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Der Teufel steckt im Anhang

Zum GI Bericht

Nach der schnellen Durchsicht des "GI-Berichtes zum Prüfauftrag" in der letzten Woche erfolgte eine weitere Lesestunde. Insbesondere im Anhang sind noch einige bemerkenswerte Fundstellen zu verorten.
Auf Seite 45 heißt es zu Thema Rüstung und Beschaffungen: "...Einflussnahme von außen und unzureichende Finanzausstattung schränken den Handlungsspielraum seit geraumer Zeit ein."

Und weiter: "Alle großen Rüstungsprojekte sind darüber hinaus von drei Merkmalen gekennzeichnet:
1. Sie fallen aus dem Kostenrahmen.
2. Sie fallen aus dem Zeitrahmen.
3. Sie bringen darüber hinaus häufig nicht das geforderte Fähigkeitsspektrum."

Sowie: "Hier gilt es, die Interessen der Bundeswehr klar und deutlich zu artikulieren und den Auftragnehmern gegenüber entsprechend nachdrücklich zu vertreten."

Fragt man sich zum einen ob jemand "seit geraumer Zeit" davon wusste und was eigentlich "außen" ist? Die Industrie wiederum muss sich auf neue Umgangsformen einstellen, wobei dann auch dies häßliche Wort Konventionalstrafe vorkommen könnte bzw. wohl eher muss. (Vielerorts hat man sicher noch die Koalitionsvereinbarung im Gedächtnis)

Auf Seite 59: "Und letztlich werden auch gesetzliche Instrumente erforderlich sein, um den personellen Überhang an BS in der gesamten Breite von mehr als 30 Geburtsjahrgängen zielgerichtet und in vergleichbarer Weise wie beim Zivilpersonal abbauen zu können."

Wie wird so etwas umgangssprachlich genannt? Goldener Handschlag? Die Unternehmen dürften sich freuen. Es sind bestimmt auch einige der so dringend gesuchten Ingenieure dabei. Und nicht nur für die Rüstung.

Seite 61: "Das Laufbahnrecht muss erheblich flexibler werden; Altersgrenzen bei Einstellungen und Laufbahnwechsel müssen aufgehoben, bessere Möglichkeiten für Seiteneinsteiger geschaffen werden."

Déjà-vu! Hat man doch vor Jahren so oder ähnlich schon bei Admiral a.D. Elmar Schmähling in "Ohne Glanz und Gloria" lesen können.

"Der Anteil junger Frauen im Altersband zwischen 20 und 30 Jahren liegt mit bis zu 40 Prozent deutlich über der von den Streitkräften selbst gesteckten Zielmarke von 15 Prozent. Daraus erwachsen auch neue Herausforderungen für die Zukunft."

Streiche: Herausforderungen. Setze: Probleme. Beispielsweise die Frage der Nachbesetzung von Planstellen in Zeiten des Mutterschutzes. Hier kann man einiges von den Problemen der Polizeien lernen.

"Standorte der Bundeswehr müssen zukünftig Faktoren wie Arbeitsplätze für Familienangehörige, Wohnraum- und Schulsituation sowie Kinderbetreuungsmöglichkeiten, aber auch Freizeit- und kulturelles Angebot weitaus stärker berücksichtigen. Sie haben unter den Aspekten Attraktivität des Berufs und Personalbindung von Soldaten einen ungemein
hohen Stellenwert."

Da wird es bei einigen MdB´s volle Postfächer geben, denn vor diesen Rahmenbedingungen schwächelt sicher auch der ein oder andere Standort mit mehr als 1.000 Dienstposten. (Gab es in Berlin schon einmal eine Bürgermeister-Demo?)

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