Wahrscheinlich ist es sinnlos, etwas über die Entwicklung des Krieges zwischen Palästina und Israel beizutragen. Gibt es (mehr oder weniger) unumstrittene Fixpunkte?:
- Das Ende des Friedens-Prozesses von Camp David 1999 war ein Unglück?
- Der Beginn der zweiten Intifada ebenso?
- Die Politik unter Ariel Sharon ist nichts anderes als das Ende der Zustimmung eines jeden zivilisierten Menschen zu israelischer Politik, ganz zu schweigen von der Wut der Unterdrückten.
- Dass die Führer und Verführten der verschiedenen Extremisten-Gruppen wie Hamas, Hisbollah und wie sie immer heissen, tatsächlich glauben, dass ihr Tun auch nur irgendwo irgend etwas mit Politik, Vernunft oder gar Glaube zu tun hat, ist - gelinde gesagt - so abwegig wie sonstwas?
- Yassir Arafat ein totkranker Mann ist, der von vielen Palästinensern zu recht als autokratischer und korrupter Politiker angesehen wird und trotzdem das Stigma des Märtyrers hat, was noch steigerungsfähig ist - ganz zu schweigen von seiner Unfähigkeit, die Selbstmord-Kommandos noch irgendwie unter Kontrolle zu haben?
- Tatsächlich jemand glaubt, dass europäische Politiker, die Vereinten Nationen oder selbst die USA noch die Möglichkeit haben, diesen Hergang der Wirklichkeit massgeblich zu beeinflussen? Gestern hat US-Aussenminister Powell fünf verschiedenen Premium-Medien TV-Interviews gegeben. Und das tägliche Presse-Briefing von Aussenamts-Sprecher Reeker umfasst 12 Seiten. Und die aller-üblichste Presse-Erklärung des deutschen Aussenministeriums haben wir bei der Durchsicht der e-mails wegen hergebrachter Floskel-Klopferei gleich versenkt.
- Das Treffen der Arabischen Liga deutlich gezeigt hat, dass von einer irgendwie gearteten Unterstützung der Palästinenser keine Rede sein kann, und nur der saudi-arabische Aussenminister sich mit seinem alten und dazu noch derzeit unpassenden Friedens-Vorschlag sonnen wollte, nebenbei mit seiner Umarmung des irakische Vize-Premiers seine ehrwürdigste Bedeutsamkeit demonstrieren wollte.
Welche Dynamik in diesem interaktiven Prozess ist, wird man daheim kaum nachvollziehen können, selbst wenn man von hervorragenden CNN-Nachrichten mit Senator Mitchell oder einem aktuellen (und hervorragenden) TV-Report auf Bayern 3 zehrt. Man merkt nur selbst, dass angesichts der den Prozess anführenden “Signale”, die Ariel Sharon bestimmt, nur ein sehr massiver Interventionismus von europäischer und amerikanischer Seite schlimmeres verhüten kann. Da millitärische Mittel ausgeschlossen sind, kann es sich nur um massive monetäre Munition handeln. Aber ehe die europäische Politik irgend etwas derartiges zustande bringen wird, fallen die ersten Blätter von den Bäumen. Da aber alle Welt nur auf die US-Regierung schaut, kann man sich gut ducken. Die Amis hätten nur eine Chance, wenn sie Sharon öffentlich, für jederman sichtbar und ganz massiv drohen würden. Dafür wird es leider nicht reichen.
{Selbst den besten Freunden sollte man richtig den Marsch geigen können}










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