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Wintershall stärkt Ölförderung in Deutschland

Der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall teuft die erste von 16 neuen Bohrungen in der Nähe von Emlichheim in der Grafschaft Bentheim (Niedersachsen) ab. In den nächsten fünf Jahren sollen insgesamt zwölf Horizontal- und vier Vertikalbohrungen in die Tiefe gebracht werden. Die Bohrungen werden zudem um 13 Ablenkungsbohrungen aus bestehenden Förderstationen ergänzt. Die Investitionen hierfür belaufen sich auf mehr als 60 Mio. €. Derzeit fördert die 100-prozentige BASF-Tochter in Emlichheim rund 140.000 Tonnen Erdöl pro Jahr. "Mit den neuen Bohrungen können wir dieses Niveau mindestens bis 2016 halten", sagte Joachim Pünnel, Leiter der Wintershall-Aktivitäten in Deutschland. "Aber auch weitere Projekte sind in Emlichheim nicht ausgeschlossen", so Pünnel weiter. Auf Grundlage der heutigen Berechnungen werde Emlichheim seinen Beitrag zur Versorgung Deutschlands mit Erdöl noch mindestens 20 Jahre leisten.

Innovative Fördertechniken stärken Standort und Know-how
Der Standort Emlichheim zählt zu den traditionellen Produktionsstandorten von Winterhall in Deutschland. Das Unternehmen produziert dort seit 65 Jahren Erdöl, verglichen mit anderen Förderregionen der Welt eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn das Öl in Emlichheim ist besonders zähflüssig und damit schwieriger zu fördern. Unter hohem Druck wird 300 Grad heißer Wasserdampf in die Lagerstätte gepresst. Das im Gestein festsitzende Erdöl erwärmt sich, wird dünnflüssiger und kann leichter zu Tage gefördert werden. In Emlichheim wird die anspruchsvolle Technik der Dampfflutung seit 1981 kontinuierlich eingesetzt und konsequent weiterentwickelt. Dies ermöglicht die im internationalen Maßstab bemerkenswert lange Zeit der Plateauförderung. "Mit Hilfe der Dampffluttechnik in Kombination mit dem ebenfalls produktionssteigernden Verfahren der Horizontalbohrtechnik werden wir den Entölungsgrad der Emlichheimer Lagerstätte auf über 40 Prozent steigern", erklärte Pünnel. Innovative Techniken dieser Art gewinnen bei der Förderung von Erdöl und Erdgas mehr und mehr an Bedeutung. Mit ihnen kann die Lebensdauer bestehender, älterer Ölfelder deutlich verlängert werden. Erdöl- und Erdgasfelder in Deutschland sind aufgrund der schwierigen geologischen Rahmenbedingungen nicht leicht zu erschließen. "Gegenüber Standorten im Ausland ist die Produktion in Deutschland oft nur mit erheblichem Mehraufwand und Spezialtechniken möglich", so Pünnel. Das Wissen, das Wintershall bei der Exploration und Produktion in Deutschland gewinnt, steigere somit die technische Kompetenz des Unternehmens und fließe auch in internationale Projekte mit ein.
Der Anteil des hierzulande geförderten Erdöls ist im Vergleich zum deutschen Gesamtverbrauch vergleichsweise gering. Die Produktion in Deutschland von etwa 3 Mio. Tonnen jährlich deckt drei Prozent des Bedarfs in Deutschland. Ein großer Teil der Gesamtproduktion in Deutschland wird von Wintershall aus insgesamt 15 Ölfeldern gefördert. Auch in der Förderung von Erdgas in Deutschland ist Wintershall aktiv. Derzeit erfolgt diese aus über 35 Gasfeldern.