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Sicherheits- und Verteidigungspolitik

News von Kujat, Stützle und den Repräsentativ-Deutschen

Die Verteidiger waren wieder fleissig: Dreimal Neues auf bundeswehr.de - und was uns davon wichtig erscheint:

  • Interview des Berliner “Tagesspiegel” (26.11.2000) mit dem General-Inspekteur, Harald Kujat “Die Reform ist finanzierbar. Das habe ich immer gesagt. Die Ausplanung der materiellen Seite kann aber erst Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden ...” “Im Übrigen wird der Bundeswehrplan 2002 bereits Mitte 2001 vorliegen ...(Standorte): “Ende 2000 werden wir so weit sein, dass wir mit den Ländern, den Gemeinden, den Betroffenen reden können. Im ersten Quartal 2001 werden dann die meisten schon viel klarer sehen ...”

 

  • Interview des Wirtschaftsmagazins “Die Telebörse” (48/2000) mit Walther Stützle, Staatssekretär für Rüstung (Überschrift: “Bund will Rüstungs-AG”): “Es ist die Pflicht der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass bestimmte Fähigkeiten der deutschen Industrie nicht preisgegeben werden ... “Aber die HDW ist eine erstklassige Adresse, und die muss sich mit der anderen erstklassigen deutschen Adresse -Thyssen-Krupp - an einen Tisch setzen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln ... Die Telebörse: “Die Familie Röchling lässt offenbar gerade den Wert ihres Anteils an Rheinmetall ermitteln - um zu verkaufen oder zu akquirieren? Stützle: ... “Ich bin mir sicher, dass die Familie Röchling vor grösseren Entscheidungen den wichtigsten Rheinmetall-Kunden im Wehrtechnik-Bereich, nämlich die Bundesregierung, konsultieren würde ... “Diese Konzentration ist nicht nur gut, sondern auch geboten. Denn als Kunde, der Treuhänder von Steuergeld ist, bin ich daran interessiert, auf Herstellerseite optimale Strukturen zu haben, die wiederum positive Auswirkungen auf die Kostenstrukturen und damit auf die Angebotspreise erwarten lassen.” (wollen wir’s mal hoffen)

 

  • 2.000 Repräsentativ-Deutsche haben EMNID im August den “Sicherheitstrend 03/2000” bestimmt
    “Vertrauen in Einrichtungen des öffentlichen Lebens”: Bundeswehr rangelt sich von Platz 3 auf 2 mit Wert 50,1 vor die Polizei mit 50. Die Wehrpflich-Zustimmung bröckelt, aber auch die zur Berufsarmee. Wehrpflicht/Ja geht von 67/Aug. 99 über 61/65/61 auf 56, Berufsarmee von 37/28/38 auf 33
    Stichwort Wehrpflicht: Sachkundige Beobachter in Berlin gehen davon aus, dass die Wehrpflicht-Debatte wieder steigt; Anhaltspunkte sind:
    - Die Präsidenten-Rede auf der Kommandeur-Tagung,
      - Die Bewegungen bei der CDU, Beispiel Koch/Hessen: Wenn die CDU tatsächlich die Absicht hat, muss sie sich selbst warm anziehen, denn sie muss von der schimmernden und unbezahlbaren 300.000-Wehr Abstand nehmen, von der - was immer das heisst - “Landesverteidigung” und landet bei der Weizsäcker-Kommission. (wir glauben: eher geht die Welt unter ...). Heute (28.11.) haben wir mit einem CDU-Insider gesprochen: man glaubt es kaum - wir liegen richtig.

    { ... und Tschüss .... }

 

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Weitere Artikel

  •  Bisher für hoch-zugeknöpfte Informationspolitik bekannt, zeigt Krauss-Maffei/Wegmann jetzt ganz neue Seiten, die wir allerdings recht spät bemerkt haben:
      Auf ihrer Website www.kmweg.de haben sie am 30.10.2000 als einziges aller betroffenen Unternehmen eine Presse-Mitteilung zu der Strategie-Erklärung von Schröder/Scharping/WT-Industrie abgegeben:

  • Wir haben “helfende Post” erhalten (Danke): Natürlich ist es falsch, wenn wir von “Aufträgen” sprechen, die die Nationen bisher hinsichtlich A400M erteilt hätten: Richtig ist, dass alle ein “Commitment” (Verpflichtung, Bindung) eingegangen sind. “Aufträge” werden erst nach Vertrags-Unterzeichnung abgegeben (irgendwann in 2001).

  • Wer sich mit dem u.E. wichtigsten sicherheitspolitischen Thema, den Bedrohungen/Risiken, ab und zu beschäftigen mag, sollte den folgenden Beitrag ausdrucken:
    http://www.dodbuzz.com/2009/02/11/new-threats-must-drive-big-dod-changes...

    Colin Clark hat eine 1,5-seitige Arbeit über eine Studie des (U.S.) “Defense Science Board” veröffentlicht, die sich mit dem Aufkommen überraschender Bedrohungen auseinandersetzt.

  • Sorry, wenn wir aus unserer Box der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik ausbrechen: Uns haben die “Tagesthemen” der ARD (Nachtausgabe) fasziniert, die Peter Müller, Ministerpräsident des Saarlandes, brachten mit dem Begriff der “legitimierten Inszenierung” in Hinsicht auf das Spektaktel “Zuwanderungsgesetz/Bundesrat”. 

  • Sie werden es kaum glauben: Bei der Beseitigung eines eigenen mittelprächtigen Fehlers haben wir den Original-Text unseres diesjährigen April-Scherzes “versenkt” (dies ist keine “legitime Inszenierung” - einer unserer neuen Lieblingsbegriffe).