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NATO nicht beliebt

Bürger halten eigene Verwaltung für Drogenhändler

Überraschend ist das Ergebnis einer Erhebung auf der Basis von Interviews nicht, - aber exakter als das, was man eh schon glaubte. Die NATO schafft es nicht die Herzen der Afghanen zu erobern. Die meisten Bürger Afghanistan's in den Taliban Kernzonen sehen die ISAF-Truppen in einem negativen Licht und sind der Meinung, es müsse eine Taliban-Regierung geben.

Durchgeführt hat die Erhebung der International Council on Security and Development (ICOS) in den Regionen Kandahar und Helmand, zwei Provinzen im Süden von Afghanistan, in denen besonders heftige Kämpfe toben. "Wir verpassen es offensichtlich uns selbst oder unsere Ziele der afghanischen Bevölkerung zu erklären. Dieser Umstand spielt der Propaganda der Taliban und al Kaida gegen den Westen in die Hände", resümiert ICOS Präsidentin Norine MacDonald.
Die Ergebnisse
Die Meinungserhebung ergab folgende Ergebnisse:
- 75 Prozent glauben, das ISAF-Truppen ihre Religion und Traditionen nicht respektieren
- 74 Prozent erachten es als falsch mit den fremden Truppen zu kooperieren
- 68 Prozent fühlen sich durch NATO-Truppen nicht geschützt
- 65 Prozent sind der Meinung, dass die Taliban und ihr Führer, Mullah Mohammad Omar,
       an der afghanischen Regierung beteiligt sein sollten
- 70 Prozent halten die militärischen Aktionen in ihren Regionen für schlecht für die afghanische
       Bevölkerung
- 59 Prozent halten nichts von einer neuen militärischen Offensive der NATO in Kandahar
- 55 Prozent sind der Überzeugung, dass es den ISAF Truppen um ihren eigenen Vorteil geht und diese
       das Land entweder zerstören oder bestzen wollen, um den Islam zu zerstören.
Kein Vertrauen
Ein Schuss vor den Bug der NATO Hoffnungen, dass man suksessive die Verantwortung für die Sicherheit den afghanischen Sicherheitskräften übergeben könnte, stellt der Umstand dar, dass 71 Prozent der Befragten sicher sind, dass die Taliban die Kontrolle wieder übernehmen, wenn die NATO Truppen abgezogen sind, 60 Prozent sicher sind, dass in den letzten Jahren immer mehr Afghanen sich den Taliban angeschlossen haben und dass, wenn die Taliban wieder die Kontrolle haben al Quaeda ins Land zurückkehrt.
Aber auch das Vertrauen in eigene Leute ist nicht groß, dies mag zum Trost gereichen, denn immerhin 64 Prozent sind sich sicher, dass Vertreter der Regierung mit den Taliban zusammenarbeiten und auch mit ihnen gemeinsam im Drogenhandel aktiv sind.
Denken Aussenminister nach?
Die Studie wurde vor dem Aussenministertreffen in Kabul vorgestellt und sollte diesen zu denken gegeben haben, denn diese Ergebnisse sind niederschmetternd. Bezieht man die jüngsten Äußerungen von Minister zu Guttenberg mit ein, der mahnte, man müsse unseren Soldaten besser klar machen, warum sie in Afghanistan kämpfen, scheint es mindestens so wichtig, dass die Menschen, in deren Land wir Kieg führen, begreifen, warum unsere Soldaten dort sind. Keine leichte Aufgabe, fürwahr, aber nichts desto trotz muss sie angegangen werden, wenn alles, was die NATO bisher in Afghanistan getan hat nicht völlig umsonst gewesen sein soll.

Bei den Zahlen, wird man eigentlich unweigerlich zu einem Anhänger eines sofortigen Abzugs unserer Truppen. Doch sind diese Umfrageergebnisse etwas mit Vorsicht zu geniesen. Es wurden 552 männliche Personen in einem heiß umkämpften Gebiet befragt, was zu der Vermutung führen kann, dass ein Teil unter ihnen eine Stunde später evtl als INS ihrem Hobby nachgehen.
Also finde ich dieses Ergebnis bei genauerer Betrachtung nicht weiterführend.

Ich sehe das Problem in AFG u.a. an der mangelnden Zieldefinition und militärisch in der Nichtverfolgung rudimentärer Ziele, wie zB der konsequent unmotiviert vorangehende Entwaffnung der Zivilbevölkerung in den berüchtigten Gebieten.
Frei nach Clausewitz: Erkenne wenn du gesiegt hast, schliesse Frieden, setze deinen Willen durch und gebe deinem Gegner keine Möglichkeit sich wiederzubewaffnen.

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