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The Rolling General

Nachfolger für Stanley McChrystal gefunden

General Stanley McChrystal, Kommandeur der ISAF sowie der US Forces in Afghanistan, musste heute wegen einigen, vorab bekannt gewordenen, "suboptimalen" Äußerungen im "Rolling Stone Magazine" (erscheint am Freitag) zu seinem Commander-in-Chief Obama. Stellte sich die mittlerweile beantwortete Frage ob McChrystal nach dem Meeting mit den Zusatz "retired" das Oval-Office verlässt. Für ein "Bello" und dann weiter sprach angeblich, dass die amerikanische Strategie in Afghanistan untrennbar mit dem Kommandeur McChrystal verbunden ist. Obama könne es sich nicht leisten den General, der im Mittelpunkt der Gestaltung und Ausführung der Strategie steht freizusetzen, heißt es in einigen Kommentaren. Alleinstellungsmerkmal von McChrystal sei die Aufstandsbekämpfung (COIN-Strategie).(Auch Banal, was soll man von einer Strategie halten, wenn deren Erfolg an einen Offizier gekoppelt ist) Aber wer kann übernehmen, und das kurzfristig? Ein kleiner Sprung in die Vergangenheit.

Ende 2005 kam Generalleutnant Petraeus nach zwei Einsätzen im Irak zurück in die USA. Durch seine Erfahrungen motiviert entwickelte er ein neues militärisches Konzept zur Aufstandsbekämpfung. Das daraus resultierende Field Manual (FM 3-24 - die COIN-Bibel) basiert auf zwei Ideen:
- Schutz der Bevölkerung als Schlüssel zum Erfolg in der Aufstandsbekämpfung  
- Schnelle Lern- und Anpassungsfähigkeit der Streitkräfte.

Damals mit in dem Petraeus-COIN-Team war General James N. Mattis. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Mattis nicht zum neuen Kommandeur des Marine Corps ausgewählt wurde. Der eine tippte Deutschland, wir Mattis, geworden ist es - Petraeus. Ein erfahrener Mann am wahrscheinlich richtigen Ort in der richtigen Position.

Hmmm ... alte Kavallerieweisheit: man wechselt seine Pferde nicht im Fluss - erst wenn man drüber ist ... na ja, Kaiser Ferdinand hat ja Wallenstein, nachdem er ihn 1630 entlassen hatte, unter dem Druck der Niederlagen zwei Jahre später wieder als Generalissimus eingesetzt ...

Lesehinweis:
What's the fuss, Afghans ask about McChrystal controversy
June 23, 2010 … Washington may be up in arms over General Stanley McChrystal's comments to Rolling Stone magazine about the U.S. mission in Afghanistan and how some of his colleagues are handling it -- but some in Afghanistan are asking what the fuss is all about … President Hamid Karzai has vocally expressed his support for General McChrystal and called him the "best" commander for the war in Afghanistan … He added that McChrystal is a man of great integrity who understands the Afghan people and their culture and that Karzai hopes president Barack Obama will not replace the commanding general with someone else … But with the firestorm in the United States, the Afghan voices are being muffled again …
http://edition.cnn.com/2010/WORLD/asiapcf/06/23/afghanistan.reax.general.mcchrystal/?fbid=u2cu3eJaXH9

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Weitere Artikel

  • US-Präsident Barack Obama hat sich am Mittwoch von seinem Kommandeur in Afghanistan getrennt. McChrystal´s Verhalten entspräche nicht den Erwartungen, die an einen General gestellt würden, so Obama. Zudem hätten seine Äußerungen im Rolling Stone Magazin "die zivile Kontrolle des Militärs untergraben“.

    General David Petraeus, vom übergeordneten Central Command, soll jetzt den Posten übernehmen. Quasi eine Degradierung. Der Artikel von Michael Hastings hat aber neben den im Fokus stehenden Äußerungen zu den "Wimps" im Weißen Haus noch andere Inhalte.

  • Zur Entlassung des Afghanistan-Oberkommandierenden General McChrystal durch Präsident Obama erklärt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Gernot Erler:

    Präsident Obama hatte keine Wahl. Ein Kommandeur, der einen Artikel wie den in "Rolling Stone" nicht verhindert, zeigt tatsächlich "schlechtes Urteilsvermögen". Wer aber die Verantwortung für mehr als 100.000 Soldaten im Einsatz trägt, braucht ein sicheres Urteilsvermögen.

  • Das in Norfolk (VA) beheimatete "U.S. Joint Forces Command" (USJFCOM) unter Führung von Marine Corps-General James N. Mattis hat die Streitkräfte als "Force Provider" zu unterstützen, neue Konzepte zu entwickeln und zu erproben, auch in Zusammenarbeit mit Partner-Nationen. General Mattis ist eigenständiger Denker, was er mit Memoranden bewiesen hat. Der Bericht über seine gerade am CSIS gehaltene Rede zeigt, wie Mattis tickt:
    http://www.dodbuzz.com/2009/06/02/ground-forces-best-mattis/

  • Wie man in einigen Medien lesen konnte, hat der Oberbefehlshaber der ISAF-Truppen in Afghanistan, General Petraeus, seine Soldaten mit einem "martialischen" Appell auf die neuen Operationen gegen die Taliban eingeschworen.

  • Isaf-Kommandeur David Petraeus braucht deutsche Ausbildungskräfte dringender als Tornados. Deutschland hat zu Jahresbeginn drei Ausbildungsbataillone zugesagt, das zweite soll Ende Oktober einsatzbereit sein - „verdammt spät“ ,so Petraeus. Leisten die Europäer, leisten die Deutschen zu wenig in Afghanistan?