Ganzheitliche Modernisierung der administrativen und logistischen Prozesse der Bundeswehr spiegelt sich als Zielsetzung in dem Projekt „Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familie (SASPF) wider, welches zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und der Firma SAP in Form einer strategischen Partnerschaft besteht. Nach nunmehr rund zehn Jahren an Aufbau- und Umsetzungsarbeiten widmete sich die Studiengesellschaft der DWT mbH Mitte Oktober
diesem Projekt unter dem Thema „Einführung SASPF. Eine Zwischenbilanz mit Ausblick auf den Einsatz“.
In seiner Begrüßung der rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bezeichnete General a.D. Rainer Schuwirth, Vorsitzender der DWT e.V. dieses Projekt als gewaltig, nicht nur in der Tragweite seiner technischen Dimension sondern auch hinsichtlich der Anforderungen an die eingebundenen Menschen. Mit dem Ansatz „Weg von Insellösungen – hin zu einer Gesamtlösung“ gelte es in dem zweitägigen Forum, eine erste Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf die Anwendung von SASPF Verfahren im Einsatz zu wagen. Die fachliche Leitung der Veranstaltung lag in den Händen von Brigadegeneral Dipl.-Inform. Wolfgang Rönsch, Beauftragter für das Projekt SASPF Bundeswehr, Gruppenleiter III in der Abteilung M, BMVg, der dabei von Oberst i.G. Dipl.-Kfm. Gunter Zirfaß, Referatsleiter M III 1, BMVg unterstützt wurde.
Mit einer Einführung in den aktuellen SachstandSASPF wurde der Boden für die Abfolge der 22 Vorträge vorbereitet, die an den beiden Tagen unterschiedlichste Aspekte der Thematik beleuchteten. In den ersten Vorträgen äußerten sich Vertreter der Industrie sowie die militärische Seite zur Realisierung, Prozessorientierung, Betriebsunterstützung der Verfahren wie auch zu Aspekten der Führungsunterstützung als Voraussetzung für SASPF im Einsatz. Von Bedeutung ist unter anderem, dass die Bundeswehr vorbereitet ist, den Einsatz der neu zulaufenden Drehflügler in Zukunft adäquat mit SASPF an den unterschiedlichen Einsatzorten zu unterstützen.
Aus den Darstellungen der Vortragenden konnte abgeleitet werden, dass mit der vor drei Jahren erfolgten Fokussierung auf die logistische Unterstützung der Einsatzkräfte die richtige Entscheidung getroffen wurde und der vorhandene Verfügungsrahmen noch ausreichen wird, bis Ende 2010 sämtliche Depots im Inland sowie die meisten Truppenteile im Ausland mit SASPF logistisch zu unterstützen. Einen umfassenden Überblick über die Einführung von SASPF in einem Organisationsbereich
der Bundeswehr bot der Vortrag des Stabsabteilungsleiters I im Führungsstab der Luftwaffe, Brigadegeneral Keller.
Die Planungen für SASPF und Herkules lassen nach Entscheidung der Leitung des BMVg auch zu, neue Funktionalitäten bis 2012 fortzusetzen sowie den Rollout bis 2014 und den Betrieb des Systems bis 2016 sicherzustellen. In verschiedenen Vorträgen wurde auch verdeutlicht, dass die Sicherheit der Satellitenanbindung und die einsatzorientierte Betriebsunterstützung wichtige Parameter für den Einsatz sind. Mehrere Referenten beschäftigten sich in ihren Beiträgen mit der besonderen Bedeutung der logistischen Stammdaten für die Anwendung der SASPF gestützten Verfahren. Eine hohe Qualität der logistischen Stammdaten und des damit verbundenen Managements ist Voraussetzung für die auf SASPF basierende logistische Unterstützung der Waffensysteme im Einsatz.
Das Startfoto zeigt Brigadegeneral Wolfgang Rönsch bei seinem Vortrag. Foto: DWR








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