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Barbara Erzbergbau GmbH investiert in Erneuerbare Energien

-Von Stefan Nitschke-(16. August 2011) Die Barbara Erzbergbau GmbH, Betreiberin des derzeit einzigen Eisenerzbergwerks in Deutschland (Vorschaubild; Quelle Barbara Erzbergbau GmbH), plant den Bau und Betrieb eines untertägigen und umweltfreundlichen Energiespeichers. Hierbei handelt es sich nach Unternehmensangaben um das weltweit erste Pumpspeicherkraftwerk, das unter Tage betrieben werden soll. Nach Angaben der beiden Geschäftsführer Olaf Lüppes und Dr.-Ing. Siegfried Klingebiel will das Unternehmen bedeutende Finanzmittel in den Bau des untertägigen Energiespeichers investieren. Zurzeit werden Geldgeber gesucht. Das Unternehmen führte bereits Gespräche mit großen Energieversorgern, die sich als mögliche Co-Investoren in das Projekt einbringen könnten. Das Wasserkraftwerk könnte dann in etwa zehn Jahren den Betrieb aufnehmen. Eine Projektstudie liegt vor (siehe PDF-Dokument).

Die derzeitigen Planungen sprechen sich für den Bau eines oberen Kammersystems aus mit einem Fassungsvermögen von etwa 1 Mio m³ zum Speichern von Grubenwasser in 80 Metern Tiefe. Ein weiteres unteres Kammersystem soll in 200 bis 300 Metern Tiefe entstehen, dass gleichfalls der Wasserspeicherung dienen soll. Der Höhenunterschied zwischen Oberbecken und Unterbecken soll zur Energiegewinnung genutzt werden. Nach dem Prinzip eines Pumpspeicherkraftwerks wird das Wasser mit überschüssiger Energie in das obere Kammersystem gepumpt. Bei Energiebedarf strömt das Wasser durch Turbinen in das untere Kammersystem und erzeugt dabei elektrischen Strom. Die Energie wird im oberen Kammersystem gespeichert und bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Damit entsteht ein Kraftwerk mit einer Leistung von 100 bis 150 Megawatt. Bei einer Höhendifferenz von 200 Metern würden 450.000 Kilowattstunden (kWh) erzeugt werden können, bei 300 Metern 750.000 kWh. Die tägliche Laufzeit soll vier bis fünf Stunden betragen. Ein anderes Pumpspeicherwerk, Goldisthal in Thüringen, das die größte Anlage ihrer Art in Europa darstellt, werden 1000 Megawatt erzeugt. In einer im Internet veröffentlichten Rangliste von 30 deutschen Pumpspeicherwerken läge Nammen leistungsmäßig auf dem 13. Platz.

Das durch die Barbara Erzbergbau GmbH betriebene Erzbergwerk "Wohlverwahrt-Nammen" ist das einzige heute noch fördernde Bergwerk im Mindener Revier (Nordrhein-Westfalen). Der dem Unternehmen verliehene Feldesbereich besteht aus 16 Berggerechtsamen mit einer Flächenerstreckung von etwa 75,5 Mio m². Dieser Bereich mit einem Potenzial von über 200 Mio. Tonnen eisenhaltigem Kalkstein erstreckt sich südlich Minden-Bückeburg im West-Ost-Streichen von Porta Westfalica bis über die Arensburg bei Steinbergen hinaus. Im Untertagebetrieb werden Eisenerz und Kalkstein in den Gruben „Wohlverwahrt“ (Nammen) und „Bergmannsglück“ (Kleinenbremen/Todenmann) und über Tage im Bereich des derzeit erweiterten Tagebaus "Wülpker Egge" abgebaut. Im Jahr 2008 wurde dem Unternehmen die Genehmigung zur Vertiefung von Teilflächen des Tagebaus erteilt. Dadurch kann die Sicherung weiterer Rohstoffreserven gewährleistet werden.

In den Betriebsabteilungen "Tagebau Wülpker Egge" und "Tiefbau Grube Bergmannsglück" wird das Eisenerz durch Bohren und Sprengen hereingewonnen und mit Schwerlastkraftwagen zur Aufbereitungsanlage "Nammen" transportiert. Im Jahr 2002 begann das Unternehmen mit den Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Grube "Bergmannsglück" (früher Todenmann). Der "Tiefbau Grube Bergmannsglück" ist durch einen vom ehemaligen Steinbruch Todenmann aus aufgefahrenen Stollen erschlossen. Die Betriebsabteilung "Grube Nammen", in der das Pumpspeicherkraftwerk errichtet werden soll, diente bislang als Versatzbergwerk. In den ausgeerzten Abbaukammern werden Reststoffe aus der Industrie wie Flugaschen oder Gipse aus Rauchgasentschwefelungsanlagen zusammen mit einem Binder eingebracht und verdichtet. Im Jahr 1988/89 erfolgte die Errichtung einer pneumatischen Bahnwaggon-Entladeanlage für REA-Gips und Flugasche mit Blasleitung zur Übernahmestation. Neben der Verwertung im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes dient dieses auch zum Schutz der Tagesoberfläche im Sinne des Berggesetzes. Anfang 2008 wurde das verwaltende Mutterunternehmen, die Barbara Rohstoffbetriebe GmbH, zum größten Teil aus Nammen nach Langenfeld (Rheinland) verlegt. Die Barbara Erzbergbau GmbH, die im Jahr 2003 aus der Barbara Rohstoffbetriebe GmbH hervorgegangen war, wurde im Jahr 2006 von der Ferdinand Wesling GmbH & Co. KG und Dipl.-Kfm. Ferdinand Wesling übernommen. Seit dem 7. April 2008 ist auch der im Jahr 1994 stillgelegte Gleisanschluss der Mindener Kreisbahnen an der Grube wieder reaktiviert worden.

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