Polkappenschmelze, Flutkatastrophen, Rekordsommer - tagtäglich werden wir mit Meldungen zum Klimawandel konfrontiert. Und die Prognosen für die Zukunft sind alarmierend: Wachsende Wüsten, zunehmende Naturkatastrophen und ein steigender Meeresspiegel lassen die lebensfreundlichen Regionen zusammenschrumpfen und ziehen Wohnraum- und Ressourcenknappheit nach sich. Rapa Nui - die Osterinsel - gilt zahlreichen Wissenschaftlern als historisches Beispiel für die Auswirkungen massiver Umweltzerstörung auf die Gesellschaft. Isoliert von Möglichkeiten des Außenhandels oder der Auswanderung, führte dort die nach der Entwaldung einsetzende Nahrungsmittelknappheit zum Kollaps des gesellschaftlichen Gefüges und brachte zahlreiche Gewaltkonflikte und eine drastische Dezimierung der Einwohnerzahl mit sich. Es ist dieses Bild, auf das Allhoff, Buciak und Maas mit dem Titel ihrer Publikation referieren und wenn "selbst konservative Think Tanks wie CNAS ein Natural Security Programm unterhalten, muss an der Thematik etwas Wichtiges dran sein. Die Wechselwirkungen von Bevölkerungswachstum und Auswirkungen des Klimawandels tun ihr Übriges. Steigende Nachfragen nach Rohstoffen, Wohlstands- und Bevölkerungswachstum mitsamt dem Klimawandel machen Versorgungssicherheit zu einem Thema dieses Jahrhunderts" wie Felix Seidler in seinem Blog schrieb.
In diesem Komplex geht es um Rohstoffe aller Art, Wasser, Nahrung, Gesundheit, Migration, Naturkatastrophen, Energie und sichere Transportwege an Land wie auf See. In der Aufsatzsammlung werden verschiedene Aspekte von höchster Aktualität im Kontext derjenigen Nationen untersucht, die, jetzt oder in Zukunft, in besonderem Maße von den jeweiligen Problemstellungen betroffen sind. Nach einer differenzierten Betrachtung der Wechselbeziehungen zwischen Klimawandelauswirkungen und potentiellen gesellschaftlichen Spannungsfeldern werden unter anderem die Themengebiete "Energiesicherheit im Kontext des Klimawandels", "Umweltbedingte Migration" und "Die Rolle von Energieeffizienzmaßnahmen" vertieft. Fragen nach strategischen Implikationen für gesellschaftliches Handeln, nach Umverteilungen von Lebenschancen und Machtverhältnissen, Anpassungsmaßnahmen und danach, ob sich der Übergang in eine vom Klimawandel veränderte Welt friedlich gestalten lässt, stehen hinter den Texten. Die Autoren sind Wissenschaftler, vornehmlich aus den Fachbereichen Politik- und Wirtschaftswissenschaften, Biologie, Ökologie und Soziologie. Die Publikation richtet sich jedoch nicht nur an Studierende und Experten der genannten Fachgebiete, sondern ist durch den gut verständlichen Schreibstil ebenfalls fachfremden Interessierten zugänglich; explizit richten sich die Autoren mit ihren sicherheits-, umwelt- und außenpolitisch hochrelevanten Fragestellungen besonders auch an Politik und Politikberatung.
Bemerkenswert sind die Beiträge zum Klimawandel im asiatisch-pazifischen Raum, natürlich unter besonderer Betrachtung von China und einem Bevölkerungswachstumsland wie Indonesien, sowie die Betrachtung Afikas, wo Somalia und Kenia als Modell stehen. Auch die Abhandlung zur Frage der Wasserversorgung im Nahen Osten führt uns die Risiken eines Klimawandels und seiner Folgen vor Augen.
Dies alles kann auch Folgen für Europa haben. Die gewandelte Energiepolitik hier und die Risiken, die hinter steigenden Preisen und Unsicherheiten bei der Lieferung bei Rohstoffen aus Krisenregioenen stehen, machen dieses Buch noch lesenswerter.
Erschienen: 1. Aufl. 08.07.2011
Seiten/Umfang: 288 S. – 21 x 14,8 cm
Fachbereich: Politikwissenschaft
Kategorie: Sammelband
ISBN 9783941274822
29,90 Euro










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