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Studie - Einsatzkosten in Afghanistan

Kosten etwa drei Mal höher als offizielles Kriegsbudget

Die Fortsetzung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan kostet jährlich circa drei Milliarden Euro. Die gesamten Kosten der deutschen Beteiligung am Krieg in Afghanistan betragen bei einem Abzug ab dem Jahr 2010 etwa 36 Milliarden Euro. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des DIW Berlin, die das manager magazin vorab berichtete. Die Ökonomen kommen damit zu einer wesentlich höheren Zahl als die Bundesregierung, die die gesamten Kriegskosten mit vier Milliarden Euro und für das Jahr 2010 mit einer knappen Milliarde Euro bezifferte. „Unsere Schätzung ist bei aller Vorsicht relevant und angemessen und bewegt sich eher noch am unteren Rand der Möglichkeiten“. sagte DIW-Experte Tilman Brück.

Kosten durch entgangene Investitionen

Im Unterschied zur Bundesregierung berücksichtigen die Ökonomen nicht nur die zusätzlichen Ausgaben des Verteidigungsministeriums, sondern auch indirekte Kosten wie die Ausgaben anderer Ressorts, Finanzierungskosten, die gesellschaftlichen Kosten durch tote und verletzte Soldaten sowie die Opportunitätskosten durch unterbliebene Investitionen in anderen Bereichen. Brück: „Durch den deutschen Kriegseinsatz fehlen insgesamt jährlich mindestens zwei Milliarden Euro für staatliche Investitionen zum Beispiel in Bildung, Forschung oder Entwicklungshilfe“.

Drei Szenarien

Die DIW-Forscher haben für ihre Berechnungen drei unterschiedliche Szenarien aufgestellt: Für den unrealistischen Fall, dass die deutschen Truppen bis Ende 2010 vollständig aus Afghanistan abziehen, belaufen sich die Gesamtkosten des Einsatzes auf 24 Milliarden Euro. Im realistischeren Szenario eines schrittweisen Rückzugs ab 2013 rechnen die Forscher mit Gesamtkosten von etwa 36 Milliarden Euro. Bei einem umfassenden Engagement mit doppelter Truppenstärke und einem Rückzug ab 2020 schätzt das DIW Berlin die Gesamtkosten auf 71 Milliarden Euro.

Die DIW Studie erscheint am 26.05.2010 als DIW-Wochenbericht 21/2010

Weitere Artikel

  • Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaft) hat, wie versprochen, eine Schätzung zu den Kosten der deutschen Beteiligung in Afghanistan vorgelegt. Die Autoren Tilman Brück, Olaf de Groot und Friedrich Schneider arbeiten dabei mit drei möglichen Szenarien/Annahmen zum weiteren Verlauf der deutschen ISAF-Beteiligung. ("Die erste Schätzung der Kosten der deutschen ISAF Beiteiligung")

     

  • Einsatzkosten Afghanistan von 2001 - 2013

    Die in der Tabelle ausgewiesenen Werte wurden von den entsprechenden Ressorts mitgeteilt. Das Auswärtige Amt hat in den Zahlen bis 2009 auch Ausgaben der humanitären Hilfe. Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurden 2001 bis 2003 nicht alle Ausgaben statistisch erfasst, eventuelle Fehlbeträge seien jedoch marginal. 

  • Das Pentagon kündigte einen grundlegenden Sparplan an, mit dem man 100 Milliarden der explodierenden Kosten einsparen will. Wo man das wirklich will, ist aber noch nicht final geklärt, denn der Ankündigung kann man auch entnehmen, dass bei den Engagements im Irak und in Afghanistan nicht gespart werden soll und auch das grundsätzlich teuerste Einzelprojet der US Militärsd - ie F-35 - nicht angerührt werden soll. Dem Vernehmen nach bezieht sich der Sparwillen auf eine Art Rasenmähermethode bei allen "Overhead-Kosten".

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