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Rüstungsvorhaben zur Entscheidung in 2010

Rüstung 2010: Kuckuck

Weil Verteidigungsminister Freiherr zu Guttenberg nach Meinung einiger Zeitgenossen viel zu hoch gelobt wird, wetzen sie insgeheim sicher die Messer, um ihn bei der nächster Gelegenheit an dasselbe liefern zu können.

Gehört der Bereich Rüstung zu den Feldern, wo der Freiherr ins Straucheln kommen könnte? Wenn man sich die für 2010 anstehenden Projekte anschaut, meint man, Stolpersteine auszumachen. Insbesondere deshalb, weil einerseits der Vorrat an verfügbaren Rüstungs-Milliarden kontinuierlich schmilzt, allerdings nicht öffentlich sichtbar. Andererseits gibt es einen erheblichen Nachfragestau der Militärs. Und das Versprechen im Koalitionsvertrag, dass man die deutsche Rüstungsindustrie hegen und pflegen will.

U.E. stehen die folgenden Rüstungsvorhaben zur Entscheidung in 2010 an:

  • Eigentlich haben die Besteller-Nationen des Transporters A400M dem Lieferanten AIRBUS nur bis Dezember 2009 ein Moratorium gewährt. Danach müsste eigentlich demnächst schon eine neue Verhandlungsposition vom Produzenten vorgelegt werden, zusammen mit dem Erstflug vielleicht?

(es sieht nicht danach aus - und die deutsche Regierungsposition ist lt. Koalitionsvertrag ziemlich eindeutig - halsbrecherisch);

  • Stefan Zoller, CEO von EADS-DS, kann mächtig auf die Passage des Koalitionsvertrages pochen, in der seinem UAV-Projekt TALARION mit 1,5 Mrd. EUR Entwicklungskosten ab 2010 Subventionen für rückständige Technologie-Förderung praktisch abgesegnet sind;
     
  • Lt. Zeitplan bedarf es in 2010 einer Entscheidung über die CH-53-Nachfolge nach 2020. Dieses Jahr haben Deutsche und Franzosen in der EU nach Kooperationswilligen gefahndet. In 2010 werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keinen potenten Partner für das wahnsinnig teuere Vorhaben finden. Wer beim Bedarfsträger Bw nachfragt, ob der Einkauf des U.S.-Musters CH-53 K nicht völlig ausreichen würde, wird mit einer Antwort konfrontiert, die nicht der Förderung des europäischen Flugzeugbaus dient;
     
  • Vergleichbar ist es beim MH-90. Alle Experten sind sich einig, dass der NH-90 keinesfalls den Einsatz-Forderungen der Marine entspricht. Wieder kommt nur ein U.S.-Muster infrage;
     
  • Nicht anders bei dem seit langem überfälligen Projekt CSAR (Combat Search + Rescue-Hubschrauber); das kann der NH-90 schon gar nicht;
     
  • Das Heer wird mit dem (langfristig sehr teueren) Projekt SYSFLA (System Flugabwehr) kommen. Sieht man von einzelnen, dringend notwendigen Komponenten wie der C-RAM-Kanone von RHEINMETALL ab, ist der Rest Technologie-Erhalt einer Waffensparte für den symmetrischen Krieg, die ihrerseits wiederum schon sehr wenig dem JOINT-Gedanken verhaftet ist;
     
  • Folgt man dem Credo "vom Einsatz her denken" des Verteidigungsministers, müsste in 2010 dringend der Einstieg in die Beschaffung geschützter Fahrzeuge (GTF + GFF) entschieden werden. Das dürfte unstrittig und begrüssenswert (und teuer) sein.

    Nun bräuchte man zu seinem Glück nur noch einen gewieften Experten der Abteilung Haushalt des BMVg. Nur er kann einem sagen, ob man schon im Wolkenkuckucksheim angekommen ist.

    {Erst schlägt die Stunde - dann klebt der Kuckuck}

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