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Der "Dodd-Frank Act" und seine Auswirkungen auf den Tantalmarkt

-Von Stefan Nitschke- In dem von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Mai dieses Jahres veröffentlichten Report Nr. 37 aus der Reihe Commodity Top News skizzieren die Autoren Dieter Huy, Maren Liedtke, Frank Melcher und Torsten Graupner die Auswirkungen des "Dodd-Frank Act" auf den Tantalmarkt. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat im Juli 2010 als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise eine umfangreiche Gesetzesvorlage zur Reform der amerikanischen Finanzmärkte und zum Verbraucherschutz unterschrieben. Das Gesetz, bekannt unter dem Namen „Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act“ (Dodd-Frank Act oder kurz DFA) umfasst insgesamt 16 Hauptartikel mit mehr als 500 Einzelartikeln und wird von der amerikanischen Börsenaufsicht, der Securities and Excange Commission (SEC), sukzessive umgesetzt (SEC, 2011).
In Artikel 1502 dieser Verordnung wird der Erlass eines Gesetzes über Meldepflichten für sogenannte Konfliktrohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und den angrenzenden Ländern (Angola, Burundi, der Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Sudan, Tansania, Uganda und der Zentralafrikanischen Republik) angewiesen. Zu diesen Rohstoffen zählen Gold, Kassiterit (Zinnstein), Wolframit und Columbit-Tantalit. Letzterer ist auch unter der Bezeichnung "Coltan" bekannt. Das Gesetz soll den Handel mit Mineralien, mit denen bewaffnete Konflikte im Osten der DRC finanziert werden und der die Region immer wieder destabilisiert und zu massiven Menschenrechts-verletzungen führt, transparent machen. US-börsennotierte Unternehmen müssen zukünftig ihre Liefer- und Produktketten offenlegen, sofern sie diese Rohstoffe aus den genannten Ländern verwenden.
Ein Verzicht auf die Verwendung von Tantalerzen aus den zentralafrikanischen Ländern als mögliche Reaktion auf das Inkrafttreten von Absatz 1502 des "Dodd Frank-Act", so die Autoren des Berichts, hätte nur geringe Auswirkungen auf die globale Tantalversorgung. Der Markt wäre in der Lage, diesen Ausfall kurz- bis mittelfristig zu kompensieren. Für die Herkunftsregionen in Ost- und Zentralafrika hätte ein Boykott von Seiten der Industrie für Lieferungen von aus Konfliktgebieten stammenden mineralischen Rohstoffen weitaus größere Auswirkungen. Der örtlichen Bevölkerung würde damit eine der wichtigsten Einkommensquellen entzogen werden. Deshalb bestärkt er die Notwendigkeit der Bemühungen einer Reihe von Organisationen und Initiativen zum Aufbau eines geregelten Bergbausektors inklusive international akzeptierter Umwelt-, Sicherheits- und Sozialstandards (IPIS, 2011).