Der neue ISAF-Kommandeur in Nordafghanistan, Generalmajor Hans-Werner Fritz, sprach mit der Zeitung "Die Welt" über erstärkte Taliban und die geplagte Bevölkerung. Große Sorgen bereitet dem zwei Sterne General im Moment der Raum südlich von Kundus: Baghlan ist eine Hochburg der Taliban. Man habe dort bis vor wenigen Tagen operiert und werden das nach den Wahlen unvermindert fortsetzen. Es seien zwei Bataillone [Ausbildungs- und Schutzbataillon] neu aufgestellt. Gefechtsverbände, in denen die bisherige Schnelle Eingreiftruppe, die Quick Reaction Force, aufgehe. Diese Verbände seien mit zusätzlichen Aufklärungs- und Pionierkomponenten ausgerüstet, damit erhielten sie neue Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es den Soldaten zum Beispiel ermöglichten, nachhaltig in kritische Räume vorzustoßen und dort länger zu bleiben. "Ich glaube, dass wir jetzt an einer Art Kulminationspunkt angelangt sind. Die Sicherheitslage im Norden ist über die letzten Monate nicht besser geworden, sondern angespannter. Das drückt sich in Zahlen aus und auch in der Qualität der Sicherheitsvorkommnisse", sagte Fritz. Ein anderer Grund sei, dass man zunehmend mit mehr Truppe in die Fläche gehe. Die afghanische Bevölkerung kenne nichts anderes als Terror und Überlebensängste. Sie wollten Frieden und Sicherheit. Sie wollten die Taliban loswerden. Sie sagten aber auch: Wenn ihr zu uns kommt, dann bleibt auch, denn sonst kommen die Taliban wieder und dann gehts uns schlecht. Eine Ahnung, was unsere Soldaten noch alles erwarten kann gab Fritz zum Schluss: "Was wir hier machen, ist kein Sprint. Wir sind auf einem Marathon. Und einen Marathon gewinnt man nicht auf den ersten zehn Kilometern, der wird spannend auf den letzten fünf ". Dem ist nichts hinzuzufügen.
geschrieben von ad am 24. August 2010
Generalmajor Fritz seit sechs Wochen im Amt
Analysen
- Army Operating Concept
- VR China - Militär- und Sicherheitspolitische Entwicklungen
- COM ISAF COIN Guidance
- Priorisierungsliste Materialinvestitionen
- Bedrohungslage bei Friedensmissionen
- Das Engagement der arabischen Staaten in Afghanistan
- Defizite in der Materialausstattung
- ISAF - “State of the Insurgency"
- Zivile Krisenprävention - Schwerpunkt deutscher Friedenspolitik
- Bundeswehrplan 2010
- Bundeswehrplan 2009
- Bundeswehrplan 2008
- Bundeswehr 2010 +
- Rüstung 2015
- Einsatz- Optimierung
- Feuerkraft
- Rüstungswünsche
- Unser Weiszbuch
- Alle großen Rüstungsprojekte der Bundeswehr
- Bw-Haushalts- Plan 2005
- Forschung + Technologie
- Bw-Reform II
- Streitkräfte-Reform: Marshall-Modell
- Finanzen vers. Rüstung
- Konfliktverhütung: die fehlende Dimension
- Kosovo-Lessons
- Luft-Verteidigung
- Proliferation: BND
- Top-Malaise: Strategische Verlege-Fähigkeit
- Uran-Munition (DU)
- Verteidigungs- Haushalt
- (UK) "House of Commons": Lessons of Kosovo
- CIA: Bedrohungen
- Global Trends 2015: Pflicht-Lektüre
- Kosovo-Krieg: Insider XXL
- UK: 2030










Wenn GenMaj Fritz den Begriff "Gefechtsverband" verwendet hat, dann lässt dies hoffen. Ein Gefechtsverband wäre aufgrund der Zusammensetzung zum Gefecht der Verbundenen Waffen befähigt. Mit einer solchen Gefechtsgliederung dürfte die Durchsetzungsfähigkeit der Bundeswehrkräfte erheblich steigen. Wer hätte nach Jahren des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan noch daran gelaubt, dass sich militärischer Sachverstand auf taktisch-operativer Ebene doch noch durchsetzt.
Jetzt kommentieren: