Die Wahlbeteiligung in Afghanistan sei von Regierungsmitarbeitern auf manipulative Art und Weise überschaetzt worden, berichtet Ben Farmer aus Kabul. Tatsaechlich sei die Beteiligung im Vergleich zu den Wahlen im vergangenen Jaht um fast 20 Prozent zurück gegangen. Ähnliches berichtet der "Stern" über die afghanischen Parlamentswahlen. "Drogenbarone als Kandidaten, verschwundene Urnen, Anschläge: Die Wahlen in Afghanistan sind kein Schritt zur Demokratie, sondern eine Farce. Die internationale Gemeinschaft trägt daran eine Mitschuld."
Ben Farmer meint weiter: "Letztendlich wurde rund 1.000 Wahllokale geschlossen, weil die Talibans sie im Visier hatten. Im Endeergebniss haben vielleicht vier Millionen Afghanen gewählt, 800.000 weniger als bei der Präsidentenwahl, alle anderen Zahlen sind geschönt. Hinzu kommt, dass nach Ansicht vieler Wahlbeobachter die Optik der Wahlen aus irregulären Verhältnissen und Gewalt bestehen. Diese Berichte sind eigentlich schon frustrierend genug, wenn auch nicht unerwartet, die nächste Frage aber ist, was bewirken die 249 Abgeordneten eigentlich, die dort gewählt wurden. Dazu hat der Experte Benn Arnoldy eine klare Meinung. Seiner Meinung besteht das Problem vom Grundsatz her darin, dass keine Parteien, sondern Individualpersonen gewählt wurden. "Was haben 249 Einzelpersonen für eine Chance, ein Gegengewicht zur Karzai-Regierung zu werden?", fragt er.
Nach Ansicht Sabrina Saqib, einem Mitglied des Parlament's, ist das neu gewählte Parlament noch schwächer als das letzte. "Wir arbeiten alleine, ohne Unterstützung. Es wird also einfach sein mit Mitgliedern des Parlaments Deals zu vereinbaren, sie zu kaufen. Das war für mich auch der Grund, nicht mehr anzutreten."










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