Die grönländische Regierung hat ein Verbot aus den 1980er Jahren gelockert, wonach die Exploration und bergmännische Nutzung von Vorkommen von radioaktiven Mineralien untersagt war. Lars Emil Johansen, ehemaliger grönländischer Ministerpräsident und jetziger Vorsitzender des Aufsichtsrates der in Grönland ansässigen Tochtergesellschaft des australischen Bergbauunternehmens Greenland Minerals & Energy Ltd. (GME), erklärte, dass mit der jüngsten Entscheidung der grönländischen Regierung nunmehr der Weg bereitet werde, Vorkommen von radioaktiven Mineralen wie Uran und Thorium sowie Seltenerdenoxiden zu erkunden. Hierbei wird von dem Unternehmen das Kvanefjeld Seltenerdenoxid (SEO)-Uran-Zink-Projekt benannt, das nunmehr im Rahmen einer Machbarkeitsstudie bewertet wird. Die Gesamtinvestitionen des Vorhabens werden nach Unternehmensangaben auf etwa 2,3 Mrd. US-Dollar veranschlagt. Das Projekt werde in Zusammenarbeit mit den grönländischen Behörden realisiert. Für das Kvanefjeld-Projekt werden mögliche Reserven von 365 Mio. Tonnen Roherz mit durchschnittlich 0,028 Prozent U3O8, 1,06 Prozent SEO und 0,2 Prozent Zink sowie wahrscheinliche Reserven von 92 Mio. Tonnen Roherz mit 0,027 Prozent U3O8, 1,12 Prozent SEO und 0,22 Prozent Zink benannt. Nach Angaben des Unternehmens könnten jährlich 43.729 Tonnen SEO und 3.895 Tonnen U3O8 bergmännisch gewonnen werden. Metallurgische Tests ergaben, dass die im Roherz enthaltenen Seltenerdenoxide mittels Laugung ausgebracht werden können.

Gleichwohl es sich bei künftigen Bergbauprojekten immer um Einzelfallentscheidungen handeln wird, in die die zuständigen Behörden eingebunden sein werden, könne mit der Lockerung des Bergbauverbots international tätigen Bergbauunternehmen die Möglichkeit eröffnet werden, bislang unentdeckt gebliebene oder nicht abschließend untersuchte Vorkommen wirtschaftlichen zu nutzen. Grönland ist innenpolitisch vollständig unabhängig, wird in allen außenpolitischen Angelegenheiten jedoch von Dänemark vertreten. Am 25. November 2008 fand eine Volksabstimmung statt, mit der die Ersetzung des seit 1979 geltenden Autonomiestatuts durch eine Selbstverwaltungsordnung erreicht wurde. Am 21. Juni 2009 trat das Abkommen zur erweiterten Autonomie in Kraft (Lov om Grønlands Selvstyre), das Grönland unabhängiger von Dänemark macht.
Weitere Informationen
PDF Kvanefjeld.1 – „Kvanefjeld multi-element project pre-feasibility study, Interim report and market summary“ vom 1. Februar 2010
PDF Kvenefjeld.2 – „Greenland government approves exploration license under new Greenlandic Mining Act“ vom 24. März 2010
PDF Kvanefjeld.3 – „Greenland secures AUD$21M to fund ongoing development of the Kvanefjeld multi-element project“ vom 8. Juli 2010





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