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Der deutsche Afghanistan Einsatz

Forderung nach Wirksamkeitsevaluierung

Seit langem steht die Forderung nach einer Bilanzierung und Wirksamkeitsevaluierung des deutschen Afghanistan-Einsatzes und -Engagements im Raum. Winfried Nachtwei, ehemaliger MbB der Grünen und Afghaniostan Experte, drängt  seit Sommer 2006 darauf. Gefordert wird sie längst auch von vielen anderen, insbesonders von Militärs. Die USA, Kanada, Niederlande u.a. liefern ihren Parlamenten und Öffentlichkeiten inzwischen solche regelmäßigen Analysen, machen dadurch die eigenen Anstrengungen überprüfbarer und bewertbar.


Dass eine solche Bestandsaufnahme in Deutschland bisher verweigert wurde, öffnete verschiedensten "Ferndiagnosen" mit rosaroter bis schwarzer Brille Tür und Tor, begünstigte Orientierungslosigkeit und Akzeptanzverlust.

Am kommenden Freitagmittag wird der Bundestag in erster Lesung einen Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen debattieren: " Evaluierung der deutschen Beteiligung an ISAF und des deutschen und internationalen Engagements für den Wiederaufbau in Afghanistan seit 2001".

Seit der Osterpause gab es Bemühungen, mit den Koalitionsfraktionen zu einer Initiative zu kommen, bisher leider vergeblich. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Eine solche ungeschönte Bestandsaufnahme und Wirksamkeitsbewertung würde natürlich auch die strategischer Fehler unter Rotgrün einbeziehen. Sie ist nach Einschätzung Nachtweis die einzige und wahrscheinlich letzte Möglichkeit, bei dem Afghanistan-Einsatz und -Engagement wieder etwas mehr Boden unter die Füße zu bekommen - dort wie hier.

 Zum Thema beachten Sie auch den Artikel:

Der Afghanistan-Einsatz - Bedeutung, Bilanz und Lessons Learned, von Winfried Nachtwei

Und wer etwas mehr tun mag, kann eine Petition mitzeichnen, mit der der Bundestag die Regierung verpflichten soll, Parlament und Öffentlichkeit regelmäßig zu unterrichten: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;petition=11678;sa=sign

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Weitere Artikel

  • Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaft) hat, wie versprochen, eine Schätzung zu den Kosten der deutschen Beteiligung in Afghanistan vorgelegt. Die Autoren Tilman Brück, Olaf de Groot und Friedrich Schneider arbeiten dabei mit drei möglichen Szenarien/Annahmen zum weiteren Verlauf der deutschen ISAF-Beteiligung. ("Die erste Schätzung der Kosten der deutschen ISAF Beiteiligung")

     

  • In Bad Godesberg läuft gerade die 24. AFCEA. Vertreten ist die "IT-Community" aus den Bereichen Führungsunterstützung, Nachrichtengewinnung und Aufklärung, sowie allen anderen relevanten IT-Gebieten. Bei der Gelegenheit konnten wir uns über "Führungsausstattung Taktisch" (FAUST) und das neue "Führungsinformationssystem Heer" (FüInfoSys Heer) kundig machen. Die aus den Kontigenten in Afghanistan gemeldeten FAUST-Defizite (Ausbildung/Bedienfehler/stabiler Lauf) haben einen einfachen Hintergrund.

  • Das Pentagon kündigte einen grundlegenden Sparplan an, mit dem man 100 Milliarden der explodierenden Kosten einsparen will. Wo man das wirklich will, ist aber noch nicht final geklärt, denn der Ankündigung kann man auch entnehmen, dass bei den Engagements im Irak und in Afghanistan nicht gespart werden soll und auch das grundsätzlich teuerste Einzelprojet der US Militärsd - ie F-35 - nicht angerührt werden soll. Dem Vernehmen nach bezieht sich der Sparwillen auf eine Art Rasenmähermethode bei allen "Overhead-Kosten".

  • Man müsste schon sehr weit ausholen, um zu begründen, warum ein deutscher Zeitgenosse Interesse an "lessons learned"-Papieren der U.S. Army haben sollte. Wir hinterfragen das nicht, weil die "Sommerloch"-Kritik doch zu überwältigend scheint.

    Aber vielleicht findet man in dem "Comprehensive Lessons Learned White Paper" des U.S.-Heeres doch etwas, das für das Deutsche Heer hilfreich ist:
    https://www.g8.army.mil/BlueRibbon/documents/pdf/091500JUN09_Comprehensive_Lessons_Learned.pdf

  • In Deutschland wird eine ernsthafte Diskussion über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gefordert. Aber wie macht man sich kundig? Die Angehörigen im US-Kongress haben einen Vorteil, ihnen muss man per Gesetz berichten. Am Mittwoch kam der Bericht über die Fortschritte im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität in Afghanistan. ("Report on Progress Toward Security and Stability in Afghanistan")

    Einige Punkte zur aktuellen Gesamtsituation: (Stichtag 31. März 2010)