Wie man von US-Verteidigungsminister Robert Gates vorgestern hörte, hat die Nato-Truppe nur mehr bis zum Jahreswechsel Zeit, den Krieg in Afghanistan für sich zu entscheiden. In eine ähnliche Richtung gehen Äußerungen aus Deutschland, die Eigenverantwortung der Afghanen auf ein neues Niveau zu heben.
Eine gewisse Verwunderung ruft dabei die Begründung des US-Politikers hervor, der seine neue Zeitachse auf der Entdeckung der Bevölkerung der NATO Partner fußt. Demnach muss nach den Worten von Gates eine Wende in Afghanistan bis zum Jahreswechsel da sein, andernfalls würden die Bürger der USA und ihrer Verbündeten den Einsatz nicht mehr unterstützen. Hat bisher je jemand eine solche Begründung in die Diskussion geworfen?
Mehr Eigenverantwortung der Afghanen gefordert
Nicht ganz so krass waren Äußerungen des deutschen Afghanistan-Beauftragten, Michael Steiner. Erb fordertevon den Afghanen mehr politische Eigenverantwortung. Nach dem Sicherheitsaspekt und dem zivilen Wiederaufbau müsse die internationale Gemeinschaft nun verstärkt den politischen Prozess angehen. Dieser müsse jedoch unter afghanischen Führung ablaufen. Bei einer solchen Äußerung muss man sich fragen, wie das funktionieren soll, wenn man die Hintergründe der sehr verschiedenen Ansichten, die zu Kasai in Afghanistan herrschen betrachtet und wenn man im Hinzterkopf behält, dass gerade ausgebildete Polizeitruppen mit ihrem Kommandanten gleich geschlossen die Seiten wechselten.
Mit Verwunderung erfüllt es einen auch, wenn Steiner die Beschlüsse der jüngsten Friedens-Jirga in Afghanistan lobt, wo es um die Versöhnung mit den radikal-islamischen Taliban geht, gleichzeitig aber vor zu viel Optimismus warnt und Rückschläge voraussagt.
Afghanistan-Konferenz Ende Juli
Mit Spannung darf man vor diesem Hintergrund also auf die nächste internationale Afghanistan-Konferenz blicken, die am 20. Juli in Kabul stattfinden soll. Daran sollen unter anderem US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr deutscher Amtskollege Guido Westerwelle teilnehmen. Den Co-Vorsitz soll neben dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon übernehmen.










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