Nach unserem Jury-Urteil verdient die australische Regierung (Kevin Rudd) mit ihrem Verteidigungsminister Joel Fitzgibbon den Politik-Oskar für ihren "Film" mit dem Titel
"Defending Australia in the Asia Pacific Century: Force 2030:
http://www.defence.gov.au/whitepaper/docs/defence_white_paper_2009.pdf
U. E. ist es eine Weltpremiere, dass eine Regierung
eine wirkliche und umfassende Strategie ihrer Sicherheitspolitik weltoffen darlegt und sich "exponiert" (Don't expose the boat),
- einen weitgreifenden Zeitrahmen (2030!) wählt,
- die nötige Rüstung etc. für die Umsetzung des Konzepts sehr genau beziffert,
- und sich für die notwendige finanzielle "Unterfütterung" auf eine Art und Weise langfristig verpflichten will, die man nur atemberaubend nennen kann (vgl. S. 137 f.).
Natürlich kann man sofort einwenden, dass Papier sehr geduldig sein kann. Und dass die nächste Regierung sich der Rudd-Strategie gar nicht verpflichtet fühlen muss. Unbestritten kann nur sein, dass die Regierung Mut und politische Führung beweist, und ihren Bürgern ganz offen die Perspektiven aufzeigt, die sie für die weite Zukunft der Sicherheit des Landes sieht.
Die Vorstellung, dass ein deutscher Verteidigungsminister (und vor allem KanzlerIn) willens wäre, dem australischen Beispiel zu folgen, erscheint geradezu kafkaesk (" im Leve nisch"). Solche Oskar-Governance kommt für uns nicht in Frage (und deshalb sind wir "freundlich desinteressiert").
Für die Analysten in der export-orientierten deutschen Rüstungsindustrie müsste "AUS-Defence 2030" eigentlich eine Fundgrube für mögliche Geschäftsfelder sein, die man sorgfältig abwägen kann. Es ist ja nicht auszuschliessen, dass Australien zu den wenigen Kandidaten weltweit zählt, wo ein Engagement tatsächlich noch eine "geringe" Erfolgswahrscheinlichkeit verspricht.
{Strohhalme sind nicht nur zum Trinken da}










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