Es gibt schon gewaltige Unterschiede zwischen Deutschland und den USA. Während man sich hierzulande damit beschäftigt, schnellst möglich die elektronisch gesicherte Sportwaffe einzuführen, damit nur noch eingetragene Besitzer sie abfeueren kann, agiert man in den USA nach dem Motto "freies Schießen für freie Bürger".
Die knappe konservative Mehrheit im Supreme Court hat sich mit 5:4 Richterstimmen durchgesetzt, was bedeutet, dass nunmehr der in der Verfassung verankerte Zusatz für das Recht "Waffen zu halten und zu tragen für alle Bundesstaaten, Städte und Gemeinden gilt. Für deutsche Politiker wäre dies ein Albtraum, für manche US-Politiker ist dieses Urteil wahrscheinlich auch einer. Denn begonnen hatte das prozessuale Dilemma mit einer Klage gegen das Waffenverbot in Chicago. Man sieht, dass es auch normal denkende Politiker gibt.
Doch nun ist es passiert. Der Oberste US-Gerichtshof hob gestern die Entscheidung einer Berufungsinstanz auf, die ein striktes Waffenverbot in Chicago (Illinois) als rechtens bestätigt hatte. In Chicago war der Besitz von Schusswaffen seit 28 Jahren verboten, nun muss der Stadtrat wider besseres Wissen dem Drängen der Waffenlobbyisten nachgeben. Den USA könnte nun eine jahrelange Prozesslawine bevorstehen. Die Waffenlobby kündigte bereits an, man werde gegen jeden klagen, der nicht schnell genug die lokalen Regelungen anpasst. Das alles löst schreckliche Gedanken aus. Aktuell besitzen etwa 90 Millionen Amerikaner rund 200 Millionen Schusswaffen, durch die im Durchschnitt 80 Menschen täglich ums Leben kommen. Was kommen demnächst für Zahlen? Man muss nicht zwangsläufig etwas so chaotisches wie das deutsche Nachbarschaftsrecht schaffen, aber als Alternative: erst schießen, dann diskutieren? Nej tak!










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