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Transformation der Bundeswehr,

Minister-Position: Ideale

10 Arbeitsgruppen haben die Koalitionsverhandler gebildet, um den Koalitionsvertrag mit konkreten Politik-Zielen für die nächsten vier Jahre zu unterfüttern; der Bereich Verteidigungspolitik ist u.E. dabei nicht vertreten (es gibt 14 "Fachminister") (siehe Nachtrag).

Muss ja auch nicht, denn die einzige (vordergründige) Ideologie-Frage zwischen CDU/CSU und FDP ist die der Wehrpflicht; sie kann man mit einer charmanten Formulierung aushebeln.

So darf man davon ausgehen, dass der zukünfitge Verteidigungsminister, befreit von konkreten Koalitionsvertrags-Vorgaben, in sein Amt geht, immer den GG-Art. 65 vor Augen, dass er "innerhalb" der Richtlinienkompetenz der Kanzlerin "seinen Geschäftsbereich selbständig und unter eigener Verantwortung" leitet.

Angesichts der drohenden Bw-Entwicklung müsste ein potentieller BMVg-Minister allerdings seine Position beschreiben und der Richtlinien-Kanzlerin vor Zusage der Amtsübernahme vortragen:

  • Wenn bestimmte finanzielle Vorausbedingungen nicht eingehalten werden können, verlange ich freie Hand für eine Budget-getriebene "Transformation" der Bundeswehr, mit bedeutsamen Konsequenzen!
     
  • Ohne die uneingeschränkte Unterstützung dafür durch Sie, gnädige Frau, bin ich nicht bereit, Minister-Verantwortung zu übernehmen.

Man müsste es umdrehen: Wenn ein BMVg-Aspirant das nicht sagt, ist er auf keinen Fall ministeriabel; es könnte der "Merkel-Test" sein. Keine Widerrede: das Ganze klingt doch sehr "idealtypisch".

{Ideale sollte man nicht vorauseilend sterben lassen}

Nachtrag 7.10.: Doch, es gibt eine Arbeitsgruppe, in der auch über Verteidigung verhandelt wird.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,653453-6,00.html
 

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  • Die gestrige Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem U.S.-Parlament darf man schon als gelungene Werbeveranstaltung für die "Mittelmacht" Deutschland betrachten, so man überhaupt auf eine gewisse Reputation beim amerikanischen Bündnisführer Wert legt:
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2009/11/2009-11-03-rede-merkel-usa.htm l

    Wenige Randnotizen erlauben wir uns:

  • Wenn man, wie Verteidigungsminister Freiherr zu Guttenberg derzeit, mit Lob überschüttet wird, sollte man rechtzeig dafür sorgen, dass das so bleibt. Es ist wie im Krieg - man muss seine Truppen so "aufstellen", dass man in den Gefechten siegt (oder zumindest keine Niederlage erleidet); der Krieg endet spätestens nach 4 Jahren.

  • Nach unserem Jury-Urteil verdient die australische Regierung (Kevin Rudd) mit ihrem Verteidigungsminister Joel Fitzgibbon den Politik-Oskar für ihren "Film" mit dem Titel
    "Defending Australia in the Asia Pacific Century: Force 2030:
    http://www.defence.gov.au/whitepaper/docs/defence_white_paper_2009.pdf

    U. E. ist es eine Weltpremiere, dass eine Regierung
    eine wirkliche und umfassende Strategie ihrer Sicherheitspolitik weltoffen darlegt und sich "exponiert" (Don't expose the boat),
     

  • Durch die TV-Medien geisterte gestern die Meldung, dass die Koalitionsverhandler ein völlig neues, abgrundtiefes, Finanzloch entdeckt hätten. Kein Wort davon ist wahr:

  • Sorry, es muss erlaubt sein, sich zu strategischen Fragen ein wenig in der Nase bohren zu dürfen, vor allem, wenn es andere sind. Im AFPAK-Gürtel tummeln sich diverse, pashtunische "Opposing Militant Forces" (OMF), die, aufgrund der Macht-Phantasien ihrer jeweiligen Führer, natürlich schwer unter "einen Hut" zu bringen sind. Unterstellt, dass es eine letztlich für alle um eine einsehbare "strategische" Stossrichtung geht, gibt es Einsichten in die "wirkliche" Lage (abgegriffen von der aktuellen Medien-Lage):