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Zukünftige Führungskräfte

Guttenberg sucht Dialog

Mit den Spitzenmilitärs von morgen traf sich Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenbergin Berlin. Er warb dabei um die Unterstützung der zukünftigen Führungsmannschaft bei der Neugestaltung der Bundeswehr. Sie sind Major, Oberstleutnant oder Fregattenkapitän.

Sie wurden von der Bundeswehr ausgewählt, zukünftig im Generalstabsdienst zu wirken. Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg bildet sie dazu aus. Nun lernen sie gegen Ende ihres zweijährigen Lehrgangs das politische Berlin kennen. Ein Höhepunkt: das Treffen mit ihrem obersten Dienstherren, dem Verteidigungsminister. „Ich stehe vor Ihnen in dem Bewusstsein, dass ich die zukünftige Bundeswehr vor mir habe“, sagte zu Guttenberg zu den Soldaten. Und der Minister nutzte die Gelegenheit, für die Unterstützung des Führungsnachwuchses bei der Neugestaltung der Bundeswehr zu werben. Am 15. Dezember 2010 hatte das Bundeskabinett beschlossen, die Streitkräfte grundlegend umzugestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Ausrichtung auf die Armee im Einsatz.

Bis Mitte 2011 will die Bundeswehrführung mit der Umgestaltung beginnen, die fünf bis sieben Jahre dauern soll. „Bei dieser Umgestaltung gehen wir anders vor als bei den vorhergehenden Reformen“, so zu Guttenberg. „Wir werden zuerst das Ministerium in eine neue Struktur bringen und aus dieser Logik heraus die Struktur der Streitkräfte gestalten.“ Bis Ende Januar gingen hierzu die Vorschläge beim Minister ein, der dann bis Mitte Februar Entscheidungen treffen will. Seine zukünftigen Führungskräfte werden dabei mit Sicherheit eine gewichtige Rolle hinsichtlich der Attraktivität der Bundeswehr spielen, und diese ist wichtig. Es wird Neuland für die Bundeswehr sein, für sich in einem bisher nie notwendigen Maße zu werben.

„Das Ganze wird zu einem nicht ganz einfachen Jahr führen“, stellte der Minister fest. Immerhin liefen die Einsätze, der Grundbetrieb und andere Aufgaben neben der Neugestaltung weiter. Deshalb forderte er die Offiziere auf, sich an dem Prozess zu beteiligen und ermutigte sie, frische Ideen einzubringen, an welcher Stelle in den Streitkräften sie auch Dienst täten.

 Foto: Verteidigungsminister spricht mit dem Führungsnachwuchs (Quelle: Bundeswehr/Wilke)

Dieser Minister, und neben ihm nur wenige andere in der Bw, hat die Zeichen der Zeit erkannt! Warum?

Der Minister spricht in HH an der Führungsakademie und alle sind begeistert. Der Minister spricht in Dresden auf der Kommandeurtagung und alle sind begeistert. Das ist bemerkenswert denn wenigstens ein Teil der anwesenden "Militär-Elite" ist widerum für wenigstens einen Teil dessen verantwortlich, was im Weise-Bericht so schonungslos geschrieben steht.
Dies liegt m.E. weniger an der individuellen Unfähigkeit der Offiziere im Generalstabsdienst oder der Generale und Admirale, nein, ganz offensichtlich stimmt etwas nicht in der Unternehmenskultur - sofern es diese überhaupt gibt. Die Art und Weise des Umgangs, die durch Hierarchie geprägte Kommunikations- und Diskussionskultur, mangelhafte Dialogfähigkeit und mangelndes Verantwortungsbewusstsein führen dazu, dass die Bw wenig innovativ und schließlich keine lernfähige Organisation ist. Somit steht man nach jeder Reform stets wieder vor der Reform.

"Transparenz im Innenverhältnis" ist das Schlagwort welches nun mehrfach gefallen ist. Man kann es nicht oft genug wiederholen. Früher nannte man das Wahrheit vor dem Königsthron und das trifft es wohl noch besser, denn es geht nicht darum alles mit jedem zu diskutieren. Leider lässt sich diese nicht verordnen, sie ist eine Frage der Sozialisation. Die Entwicklung einer Persönlichkeit ist nun aber früher oder später abgeschlossen und somit wird der "Führungsnachwuchs" zwangsläufig zum Träger dieser neuen Unternehmenskultur.

Wer immer noch alles im "eigenen Bereich" regeln will, die Augen vor unliebsamen Tatsachen verschließt, neue Medien nicht versteht, soziale Netzwerke verteufelt, durch Amtsautorität und geistige Umnachtung glänzt, der, ja der leidet unter dem Dunning-Kruger-Effekt!

Horrido!

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