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Probleme an der Front

Zu wenig Funkgeräte in Afghanistan

Wie man den Kontingentberichten zum Afghanistan Einsatz entnehmen konnte, gab es erhebliche Mängel, die den Einsatz behindern, so auch auf Seiten der IT- und Funkausstattung. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten in Badakhshan ist der Einsatz von VHF Systemen begrenzt. Reichweitenerprobungen vergangener Kontingente haben einen toten Raum zwischen 20 und 100 km ergeben. Dieser Raum ist aber der Bereich, in dem LTPs (Long Term Patrols) stattfinden. Die Kräfte in diesem Raum mussten daher auf die offenen Systeme IRIDIUM und INMARSAT MinM zurückgreifen, um überhaupt Verbindung zu halten. Stand vor Ort ist also, dass es nicht möglich ist, eine kryptierte Verbindung zwischen dem JOC (Joint Operation Center) und der Patrouille aufzubauen. Ein kryptiertes Führungsmittel, das diesen Raum abdeckt ist derzeit im PRT (Provincial Reconstruction Team) Faisabad nur eingeschränkt mit drei PRC 117 F vorhanden. 

Um diesen Mangel zu beheben, wurde zwar die Beschaffung dieser Funkgeräte beantragt und dieser wurde auch genehmigt – die Geräte sind aber noch nicht angekommen. Schlecht auch, dass eine eigene Satellitenfrequenz für das PRT Faisabad nicht vorgesehen ist, was als langfristig unzweckmäßig eingeschätzt wird. Bemängelt wird zudem, dass die Bedienung der Geräte in der Vorausbildung nicht stattfindet.

Ausrüstung kostet eben Geld und für die deutschen Steuerzahler ist Afghanistan sehr weit weg. Es fehlt einfach an einer intensiven öffentlichen Debatte in unserer Republik, die jedem Steuerzahler klarmacht, dass Bundeswehrsoldaten auch für ihn am Hindukusch Dienst schieben!

Das interessiert hier keinen Menschen ob es Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr gibt oder nicht, da Sicherheitspolitik und Wehrtechnik auch keinen in Deutschland (offensichtlich) interessiert. Außerdem braucht man nur die Berichte der einzelnen Kontingente aus der ISAF-Mission lesen, da steht alles drin was fehlt. Man kann diese Liste auch als eine Einkaufsempfehlung lesen oder verstehen. Alles eine Sache der Interpretation oder?

Na ja, der Sachverhalt ist nicht neu. Die Bw ist ja auch erst seit gut acht Jahren in Afghanistan im Einsatz. Da können Mängel schon mal auftauchen.
Spricht man mit den vor Ort gewesenen Soldaten, so wird eine weitere Vielzahl von Mängeln offenbar. Doch: Wen interessiert das wirklich?

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