Bei einer Buchpräsentation in Berlin räumte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Fehler im Zusammenhang mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan ein. "Der Einsatz wurde von Beginn an verharmlost", sagte der Minister. Es sei verständlich, dass sich Soldaten vor Ort ärgerten, wenn der Krieg als "bewaffneter Konflikt" und Gefallene als "getötete Soldaten" bezeichnet würden.
Er selber sei an der Verharmlosung beteiligt gewesen, so Guttenberg. "Aber dieses sicherlich kritikwürdige Fehlverhalten ist nach meiner Überzeugung doch eher einer gemeinsamen Überforderung geschuldet", fuhr der Minister mit Blick auf den Bundestag fort.
Die Parlamentarier erteilten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington der Bundeswehr den Auftrag, nach dem Sturz des Taliban-Regimes, Afghanistan zu stabilisieren. Angesichts des langen und massiven Engagements sagte Guttenberg, auch den Soldaten selbst müsse besser vermittelt werden, welche Ziele sie am Hindukusch verteidigten. Er verwies dabei auf deren junges Alter. "Schließlich waren viele am 11. September 2001 erst neun oder zehn Jahre alt. Ich habe vor einigen Monaten bereits bezüglich Afghanistan eine klare, eine ungeschminkte, eine harte Diskussion, eine Debatte, einen Diskurs in diesem Land gefordert und ich kann nur sagen: Mittlerweile haben wir ihn", so Guttenberg.
"Eingebetteter Journalismus"
Der Minister warf dabei auch einen Blick in die Zukunft und erläuterte, die Bundeswehr wolle wie die US-Armee dazu übergehen, Kriegsreporter auf Militäreinsätze mitzunehmen. Der Ansatz des "eingebetteten Journalismus" sei ein "System der Offenheit". Dieser Vorstoß geht nach Meinung von Insidern auf die Kritik von Soldaten und des Bundeswehrverbandes zurück, dass es in Deutschland zu wenig Rückhalt für Soldaten im Auslandseinsatz gebe. Lange eine deutlichere Sprache eingefordert. Dem kam letztendlich erst zu Guttenberg nach, als er den Einsatz einen Krieg nannte.










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