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Konsolidierung der Staatsfinanzen

Koalitionsvertrag: wetten?

Durch die TV-Medien geisterte gestern die Meldung, dass die Koalitionsverhandler ein völlig neues, abgrundtiefes, Finanzloch entdeckt hätten. Kein Wort davon ist wahr:

  • Auf der Internet-Seite des Finanzministeriums haben wir vor einiger Zeit ein "Argumentationspapier" (datiert auf den 26. 6.!) gefunden, dass auf S. 7 die "Konsolidierungserfordernis aus der neuen Schuldenregel" nennnt:

- 2011: 4,9 Mrd. EUR,
- 2012: 11,1 Mrd. EUR,
- 2012: 18,5 Mrd. EUR,
zusammen also 34,5 Mrd, die den gestern genannten "35 Mrd." doch sehr ähnlich sind.

Etwas getoppt wurden diese Angaben aufgrund einer Meldung von SPIEGEL-Online vom 4. Okt. über eine "interne Kanleramtsvorlage":
- 2011: 7,2 Mrd.,
- 2012: 12,8 Mrd.,
  - 2013: 20,6 Mrd., zusammen also 40,6 Mrd. EUR.

- 2011 ein Minus im Verteidigungshaushalt von knapp 1 Mrd. EUR zu erwarten,
- in 2012 wegen der runden Verdoppelung der "Konsolidierungserfordernisse" folglich grob 2 Mrd. EUR,
- und 2012 noch einmal fast eine Verdoppelung auf grob 3 Mrd. EUR - und das jährlich!

Den Koalitionsverhandlern dürften diese Konsequenzen für den Bereich Verteidigung eigentlich nicht verborgen bleiben. Folglich müsste der entsprechenden Arbeitsgruppe unter Führung von Jung (CDU) und Hoyer (FDP) eine Klausel für den Koalitionsvertrag einfallen, die - schön georwellscht - so lauten könnte:
Die unabweisliche, durch das Grundgesetz gebotene, Konsolidierung der Staatsfinanzen wird einen entsprechenden Beitrag von Seiten des Verteidigungshaushaltes erfordern. Als Konsequenz daraus wird sich ein struktureller Reformbedarf für die Bundeswehr ergeben, dessen Einzelheiten in 2010 zügig zu erarbeiten sind.

Wäre das eine neue Geschäftsidee? Man eröffnet ein Wettbüro! "Wetten dass..." - im Koalitionsvertrag nicht der kleinste Hinweis auf die anstehende Problematik zu finden ist?

{Wetten ist der letzte Versuch, Rechthaberei wenigstens versüsst zu bekommen}
P.S: Wetten, dass uns ein süsses Wochenende bevorsteht?
 

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  • Die Bundeswehr hat noch 2 Stufen vor sich, die über weiteres Taumeln oder Absturz entscheiden:

  • 10 Arbeitsgruppen haben die Koalitionsverhandler gebildet, um den Koalitionsvertrag mit konkreten Politik-Zielen für die nächsten vier Jahre zu unterfüttern; der Bereich Verteidigungspolitik ist u.E. dabei nicht vertreten (es gibt 14 "Fachminister") (siehe Nachtrag).

    Muss ja auch nicht, denn die einzige (vordergründige) Ideologie-Frage zwischen CDU/CSU und FDP ist die der Wehrpflicht; sie kann man mit einer charmanten Formulierung aushebeln.

  • Es wird also gekürzt. Der Grund, die Konsolidierungserfordernis aus der neuen Schuldenregel. Eigentlich keine Überaschung, schon im Finanzplan des Bundes 2009 bis 2013 konnte man es lesen: "Der zukünftige Konsolidierungsbedarf beträgt nach derzeitigem Stand (also 2009) für das Jahr 2011 rd. 4,9 Mrd. EUR, für das Jahr 2012 rd. 11,1 Mrd. EUR und für das Jahr 2013 rd. 18,5 Mrd.

  • Gestern hat Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, Inspekteur der Deutschen Marine, sein Heimspiel in der Godesberger "Redoute" haushoch gewonnen. Als Raucher hatten wir zudem die Gelegenheit, ein paar Worte mit dem sympathischen Seebär zu wechseln.

  • Sorry, wir haben gestern in Bonn richtig Arbeitszeit verloren, was aber nicht heisst, dass es sehr schön war.

    Deshalb heute nur ein kurzer Hinweis auf eine 3-teilige Studie, die der grosse Meister Anthony H. Cordesman beim CSIS aufgelegt hat, über die "Uncertain Lessons" der U.S.-Kriege in Afghanistan und dem Irak:
    http://csis.org/publication/shape-clear-hold-and-build-uncertain-lessons-afghan-iraq-wars (im Text sind die Links zu dem Dreiteiler "verborgen").