Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaft) hat, wie versprochen, eine Schätzung zu den Kosten der deutschen Beteiligung in Afghanistan vorgelegt. Die Autoren Tilman Brück, Olaf de Groot und Friedrich Schneider arbeiten dabei mit drei möglichen Szenarien/Annahmen zum weiteren Verlauf der deutschen ISAF-Beteiligung. ("Die erste Schätzung der Kosten der deutschen ISAF Beiteiligung")
- Szenar 1: Abzug 2011
- Szenar 2: Abzug 2016
- Kontingentstärke bis 2013 gleichbleibend
- schrittweiser Abzug von 2014 bis 2016 (p.A. ein Drittel)
- Szenar 3: "Umfassendes Engagement"
- Verdopplung der Kontingentstärke in 2011
- Niveau wird bis 2020 gehalten
- Ab 2016 nur noch Friedenssicherung, Verletzungs- und Todesrate "0"
Die Schätzungen werden auf vier Bereiche verteilt:
- 1. Kosten BMVg
- 2. Kosten anderer Ressorts
- 3. Kosten der Finanzierung (für 1. und 2.)
- 4. Kosten für die Wirtschaft
Neben einem starken "Wording" im Begleitext ("Seit 2001 ist Deutschland an dem von den USA geführten Krieg in Afghanistan beteiligt") fallen bei einer schnellen Durchsicht des "Estimate-ISAF-Kosten" folgende Punke auf:
- Es wird eine jährliche Kostensteigerung von 25% in Bezug auf die jeweilige Ausgabenplanung angenommen. Diese Steigerung basiert auf den Daten von 2009. Danach wird auf Kosten pro Soldat umgebrochen. Ob diese Steigerung aufgrund von einmaligen Aktionen entstanden ist bleibt bleibt so unberücksichtigt.
Beispiel ISAF Kosten 2007
ISAF Plan 438,7 Mio. (100%) Ausgabe 466,9 Mio. (106,43%)
Tornado (Recce) Plan 0 Mio. Ausgabe 48,4 Mio. (11,6%)
ISAF Kosten 2007 515,3 Mio. (117,5%)
- Die Gehälter/Sold der Soldaten im Einsatz fließen zu 100% in die Schätzung ein. Es müsste eine Abgrenzung erfolgen, nur einsatzbedingte Zusatzkosten. (Fließen eigentlich die Gehaltskosten der Feuerwehr in das Schadensgutachten des Brandsachverständigen ein?)
- Die Rückzugskosten - in Kanada wurde schon überlegt die Leopard II in Afghanistan zurückzulassen.
- Die Versorgung von Angehörigen der der Gefallenen. (Basis: 60.000 Euro einmalig + 10 Jahre mit Rente von 15.000 Euro p.A./10 Jahre) Im Szenario 2 also 695 Tote bis 2016.










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