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Sicherheit und Stabilität in Afghanistan

Eine ernüchternde Bewertung

In Deutschland wird eine ernsthafte Diskussion über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gefordert. Aber wie macht man sich kundig? Die Angehörigen im US-Kongress haben einen Vorteil, ihnen muss man per Gesetz berichten. Am Mittwoch kam der Bericht über die Fortschritte im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität in Afghanistan. ("Report on Progress Toward Security and Stability in Afghanistan")

Einige Punkte zur aktuellen Gesamtsituation: (Stichtag 31. März 2010)
 

  • Derzeit sind 86.000 US-Soldaten in Afghanistan, bis August wird die Zahl der US-Truppen bei 98.000 liegen.
  • Dazu kommen 46.500 Soldaten der internationalen Truppen (NATO und nicht NATO-Staaten).
  • Man müsste sich auf 121 Distrikte in Afghanistan konzentrieren können, hat aber nur Truppen um in 48 Bezirken aktiv zu werden.
  • Insgesamt 38 Länder hätten etwa 9.000 zusätzliche Soldaten zugesagt (Unterstützung in Operationen, Taktik und Training). Zum 31. März sind 40 Prozent dieser Truppen im Land eingetroffen.
  • Von Februar 2009 bis März 2010 eine Zunahme der Gewalt um 87 Prozent, weitgehend begründet mit erhöhten Aktivitäten der USA, Koalitionstruppen und afghanischer Sicherheitskräfte im Süden.
  • Der Bericht nennt einige Forderungen, die die internationalen Partnern nicht erfüllt haben - in erster Linie Ausbilder und Mentoren für die Entwicklung der afghanischen Sicherheitskräfte, insbesondere für die Polizei, die hinkt weiter hinter der afghanischen Armee her.

  Im weiteren Verlauf befasst sich der Bericht mit der aktuellen Situation in den jeweiligen Regionalkommandos. Für das RC Nord wichtig:
 

  • In der Provinz Balhk wird weiter das gesamte Spektrum der COIN Operationen durchgeführt.
  • Zwar gibt es nur langsam Fortschritte, die Maßnahmen haben aber zu einer Erhöhung der Einsatzbereitschaft, Ausbildung und den damit verbundenen Fähigkeiten der ANP zur Unterstützung in der "Hold"-Phase geführt.
  • Die aktuellen Vorgänge in der Provinz Baghlan als kombinierte Operationen waren ermutigend. Neue Vorposten und Checkpoints konnten eingerichtet werden.
  • Das 1. Bataillon, 10th US-Mountain Brigade Combat Team wird voraussichtlich Mitte Mai eintreffen.
  • Das zuführen zusätzlicher Special Operations Forces in das Gebiet wird von entscheidender Bedeutung für die Gestaltung der Region.

  Das BMZ ist mit seinen "Truppen" übrigens im Süden aktiv. Im Dezember und Januar verteilte die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit 400.000 Mandelbäume in Chora und Tarin Kowt. Nebenbei bemerkt, die Safran-Ausbeute in Afghanistan hat sich im Vergleich zu 2008 fast verdoppelt. Wir fragen uns, wer führt eigentlich die Statistik zum "Output" Richter, Staatsanwälte und Justizvollzugsangehörige?
 

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