nachrichtengewinnung und Aufklärung, sowie allen anderen relevanten IT-Gebieten. Bei der Gelegenheit konnten wir uns über "Führungsausstattung Taktisch" (FAUST) und das neue "Führungsinformationssystem Heer" (FüInfoSys Heer) kundig machen. Die aus den Kontigenten in Afghanistan gemeldeten FAUST-Defizite (Ausbildung/Bedienfehler/stabiler Lauf) haben einen einfachen Hintergrund.

  • Die gestrige Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem U.S.-Parlament darf man schon als gelungene Werbeveranstaltung für die "Mittelmacht" Deutschland betrachten, so man überhaupt auf eine gewisse Reputation beim amerikanischen Bündnisführer Wert legt:
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2009/11/2009-11-03-rede-merkel-usa.htm l

    Wenige Randnotizen erlauben wir uns: