Skip to main content

Die Ruhe kann trügerisch sein

Generalmajor Fritz seit sechs Wochen im Amt

Der neue ISAF-Kommandeur in Nordafghanistan, Generalmajor Hans-Werner Fritz, sprach mit der Zeitung "Die Welt" über erstärkte Taliban und die geplagte Bevölkerung. Große Sorgen bereitet dem zwei Sterne General im Moment der Raum südlich von Kundus: Baghlan ist eine Hochburg der Taliban. Man habe dort bis vor wenigen Tagen operiert und werden das nach den Wahlen unvermindert fortsetzen. Es seien zwei Bataillone [Ausbildungs- und Schutzbataillon] neu aufgestellt. Gefechtsverbände, in denen die bisherige Schnelle Eingreiftruppe, die Quick Reaction Force, aufgehe. Diese Verbände seien mit zusätzlichen Aufklärungs- und Pionierkomponenten ausgerüstet, damit erhielten sie neue Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es den Soldaten zum Beispiel ermöglichten, nachhaltig in kritische Räume vorzustoßen und dort länger zu bleiben. "Ich glaube, dass wir jetzt an einer Art Kulminationspunkt angelangt sind. Die Sicherheitslage im Norden ist über die letzten Monate nicht besser geworden, sondern angespannter. Das drückt sich in Zahlen aus und auch in der Qualität der Sicherheitsvorkommnisse", sagte Fritz. Ein anderer Grund sei, dass man zunehmend mit mehr Truppe in die Fläche gehe.  Die afghanische Bevölkerung kenne nichts anderes als Terror und Überlebensängste. Sie wollten Frieden und Sicherheit. Sie wollten die Taliban loswerden. Sie sagten aber auch: Wenn ihr zu uns kommt, dann bleibt auch, denn sonst kommen die Taliban wieder und dann gehts uns schlecht. Eine Ahnung, was unsere Soldaten noch alles erwarten kann gab Fritz zum Schluss: "Was wir hier machen, ist kein Sprint. Wir sind auf einem Marathon. Und einen Marathon gewinnt man nicht auf den ersten zehn Kilometern, der wird spannend auf den letzten fünf ". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wenn GenMaj Fritz den Begriff "Gefechtsverband" verwendet hat, dann lässt dies hoffen. Ein Gefechtsverband wäre aufgrund der Zusammensetzung zum Gefecht der Verbundenen Waffen befähigt. Mit einer solchen Gefechtsgliederung dürfte die Durchsetzungsfähigkeit der Bundeswehrkräfte erheblich steigen. Wer hätte nach Jahren des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan noch daran gelaubt, dass sich militärischer Sachverstand auf taktisch-operativer Ebene doch noch durchsetzt.

Jetzt kommentieren:

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

Weitere Artikel

  • Seit Juli ist der neue Regionalkommandeur der Internationalen Schutztruppe im Norden von Afghanistan: Generalmajor Hans-Werner Fritz. Er sieht den Einsatz am Hindukusch kritischer als je zuvor. Die Sicherheitslage im Norden sei in den vergangenen Monaten nicht besser geworden, sondern angespannter, sagte der deutsche Generalmajor jetzt der Zeitung "Welt am Sonntag". Fritz hatte Mitte Juli das Kommando über rund 10.000 Soldaten aus 16 Nationen im Norden Afghanistans übernommen.

  • Die ISAF-Ttruppen stehen im umkämpften Norden des Landes nach Ansicht von Regionalkommandeur Hans-Werner Fritz vor entscheidenden Wochen. „Ich glaube schon, dass wir uns einer Art Kulminationspunkt nähern, wir sind noch nicht an der Spitze angekommen. In den bevorstehenden Wochen und Monaten kann es noch harte Gefechte geben“, sagte Fritz. „Wir müssen darauf eingestellt sein, dass es durchaus noch schlimmer kann. Aber wenn dieser Punkt überschritten ist, sind wir auf der
    anderen, der besseren Seite des Berges.“ 2011 werde in Afghanistan „ein ganz entscheidendes Jahr“, sagte Fritz.

  •  Der Afghanistan-Kommandeur in der SZ über Erfolge im Kampf gegen die Taliban, Abzugspläne und Verhandlungen mit den Islamisten. David Petraeus: 2010 war vor allem das erste Jahr, in dem die Isaf und das gesamte militärisch-zivile Unternehmen die richtigen Akzente gesetzt haben. Zum ersten Mal hatten wir die Instrumente zur Hand, um eine komplexe zivil- militärische Operation zur Aufstandsbekämpfung auszuführen. Vor allem hatten wir etwa 100 000 zusätzliche afghanische Soldaten im Einsatz und eine bedeutende Zahl ziviler Helfer.

  • Überraschend ist das Ergebnis einer Erhebung auf der Basis von Interviews nicht, - aber exakter als das, was man eh schon glaubte. Die NATO schafft es nicht die Herzen der Afghanen zu erobern. Die meisten Bürger Afghanistan's in den Taliban Kernzonen sehen die ISAF-Truppen in einem negativen Licht und sind der Meinung, es müsse eine Taliban-Regierung geben.

    Durchgeführt hat die Erhebung der International Council on Security and Development (ICOS) in den Regionen Kandahar und Helmand, zwei Provinzen im Süden von Afghanistan, in denen besonders heftige Kämpfe toben.

  • Iranische Firmen in Kabul nutzen ihre Büros, um verdeckt Taliban Kämpfer in Afghanistan zu finanzieren. Das berichtet die "Times". Es werden 1.000 US- Dollar für einen getöteten US-Soldaten gezahlt und 6.000 US-Dollar für eine zerstörtes Militärfahrzeug, wie ein Buchhalter der Aufständischen mitteilte.