Das norwegische Energieministerium hat der Wintershall Norge A.S.A. bei der 21. Lizenzrunde zwei neue Produktionslizenzen zugeteilt. Das Unternehmen hält bei beiden Lizenzen die Betriebsführerschaft. Insgesamt verlieh das Ministerium 24 Produktionslizenzen auf dem Norwegischen Kontinentalschelf, zwölf in der Barentssee und zwölf in der Norwegischen See. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Resultat der Vergaberunde. Der Norwegische Kontinentalschelf ist eine unserer Kernregionen und wir bauen unsere Aktivität und unser Engagement in Norwegen konsequent aus", sagte Martin Bachmann, Vorstandsmitglied der Wintershall Holding GmbH und verantwortlich für Exploration und Produktion (Vorschaubild; Quelle: Wintershall).
Insgesamt 94 Produktionslizenzen schrieb das Ministerium im Juni 2010 aus. Auf die Lizenzen bewarben sich 37 Unternehmen. Wintershall übernimmt mit 40 Prozent die Betriebsführerschaft in Lizenz PL611 in der Barentssee (in den Feldern 7223/3, 6 und 7224/1, 2, 3, 4, 5). Die Barentssee liegt zwischen den Inselgruppen Svalbard (Spitzbergen, Norwegen) im Nordwesten, Franz-Josef-Land (Russland) im Norden, Nowaja Semlja im Osten, und dem Festland Nordwestrusslands und Skandinaviens im Süden. Weitere Anteile halten Faroe Petroleum Norge (40 Prozent) und Petoro (20 Prozent). Darüber hinaus wurde Wintershall in der Norwegischen See die Betriebsführerschaft in der Lizenz PL601 (in den Feldern 6609/3 und 6610/1) im Nordland III Gebiet zugeteilt. Hier wird das Unternehmen 40 Prozent der Anteile übernehmen. Rocksource, North Energy sowie Edison International Norway halten jeweils 20 Prozent.


Seit den 1970er Jahren wird in der Barentssee Erdöl gefördert. Besonders der flache östliche Teil der Barentssee enthält reiche Erdölvorkommen und wird nach dem dort mündenden Fluss Petschora Petschorasee oder auch Pechorasee genannt. Auch im Südwesten gibt es reiche Öl- und Erdgasvorkommen. Darüber hinaus werden im zentralen Bereich weitere Vorkommen vermutet. Derzeit wird in der Barentssee durch das norwegische Unternehmen Statoil Europas erste Erd- beziehungsweise Flüssiggas-Förderanlage gebaut, das unter dem Projektnamen Snøhvit (Schneewittchen) bekannt ist. Im Snøhvit- und Goliat-Gasfeld sollen durch Statoil und Norsk Hydro eine neue Unterseefördertechnik eingesetzt werden, die derzeit im Europäischen Nordmeer, dem Ormen-Lange-Gasfeld erprobt wird. Eine bedeutende Erdgasverflüssigungsanlage entsteht zudem bei Hammerfest in Nordnorwegen.




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