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"Fenster von Chancen" - Zivile Aufbauarbeit

Mittel und Niederlage: Preis

Der unermüdliche Altmeister Anthony H. Cordesman hat mit Erin K. Fitzgerald einen Entwurf präsentiert, der den treffenden Neben-Titel "Resourcing for Defeat" trägt; das Desaster der Konzipierung (Planung) und Mittel-Zuweisung (resourcing) des Irak- und Afghanistan-Krieges wird (vor allem mit den Daten der von uns so geschätzten Institutionen CRS, CBO und GAO) detailliert aufgearbeitet:

  • http://csis.org/files/publication/090806_afghan_iraqwar_fund.pdf

U. E. sollte man bei der Thesenbildung Vorsicht walten lassen:

  • So politisch unangenehm es auch immer sein mag:

Die verhasste Bush-Administration hat es letztlich doch geschafft, mit ihren Massnahmen und vor allem Dank der absolut verfehlten al-Qaida-Strategie dem irakischen Volk und der Regierung doch noch ein "Fenster von Chancen" zu eröffnen, die sie nun eigenständig wahrnehmen müssen. Nach einem Aderlass menschlicher Tragödien und dem Investment von grob 700 Milliarden USD verlässt man einen Kampfplatz, dessen Alternative unter Saddam Hussein kaum jemand bedenken mag.

Das "ideologische" Momentum des U.S.-Präsidenten Obama hinsichtlich AFG steckt noch in den Kinderschuhen. Eine Bush vergleichbare (Irak)SURGE in AFG würde ihn eine Truppenstärke von mehr als 100.000 U.S.-Soldaten kosten, ganz abgesehen von der notwendigen "Welle" von Ressourcen für die zivile Aufbauarbeit, die die "clear, hold, build"-Strategie erfordert, die gerade im Kleinformat angegangen wird. Vergleicht man die Strukturdaten von AFG mit denen des Irak, kann man ganz grob schätzen, dass die U.S.A. für AFG noch mindestens 500 Mrd. USD für die nächsten Jahre aufzuwenden haben.

Es ist, wie es immer ist: Auf der Flimmerbühne kaspern die Konzeptionäre - die Mittelverwalter im Publikum haben ein Herzkasperl nach dem vorhergehenden.

{CvC sagt: "Der Sieg erfordert immer einen wahnsinnigen Preis"}
 

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  • Sorry, wir haben gestern in Bonn richtig Arbeitszeit verloren, was aber nicht heisst, dass es sehr schön war.

    Deshalb heute nur ein kurzer Hinweis auf eine 3-teilige Studie, die der grosse Meister Anthony H. Cordesman beim CSIS aufgelegt hat, über die "Uncertain Lessons" der U.S.-Kriege in Afghanistan und dem Irak:
    http://csis.org/publication/shape-clear-hold-and-build-uncertain-lessons-afghan-iraq-wars (im Text sind die Links zu dem Dreiteiler "verborgen").

  • Es immer berückend, wenn man zu einem aktuellen Thema Literatur findet, die einfach exellent ist. Da das Thema "Aufbau der "Afghan National Army" (ANA) in den Mittelpunkt der Strategie der "Afghan Ownership" gerückt ist, und neben der Katastrophe des Aufbaus der afghanischen Polizei (ANP) noch am ehesten Erfolg verspricht, ist fachkundige Analyse der bisherigen Erfahrungen äusserst hilfreich.

  • Paris dient sich dem Irak offensichtlich als neuer strategischer Partner an. Während die USA den Abzug ihrer Kampftruppen aus dem Irak vorbereiten, bietet sich Frankreich der irakischen Armee als neuer strategischer

  • Sorry, es muss erlaubt sein, sich zu strategischen Fragen ein wenig in der Nase bohren zu dürfen, vor allem, wenn es andere sind. Im AFPAK-Gürtel tummeln sich diverse, pashtunische "Opposing Militant Forces" (OMF), die, aufgrund der Macht-Phantasien ihrer jeweiligen Führer, natürlich schwer unter "einen Hut" zu bringen sind. Unterstellt, dass es eine letztlich für alle um eine einsehbare "strategische" Stossrichtung geht, gibt es Einsichten in die "wirkliche" Lage (abgegriffen von der aktuellen Medien-Lage):

  • Den "Ausgang" aus einer x-beliebigen Situation zu kennen, ist im tagtäglichen Leben Voraussetzung für stress-freies Wohlfühlen. In der Sicherheitspolitik ist die Exit-Strategie geforderter Pfeiler eines jeden Konzepts. Sie ist dann eher die Suche nach dem "Notausgang", das Angebot einer Flucht aus einem Schlamassel.

    Wenn der Konflikt nicht so bedeutend ist, U.N.-Blauhelme stationiert werden, fordert niemand ein Ende der Stationierung "fremder" Soldaten. Jahrzehnte vergehen, und es kümmert niemanden.