Was man für ein “Durchhalte-Blättchen” halten könnte, ist oft so schlecht nicht: der “NATO-Brief”. In seiner jüngsten Ausgabe beschäftigt er sich ganz zeitnah mit den Folgen der Finanzkrise in bezug auf die Verteidigungspolitik. Wir empfehlen, die Beiträge von Derek Braddon und Francois Melese auszudrucken:
http://www.nato.int/docu/review/2009/FinancialCrisis/EN/index.htm
- Bei Derek Braddon markieren wir:
- “The danger for defence spending will come in longer term - after 2010 - as the real cost of dealing with the financial crisis emerges”;
- “... it may be that the real price to be paid for the recent global financial crisis will be measured in terms of reduced security, greater threat and, in some parts of the world, possibly more serious civil disorder which we will be less able to counter effectively”;
- Klassisch ist Braddon’s Schlusspassage:
“And what lies ahead for the defence sector looks increasingly like radical surgery”.
- Francois Melese bleibt uns damit in Erinnerung:
- Er zitiert den obersten U.S.-Geheimdienstchef, dass die ökonomische Krise den Terrorismus als den “primary near-term security concern” abgelöst habe;
- die Geschichte von FANNIE MAE und FREDDIE MAC haben wir so plastisch noch nicht gelesen;
- Beeindruckend ist die Anführung von Erik Gatzke, der aufgrund statistischer Daten herausgefunden hat:
“Economic freedom ist about 50 times more effective than democracy in diminishing violent conflict”. Und Montesquieu obendrauf: “Peace ist the natural effect of trade”.
Die Vorhersage von zukünftigen Trends mag man ja eigentlich nicht; das “weiter durchwurschteln” ist doch so heimelig (“Et hät noch immer jot jejange”). Die von Derek Braddon vorausgesagte “radical surgery” ist dagegen eine konzeptionelle Herausforderung, der sich die NATO-Gesellschaften und -Regierungen nicht entziehen können. Zu dumm, dass sich die deutsche Gesellschaft im Bundestagwahlkampf befindet, in der eine Zukunftsdebatte über den zu erwartenden Regierungszeitraum für solche Themen nun gar kein Platz ist.
{In der Früh’ debattiert man nicht}










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