mit Nachtrag vom 24. Juni 2002
Neu ist nur diese Nachricht: Die nur durch die ungeliebten Krauss-Maffianer um die Krone des deutschen Landsysteme-Rüsters gebrachte Rheinmetall-DeTec ist in Kauf-Verhandlungen mit der ZEISS-Optronic, die man getrost als zielführend einstufen darf. Anders als vor einem Jahr, als die (franz.) THALES von der deutschen Politik kaufgebremst wurde oder vor drei Jahren, als die Rheinmetaller die damals (geschäftlich) mies darstehenden Zeissianer verschmähten, will die durch die Familie Röchling strategisch ausgerichtete, grösste deutsche Rüstungsfirma sich mit der Optronic-Perle gesamtheitlich positionieren; es geht nur noch um den Preis.
Bekannt ist, dass die Rheinmetaller sich mit der (engl.) BAE-Systems bezüglich ihrer Wert-Beteiligung bei der Bremer STN ATLAS geeinigt haben:
- Das bisherige Beteiligungs-Verhältnis wird umgekehrt:Jetzt wird die BAE 51 % halten, Rheinmetall 49 %.
- Durch die STN Atlas geht die Zuordnungs-Kreissäge:
- Die BAE Systems übernimmt (nach dem schmerzlichen Verlust der Marconi-Sparte) die operative Führung der Marine- und die Drohnen-Technologie;
- Die Rheinmetaller bekommen die Führung des Land-Restes.
Die spannendste Frage wird damit leider immer noch nicht beantwortet:
Wie steht es um die Zukunft von Krauss-Maffei Wegmann, dem Winzling hinsichtlich Unternehmensgrösse, aber dem Dominator des europäischen (!) “Ballerwagen”-Geschäfts (natürlich immer ‘nur’ als System-Führer): EURO-Leo / EURO-Haubitze etc.?
Im Lauf der nächsten Monate (Herbst) wird sich ergeben, wer Kauf-Kandidat für das 49%-Paket sein wird, welches SIEMENS, jeglicher Militär-Tradition überdrüssig, zum Eigennutz höchstpreisig verticken will. Interessant sind dabei strategische Richt-Punkte:
- Von Insidern wird SIEMENS attestiert, dass die Herrschaften keine Ahnung haben, worum es überhaupt geht.
- Die Krauss-Maffianer/Weg-Männer wissen, dass sie einen strategischen Partner brauchen, der ihnen neue Märkte öffnet. Hin- und hergerissen hoffen sie, die SIEMENS-Entscheidung zielstrebig beeinflussen zu können.
Bezeichnend ist die Frage, wer denn Interesse haben könnte. Nach dem HDW-”Desaster” ist Opernball im Hühnerstall. Die “Deutsche Welle” (13. 6. 2002) wird mit einem guten Beitrag zitiert, dass es keine deutschen Bieter für HDW gegeben habe. Wer also bietet für die 49 % von Krauss-Maffei Wegmann?
Wenn von “strategisch” die Rede ist, kommen eigentlich heutzutage (bei Rü-Ind.) nur die USA in Frage. Klassisches Beispiel ist die U-Boot-Saga: Die deutsche Regierung lehnt kategorisch eine Lieferung von U-Booten im US-Auftrag für Taiwan ab, obwohl sie die den Israelis, was jetzt deutlich belegt wird, Dolphins mit nuklearen Rohren schenkt. Die Folge ist: Die Amis kaufen schlicht HDW - den Super-U-Boot-Produzenten (dies ist eine “Verschwörungs-Theorie”).
Wenn vor allem von einem Ausverkauf deutscher Rüstungs-Technologie an die Amis die Rede ist, stellt sich nur noch die Frage, welche US-Firma antritt (bei HDW war es wohl General Dynamics). Nachdem wir erst bei BOEING waren ( wegen der FCS-Geschichte), sind wir nach einer Kurz-Analyse folgerichtig bei NORTHROP-GRUMMAN gelandet. Die haben schon Erfahrung mit SIEMENS und sind hinsichtlich des Bereichs Land-Systeme völlig unbeleckt, was für die längerfristige US-Positionierung nicht empfehlenswert ist. Hinsichtlich KMWegmann passt alles zusammen: der Preis - das abgekoppelte Laufwerk - und das Ääätsch für BOEING und Genossen. Und für Dr. Bode muss NG Nahrung und Genuss sein.
Wir bitten Sie aber um alles in dieser Welt, ja nicht Ihre Aktien-Strategien aufgrund unserer dusseligen Spekulationen auszurichten; wir übernehmen keinerlei Gewehr. Bitte verzeihen Sie uns diesen Ausflug; es ist so schön, als Maus zu fliegen.
{Sun Tsu sagt: “Alles ist besser, als Du je zu träumen wagst”}
Nachtrag 24. Juni 2002
Von kompetenter Stelle der Rheinmetall DeTec sind wir darauf hingewiesen worden, dass eines an unserem Beitrag nicht stimmt: Die Gespräche mit BAE Systems sind nicht darauf festgelegt, bei der STN Atlas ein 51:49-Verhältnis zugunsten BAE herzustellen; es kann durchaus höher ausfallen. Wir lernen daraus, dass ein höheres Verhältnis schlicht Geld in der Kriegskasse bedeutet.










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