Die Türkei sieht ihre Interessen durch ein größeres Engagement im mittleren Osten besser gewahrt und macht sich um eine Atommacht Iran keine wirklichen Sorgen, so das Ergebnis einer Meinungsumfrage vom 15. September, die den wachsenden Graben zwischen der Türkei und dem Westen deutlich werden lässt. Vor allem die endlose Diskussion um einen möglichen EU Beitritt der Türkei nervt die Bevölkerung in einem erheblichen Umfang. Die Umfrage wurde von der Institution "The German Marshall Fund" in den USA durchgeführt.
20 Prozent der Türken sind nach dieser Erhebung der Ansicht, ihre primären Partner sollten Länder aus dem mittleren Osten sein, lediglich 13 Prozent sehen in einer Partnerschaft mit Europa eine Zukunft. Verglichen mit der Erhebung aus dem letzten Jahr, hat sich die Zahl der Europa Befürworter halbiert und die der Befürworter für den mitteleren Osten verdoppelt. "Es sind zwar nur 20 Prozent, aber der Stimmungswandel in nur einem Jaht ist dramatisch", kommentiert Bruce Stokes, ein Analyst des Marshal Funds. Die Studie stellt fest, dass die Türkei und ihre Aussenpolitik ihre Berechenbarkeit verliert. Die öffentliche Meinung tendiert deutlich zur einer Wendung in Richtung mittlerer Osten. Nur noch eine Minderheit sieht nach Europa und hinzu kommt ein wachsender Ant-Amerikanismus in dem NATO-Mitgliedsland. Der amerikanische Präsident Obama hat seit letztem Jahr bei der Frage, ob man ihn akzeptabel findet von 50 Prozent Zustimmung auf 28 Prozent abgebaut. Nimmt man zu diesem sich abzeichnenden Bild die Politikentwicklung gegenüber Israel in jüngster Vergangenheit hinzu, sollte man sich vielleicht ein wenig Sorgen machen.










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