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Modell der City im Windkanal

Forschungsstart zu Sicherheitsaspekten und Klimawirkungen

Der KlimaCampus der Universität Hamburg stellte heute das neue Modell von Hamburgs City im Windkanal-Labor vor. Nach acht Wochen Modellaufbau und Vorbereitung beginnt jetzt die wissenschaftliche Forschung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die Behörde für Inneres der Freien und Hansestadt Hamburg und der KlimaCampus der Universität Hamburg fördern das Projekt. Im Hamburger Grenzschichtwindkanal, dem größten in Europa, werden zum ersten Mal die Windbedingungen in der eigenen Stadt analysiert. In den nächsten Wochen erforschen Wissenschaftler des KlimaCampus an einem im Maßstab 1:350 gebauten Modell speziell zwei Fragestellungen.

Sicherheit: Prototyp des ‚Emergency Response Tool’ vorgestellt

„Ein Ziel unserer Forschung ist, mit neuen Konzepten die Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen – exemplarisch zunächst in Hamburg, langfristig auch an anderen Standorten in Deutschland." sagte Prof. Bernd Leitl vom KlimaCampus der Universität Hamburg. Täglich werden auf Straßen, Schienen oder Containerschiffen Gefahrstoffe transportiert. Metropolen wie Hamburg tragen aufgrund ihrer Bevölkerungsdichte und Verkehrsinfrastruktur bei Störfällen ein besonders hohes Risiko. Windkanalexperimente zur Ausbreitung von Gas bilden für Leitls Team die Grundlage, auf der sie eine einfach und schnell zu bedienende Prognose-Software erstellen.

Dr. Bernhard Preuss vom BBK sagt: „Wir erhoffen uns eine verbesserte Prognosefähigkeit bei Gasunfällen in dicht bebauten Gebieten.“ Breitet sich beispielsweise eine Schadstoffwolke aus, können sich die Behörden für Gefahrenabwehr in Sekundenschnelle ein Bild von ihrer wahrscheinlichen Ausbreitung machen. Die Einsatzplanung kann optimiert und Maßnahmen zur Schadensminderung schneller und gezielter ergriffen werden. Der Prototyp eines solchen, exemplarisch auf Hamburger Verhältnisse zugeschnittenen ‚Emergency Response Tools’ wurde am KlimaCampus vorgestellt.

Klimawandel: Hamburgs City morgen

Zweiter Forschungsschwerpunkt ist der Klimawandel, von dem die Metropolen besonders betroffen sein werden. Hitzewellen, starke Regengüsse, hohe Schadstoffkonzentrationen in der Luft oder Extremwind - in der Stadt zeigen sich Klimaereignisse deutlich anders und oft extremer als im ländlichen Umfeld. Die Forscher wollen jetzt Ursache und Wirkung dieser lokalen klimatischen Veränderungen aufklären. „Eine Besonderheit der Hamburger Klimaforschung ist, dass wir den Klimawandel nicht nur global, sondern auch auf kleinster Skala betrachten. In Deutschland sind wir zurzeit die einzigen, die ein Windkanal-Labor im Bereich Klimaforschung einsetzen“, so Meteorologe Bernd Leitl. Um Schutzmaßnahmen sinnvoll planen zu können, wird ein neuer Typ numerischer Simulationsmodelle entwickelt, der individuelle und an die jeweilige Stadtstruktur angepasste Lösungen entwirft. Hierfür erzeugen die KlimaCampus-Forscher am Modell Hamburgs unter kontrollierten Bedingungen
jetzt erstmals die erforderlichen Datensätze.

Text und Bilder: Uni Hamburg

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