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Einsatz im "vitalen Interesse" der U.S.A.

U.S. - AF/PAK-Strategie: verbrannt

Gestern hat U.S.-Präsident Barack Obama vor dem Auditorium der West Point-Akademie seine langerwartete Strategie für den AF/PAK-Krieg dargelegt:
http://www.whitehouse.gov/the-press-office/remarks-president-address-nation-way-forward-af ghanistan-and-pakistan

In seiner 34minütigen Rede betonte der Präsident, dass die internationale Sicherheit bedroht sei, AFPAK ein "Epicenter" sei, und dass der U.S.-Einsatz im "vitalen Interesse" der U.S.A. sei (die Klassifizierung "vital interest" gilt als oberste Kategorie in der Nomenklatura des Begriffsumfeldes "Nationales Interesse"; ob "core interests" noch darüber liegen, sei dahingestellt).

Zunächst erläutert Präsident Obama den Hergang, dann die 3 Punkte umfassenden Hauptziele, und abschliessend die Meta-Ebene, um eine Umkehr des U.S.-Meinungstrends einzuleiten und "national unity" zu erreichen (Rede-Konzept: Lage - Strategie (ways, means, end) - Apell (zur Gefolgschaft):
 

  • In der ersten Jahreshälfte 2010 sollen so schnell wie möglich zusätzliche 30.000 U.S.-Soldaten im Osten und Süden AFG stationiert werden, um nach 18 Monaten (Juli 2011) wieder mit dem Abzug beginnen zu können. Die Alliierten hat man nach Beiträgen gefragt:

  "For what`s at stake is not simply a test of NATO`s credibility ...";

  • Auch im zivilen Bereich soll es eine "Welle" geben, aber:

  "The days of providing a blank check are over";

  • Pakistan will man verlässlicher und nachhaltiger Partner sein.

Von den Argumentationen der Kritiker, die Obama aufnimmt, ist die Beantwortung der dritten Kritiklinie markerwert: AFG ist kein dekaden-langes Nation-Buildung-Projekt
(die Knete für so etwas haben die Banker für immer (?) verbrannt).

Wenn z.B. von Frankreich schon zu hören ist, dass man seine derzeit 3.095 Soldaten nicht verstärken will, Polen seine 1.910 immerhin um 1.000 verstärken will, UK auf 9.000 zusätzlich 500 packen will, wird interessant werden, zu welchem Wellen-Beitrag sich die Bundesregierung nach der AFG-Konferenz im Jan. 2010 aufraffen will (vor der Bayern-Wahl 09 war unter Militärs von einer nötigen D-Gesamtstärke von 7.000 die Rede).

Die abschliessenden Meta-Apelle sind von Barack Obama wohlgesetzt. Wer die deutsche Diskussion auf dieser letztlich entscheidenden Ebene verbessern will, sollte sie unbedingt nachlesen; es könnte ja sein, dass man Anregungen findet.

{Ziel erkannt, Mittel verbrannt}
 

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Weitere Artikel

  • Sorry, es muss erlaubt sein, sich zu strategischen Fragen ein wenig in der Nase bohren zu dürfen, vor allem, wenn es andere sind. Im AFPAK-Gürtel tummeln sich diverse, pashtunische "Opposing Militant Forces" (OMF), die, aufgrund der Macht-Phantasien ihrer jeweiligen Führer, natürlich schwer unter "einen Hut" zu bringen sind. Unterstellt, dass es eine letztlich für alle um eine einsehbare "strategische" Stossrichtung geht, gibt es Einsichten in die "wirkliche" Lage (abgegriffen von der aktuellen Medien-Lage):

  • Paris dient sich dem Irak offensichtlich als neuer strategischer Partner an. Während die USA den Abzug ihrer Kampftruppen aus dem Irak vorbereiten, bietet sich Frankreich der irakischen Armee als neuer strategischer

  • Die gestrige Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem U.S.-Parlament darf man schon als gelungene Werbeveranstaltung für die "Mittelmacht" Deutschland betrachten, so man überhaupt auf eine gewisse Reputation beim amerikanischen Bündnisführer Wert legt:
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2009/11/2009-11-03-rede-merkel-usa.htm l

    Wenige Randnotizen erlauben wir uns:

  • Gestern hat Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, Inspekteur der Deutschen Marine, sein Heimspiel in der Godesberger "Redoute" haushoch gewonnen. Als Raucher hatten wir zudem die Gelegenheit, ein paar Worte mit dem sympathischen Seebär zu wechseln.

  • Wenn man auf http://www.realclearworld.com/ alle AFPAK-Artikel der letzten Tage liest (incl. das 15-Seiten-Opus über Richard Holbrooke im "New Yorker"), bekommt man einen Eindruck davon, welche gewaltige Debatte im sicherheitspolitischen Establishment in Sachen AF/PAK stattfindet. 

    Im Vorfeld der Entscheidung von U.S.-Präsident Obama (zum Ende des Monats?) liefern sich zwei Fraktionen ein Gefecht mit Argumenten, die man alle nicht gleich von der Hand weisen kann: